SWP-Mehrwerttour in der Rosstriebkellerei: Erst duftet’s, dann schmeckt’s
Perfekt getimt zwischen zwei Regenschauern durften 40 Leserinnen und Leser der SWP-Ausgaben Metzinger-Uracher Volksblatt/Der Ermstalbote, Alb Bote, Reutlinger Nachrichten, Hohenzollerische Zeitung und SÜDWEST PRESSE Zollernalbkreis hinabsteigen in die geheimen Tiefen der Dettinger Rosstriebkellerei. Organisiert wurde die Veranstaltung in Kooperation mit Mythos Schwäbische Alb.
Ein ehemaliger Wasserhochbehälter
„Geheim“ deswegen, weil die Temperatur rund um die Tanks in dem ehemaligen Wasserhochbehälter stets konstant bei etwa zehn Grad Celsius liegt. Publikumsverkehr gibt es dort aus diesem Grund im Normalfall nicht. Besuchergruppen wie die unserer Leser erhöhen binnen kurzer Zeit die Temperatur um mehrere Grade. „Das dauert 14 Tage, bis wir hier wieder bei normal sind“, erklärte Timo Dollinger. Er hat vor drei Jahren zusammen mit Valerie Eberle die Rosstriebkellerei übernommen, beide leiten den kleinen Betrieb, der inzwischen auch unter dem Dach von „KULINALB“ vertreten ist, im Nebenerwerb.
Was dem Duo auf jeden Fall sofort anzumerken ist, sind die Begeisterung und das Herzblut, mit denen sie ihre Anliegen vertreten. Und diese lauten: Förderung von Regionalität, Erhalt der Kulturlandschaft mit den heimischen Streuobstwiesen und letztlich auch die Herstellung hochwertiger Erzeugnisse.
Zur Regionalität erzählt Dollinger, dass das verarbeitete Obst aus einem Umkreis von knapp zehn Kilometern um Dettingen herum stammt. Im Einkauf zahlt die Rosstriebkellerei deutlich über dem Marktpreis, um so die Obstbauern zum Erhalt und der Pflege ihre Grundstücke zu motivieren. Und die hochwertigen Erzeugnisse...?
Unterhaltsame Verkostung
Davon durften sich unsere Leser vor Ort selbst ein Bild machen. Sehr unterhaltsam präsentierte Timo Dollinger eine Auswahl seiner Produkte. „Der Begriff ‚Most‘ hat doch immer noch etwas Derbes an sich. Ich spreche daher lieber von Apfelschaumwein“, so Dollinger.
Und tatsächlich arbeitet die Rosstriebkellerei auch mit zahlreichen Arbeitsweisen und Geräten aus dem Weinbau, um in mehreren Schritten die Trübstoffe herauszufiltern. So sehen Produkte am Ende einem Wein sehr ähnlich – und sie schmecken auch schon beinahe so edel.
Der „R5“ zum Beispiel, ein Schaumwein aus heimischen alten Apfel- und Birnensorten samt einem Schuss von Weinbergpfirsich als Geschmacks-i-Tüpfelchen. Oder der „Primela“, einem Apfelwein, dem handverlesene Schweizer Wasserbirnen beigemischt werden. Beide Schaumweine liegen mit weniger als sechs Prozent Alkoholgehalt in etwa auf Bierniveau.
Es geht auch ohne Alkohol
Doch auch gänzlich alkoholfrei kann die Rosstriebkellerei. Beim „Quirha“ etwa, einem Apfelschaumwein, dem als Alleinstellungsmerkmal Quitte und Rhabarber zugesetzt wird. Oder beim „Donum“, der dank Beigabe von Ermstäler Knopelkirsche und Johannisbeere im roten Gewand daherkommt.
Wenn Timo Dollinger zu seinen Spezialitäten dann noch den richtigen Rezepttipp gibt, dann läuft seinen Gästen endgültig das Wasser im Mund zusammen.
Ein enormer Aufwand für die Rosstriebkellerei ist es, immer die richtigen Obstsorten in der benötigten Menge zu beschaffen. Dies fällt in den Zuständigkeitsbereich von Valerie Eberle, die ab Anfang August eines Jahres eine lange Liste an Lieferanten abtelefoniert, um zu klären, wer wieviel wovon liefern kann.
Während sie ihre Vorgehensweise beschreibt, präsentiert sie den Besuchern das 2021 selbst kreierte „Rössle“, das in kleinen Flaschen abgefüllt wird. Hier wird dem Apfelschaumwein Holunder beigesetzt. „Den haben Timo und ich selbst entwickelt“, sagt Valerie Eberle stolz.
Vertrieben werden die Produkte der Rosstriebkellerei zum einen über den eigenen Online-Shop oder über ausgewählte Hofläden und Weinhändler in der Region.











