Spendenlauf von Noyon nach Metzingen
: Laufen für die, die es nicht können

Jérémy Fernandez läuft für den guten Zweck von Noyon in die Sieben-Keltern-Stadt. Er sammelt Geld für einen Behindertenverein und lädt am 1. August zu einem kleinen Spendenlauf ein.
Von
Michael Koch
Metzingen/Noyon
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Fernandez

Jérémy Fernandez ist nicht zum ersten Mal mit so einer extremen Anforderung konfrontiert wie aktuell beim Lauf nach Metzingen.

Privat
  • Extremläufer Jérémy Fernandez läuft 547 km von Noyon nach Metzingen für den guten Zweck.
  • Ziel ist die Verbindung der Partnerstädte und Spenden für den Behindertenverein Noyon.
  • Das Geld kommt Théo zugute, 25, mit Tetraplegie und auf den Rollstuhl angewiesen.
  • Ankunft ist am Freitag, 31. Juli, mittags geplant – täglich ein Marathon über 13 Tage.
  • Am Samstag, 1. August, folgt in Metzingen ein kleiner Spendenlauf mit zwei Strecken.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Er läuft und läuft und läuft - seit Sonntag ist Jérémy Fernandez auf dem Weg nach Metzingen. Zu Fuß, über insgesamt 547 Kilometer, aus der französischen Partnerstadt Noyon, vom Rande des dortigen Bierfestes bis in die Sieben-Keltern-Stadt. Oder anders ausgedrückt: Er läuft 13 Tage hintereinander jeweils einen Marathon. Am Freitag, 31. Juli, will er etwa zur Mittagszeit am Ziel sein. „Manche Kilometer legt man nicht nur mit den Beinen zurück, man legt sie mit dem Herzen zurück“, hatte Fernandez vorab gesagt.

Nun ist Fernandez kein alter Volkswagen, der gedankenverloren vor sich hin tuckert, sondern ein Extremsportler, der sich bei seinen Aktionen etwas denkt und entsprechende Ziele erreichen will. In diesem Fall hat er gleich zwei Motive: Zum einen geht es ihm darum, die beiden Partnerstädte fußläufig miteinander zu verbinden und sich einander so noch näherzubringen, zum anderen liegt ihm sehr daran, seinen sportlichen Einsatz als Spendenmarathon für die Unterstützung eines spastisch gelähmten jungen Mannes zu nutzen.

Der 25-jährige Théo aus Noyon liegt Fernandez besonders am Herzen. Er leidet seit seiner Geburt an Tetraplegie, einer spastischen Lähmung von Armen und Beinen durch Schäden des zentralen Nervensystems. Heute ist Théo auf einen Rollstuhl angewiesen. Er ist nicht selbstständig, kann nicht alleine sitzen und wird niemals laufen können. Unterstützt wird er vom Behindertenverein Noyon, für den Fernandez mit seiner Laufaktion Geld sammeln möchte. Der Erlös soll zielgerichtet für Théo eingesetzt werden, der den Extremsportler mit anderen Unterstützern am Sonntag sogar auf den ersten Metern auf den langen Weg gebracht hat.

Und das nicht zum ersten Mal: 2024 lief er alias Mr. Musique, musikalisch begleitet von seiner Ukulele, in 36 Etappen insgesamt 702 Kilometer und gab dabei 36 Konzerte für einen guten Zweck. Jedes Jahr stellt er sich im Sommer einer neuen Herausforderung. Im vergangenen Jahr reiste er nach Peru und erklomm dort den Machu Picchu, um in einem kleinen Dorf Kindern Musikunterricht zu geben. Er versucht, seine sportlichen Träume zu verwirklichen und gleichzeitig anderen helfen zu können.

Die Zahl von Fernandez' Unterstützern nimmt mit größer werdendem Bekanntheitsgrad stetig zu. Beruflich ist er als Musiklehrer und Leiter des Noyoner Blasorchesters „Harmonie“ gut vernetzt, jetzt schwappt sein Engagement über den Partnerschaftsverein Metzingen-Noyon und deren Vorsitzende Ulrike Lamp-Schaich auch in die Sieben-Keltern-Stadt. Im Rahmen des Ermstal-Marathons konnte Lamp-Schaich schon ordentlich die Werbetrommel für die gute Sache rühren, jetzt gilt es, weitere Einnahmen zu generieren. Die Stadtverwaltung Metzingen hat ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf das Projekt aufmerksam gemacht, in der Stadtbücherei Kalebskelter steht eine Spendenbox, in die Zuwendungen gesteckt werden können.

Abschluss der Aktion soll ein kleiner Spendenlauf am Samstag, 1. August, in Metzingen, bei dem sich Fernandez mit gleichgesinnten Laufenthusiasten austauschen kann. Als Partner hat sich hier der Lauftreff „Ermstal da läuft was“ bereit erklärt, für Begleitung und die Streckenführung zu sorgen. Ab 10 Uhr geht es vom Parkplatz am Otto-Dipper-Stadion über die sogenannte Nistkastenrunde durch den Maienwald, je nach Belieben können die Teilnehmer dann zwischen einer sechs oder einer zehn Kilometer langen Variante wählen. Eingeladen sind so viele Mitläufer wie möglich.

Tagsdrauf ist übrigens der Metzinger Spendenlauf im Otto-Dipper-Stadion von der evangelischen Kirchengemeinde zugunsten des Ferientagheims. Da Jérémy Fernandez allerdings dann schon zurück muss nach Noyon, wo berufliche Pflichten warten, kommt es zu dem etwas unglücklich terminierten Doppel-Spendenlauf-Wochenende in Metzingen.

Hier kann man spenden

Aktuell steht in der Stadtbücherei Kalebskelter eine Spendenbox zugunsten des Behindertenvereins Noyon. Wer das städtepartnerschaftliche und soziale Engagement des Marathonläufers mit einem kleinen oder größeren Beitrag zudem unterstützen möchte, kann dies durch eine Spende auf das Konto des Partnerschaftsvereins Metzingen-Noyon, IBAN: DE39 6405 0000 0001 4759 33; unter dem Stichwort „Deutsch-französischer Spendenmarathon“ tun.