Ungewöhnliche Verlosung: Ein Stück Weltmeisterschaft an der Hand

Ihre Handschuhe kamen aus Bad Urach: Isabell Werth bei der Reit-WM in Aachen, wo sie mit dem deutschen Team Gold gewann.
Rolf Vennenbernd/dpa- Haukeschmidt verlost Werths in Aachen getragene Handschuhe – plus ein Paar „Bella Rose“.
- Die Reit-WM fand vom 11. bis 23. August in Aachen statt, Werth gewann Team-Gold und Kür-Bronze.
- Haukeschmidt aus Bad Urach produziert Reithandschuhe, Schwerpunkt auf Leder statt Synthetik.
- Die Firma liefert über den Fachhandel in 44 Länder und kooperiert seit Jahren mit Werth.
- Leder wird auf Schadstoffe geprüft, Synthetikmodelle ergänzen das Sortiment nur punktuell.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Vom 11. bis 23. August fand in Aachen die Weltmeisterschaft der Reiter statt – für den deutschen Reitsport ein besonderes Ereignis, weil das Turnier quasi vor der eigenen Haustür ausgetragen wurde. Neben dem Springreiten gehörte auch die Dressur zu den Wettbewerben. In dieser Disziplin zeigen Pferd und Reiterin eine Abfolge festgelegter Bewegungen und werden danach bewertet, wie exakt und harmonisch das gelingt. Damit das funktioniert, müssen die Reiter und Reiterinnen ihrem Pferd feine Signale geben können – unter anderem über die Zügel und damit auch über ein Ausrüstungsstück, das selten im Rampenlicht steht: den Reithandschuh. Er soll einerseits Halt geben, andererseits aber so dünn sein, dass die feine Kommunikation mit dem Pferd nicht verloren geht.
Ein Unternehmen, das sich auf genau dieses Detail spezialisiert hat, ist die Schmidt Sporthandschuhe GmbH mit Sitz in Bad Urach. Unter dem Label „Haukeschmidt“ – benannt nach Inhaber Hauke Schmidt junior – stellt sie Handschuhe für Reit- und Fahrsportler her, vom Freizeitreiter bis zum Profisportler. Das Sortiment umfasst nach eigenen Angaben mehr als 50 Modelle, die sich in Material, Passform und Verarbeitung unterscheiden – je nachdem, ob jemand bei Regen oder Kälte unterwegs ist, welcher Reitstil gepflegt oder welche Optik bevorzugt wird.
Leder statt Synthetik
Hauke Schmidt junior, dessen Vater Hauke Schmidt senior einst als Springreiter erfolgreich war, hat schon lange mit Handschuhen für den Reitsport zu tun. Von 1998 bis 2012 leitete er bereits die Handschuhfirma Schwenkel, bevor er sich 2013 gemeinsam mit seiner Frau selbstständig machte. Das kleine Unternehmen aus Bad Urach liefert nach eigenen Angaben an Händler in 44 Ländern, von Europa bis Australien und Südamerika. Verkauft wird dabei nicht direkt an Endkunden, sondern über den Fachhandel. Die Lederhandschuhe werden in Ungarn gefertigt, die Modelle aus synthetischen Materialien in Indonesien. Bei der Lederherstellung kommen in der Gerbung teils Stoffe zum Einsatz, die als krebserregend gelten – deshalb lässt die Firma das verwendete Leder in Labors auf Schadstoffe prüfen, was zusätzliche Kosten verursacht, berichtet Schmidt im Gespräch mit unserer Redaktion. Manche Hersteller verzichten laut Unternehmen aus diesem Grund ganz auf Leder. Haukeschmidt setzt es weiterhin als Hauptmaterial ein – mit Verweis auf Langlebigkeit und Qualität. Ein paar Synthetikmodelle sind zwar ebenfalls im Sortiment, den Schwerpunkt bilden aber weiterhin die Lederhandschuhe.
Zu den Kunden der Firma zählen auch bekannte Namen aus dem Sport. Hauke Schmidt junior kennt die Dressurreiterin Isabell Werth seit rund 30 Jahren und hat für sie über all die Jahre immer wieder Handschuhe angepasst und hergestellt, erzählt er. Aus dieser langjährigen Verbindung ist schließlich eine offizielle Kooperation entstanden, aus der mehrere gemeinsame Modelle hervorgingen.

Ein Einzelstück, das es nicht zu kaufen gibt: die WM-Handschuhe von Isabell Werth.
Schmidt Sporthandschuhe GmbHRund um diese Zusammenarbeit hat sich das Unternehmen zur WM eine Aktion überlegt, die im Reitsport bislang so nicht üblich war. Fans sollten die Chance bekommen, „ein Stück Weltmeisterschaft zu gewinnen“ – so beschreibt Lisa Krämer, bei Haukeschmidt zuständig für Social Media und Marketing, die Idee hinter der Aktion. Sie habe sich dabei am Fußball und American Football orientiert, wo Vereine mitunter getragene Trikots, unterschriebene Bälle oder Ähnliches verlosen. Bei Haukeschmidt sind es nun Handschuhe: Verlost wird über die sozialen Netzwerke das originale Paar, das Isabell Werth während ihrer Prüfungen in Aachen getragen hat – dazu gibt es ein weiteres Paar vom Modell „Bella Rose“ in Größe und Farbe der Wahl. Der Name ist kein Zufall – so hieß eines von Werths früheren Pferden. Dasselbe gilt für das neueste Modell „Wendy“, benannt nach Wendy de Fontaine, mit der die Reiterin bei der WM in Aachen antrat.
Isabell Werth selbst kehrte mit ihrem zehnten WM-Titel sowie Bronze in der Kür aus dem Wettbewerb zurück. Für das Unternehmen aus Bad Urach schließt sich mit der Verlosung damit ein Kreis: Ausgerechnet die Handschuhe, die bei diesem Erfolg am Zügel lagen, verlassen nun den Wettkampf und landen bei einer Person aus der Reitsport-Community.
