Starkregen in der Region: „Jeder ist verpflichtet, Selbstschutz zu betreiben“

2021 sorgte der Starkregen für überflutete Straßen und etliche vollgelaufene Keller.
Thomas Kiehl- Starkregen verursacht oft überflutete Straßen und Keller.
- Bürgerworkshops informieren über Schutzmaßnahmen.
- Feuerwehr fordert mehr Selbsthilfe und Vorbereitung.
- Workshop in Riederich am 5. Februar 2021.
- Jüngere Generation zeigt wenig Interesse.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Hitze, Hagelstürme, Starkregen oder Überschwemmungen werden neben anderen Naturereignissen in Zukunft immer öfter die Bevölkerung beschäftigen. Das Deutsche Komitee Katastrophenvorsorge weist auf seiner Website deutlich darauf hin: „In Verbindung mit den infolge des menschlichen Handelns weltweit steigenden Temperaturen wird auch eine Veränderung der Eintrittswahrscheinlichkeit meteorologischer sowie klimatologischer Extremereignisse erwartet.“ Vor allem die Feuerwehren sind dann gefragt und helfen den Betroffenen bei Überschwemmung und Co. Doch sie stehen immer öfter vor einem Problem: „Viele Einsätze wären gar nicht erforderlich, wenn sich die Leute besser vorbereiten würden“, so der Feuerwehrverbandschef Karl-Heinz Banse kürzlich in einer Pressemitteilung der Deutschen Presse-Agentur. Die Menschen sollten sich demnach besser auf Naturkatastrophen vorbereiten. „Die Bevölkerung muss sich wieder mehr selbst helfen“, so Banse. „Heute habe ich bei vielen das Gefühl, sie kümmern sich nicht. Sie wählen die 112, und die Feuerwehr macht das dann schon.“ Auf Selbsthilfe pochte er vor allem vor dem Hintergrund, dass die Feuerwehr in Notfällen Prioritäten setzen müsse und nicht überall gleichzeitig sein könne.
„Jeder ist verpflichtet, Selbstschutz zu betreiben“, erklärt auch Immo Gerber vom Ingenieursbüro „itr GmbH“ aus Neuhausen ob Eck. Seit vielen Jahren erstellt er für verschiedenste Gemeinden sogenannte Starkregenrisikomanagements und stellt sie bei Bürgerworkshops vor. Simuliert werden hierbei 30-, 100- und 1000-jährige Starkregenereignisse in einem Gebiet, um die Bürger auf die drohende Gefahr aufmerksam zu machen. Die meisten Menschen, die an Flüssen oder Bächen wohnen, seien einigermaßen gerüstet, hat Gerber beobachtet. Bei Starkregenereignissen seien jedoch noch sehr viel mehr Bewohner einer Gemeinde betroffen – ohne, dass sie es überhaupt wüssten – denn die Wassermassen bahnen sich auch zu Ortslagen ihren Weg, durch die kein Gewässer fließt. Bei Starkregen gibt es kaum Vorwarnzeiten, was den Schutz des Hauses und auch die Koordination der Rettungskräfte erschwert beziehungsweise kaum möglich macht.
Ohne ein Starkregenrisikomanagement und die erwähnte Simulation ist es oft nicht ersichtlich, welche Häuser in solchen Fällen gefährdet sind und welche Ausmaße ein solches Ereignis annehmen kann. Sobald dieses aber erstellt ist, kommt Licht ins Dunkel. Die Idee dahinter ist, dass eine Kommune nicht aus gemachten Erfahrungen lernen muss, sondern sich vorab darauf vorbereiten und so Katastrophen vorbeugen oder wenigstens den Schaden minimieren zu können. „Die Bürger können unsere Berechnungsergebnisse online anschauen“, so Gerber. Ergänzend dazu findet dann ein Bürgerworkshop statt, bei denen der Fachmann diese Karten genau erklärt und den Menschen weiterhin Tipps an die Hand gibt, was man bei einer Überflutung durch Starkregen genau tun kann. Eigentlich eine gute Sache, doch es gibt einen Wermutstropfen: Die Resonanz ist vermehrt dann da, wenn schon etwas passiert ist. Gerber beobachtet, dass zu solchen Veranstaltungen vor allem ältere Menschen oder solche kommen, die schon einmal betroffen waren. Jüngere Generationen vermisst er meist. Allerdings füllen sich die Säle oft dann wieder, wenn eine Katastrophe wie im Ahrtal passiert – dann sei das Problembewusstsein wieder da.
Einladung zum Workshop
Wer in Riederich wohnt, der kann sich dahingehend nun beraten lassen. Am Mittwoch, 5. Februar, um 19 Uhr wird im großen Sitzungssaal des Rathauses ein Bürgerworkshop zum Thema Starkregenrisikomanagement mit der Firma „itr GmbH“ stattfinden.


