Spendenaktion „Die gute Tat“
: Für Kinder, die ohne Hoffnung leben

Erlöse der Weihnachtsspendenaktion unserer Zeitung kommen der außerklinischen Intensivpflege der Diakonie-Sozialstation Metzingen zugute. Mit dem Geld können Wünsche erfüllt werden.
Von
Peter Kiedaisch
Metzingen
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Ein Vater legt seine Hand auf den Kopf eines kranken Kindes

Ein Vater legt seine Hand auf den Kopf eines kranken Kindes.

Annette Riedl/dpa-tmn/dpa
  • Weihnachtsaktion „Die gute Tat“ unterstützt die Kinderintensivpflege der Diakonie-Sozialstation Metzingen.
  • Hilfe für Kinder mit unheilbaren Krankheiten – Fokus auf Lebensqualität statt Heilung.
  • Pflege ermöglicht Teilhabe am Alltag, z. B. Schulbesuch mit medizinischer Begleitung.
  • Eltern werden durch die Arbeit der Pflegekräfte körperlich und psychisch entlastet.
  • Spendenkonto: Volksbank Ermstal-Alb, IBAN: DE 03 6409 1200 0233 4340 03, Stichwort „Weihnachtsaktion“.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Dem Aufruf, sich auf die Weihnachtsspendenaktion unserer Zeitung „Die gute Tat“ zu bewerben, sind einige Vereine und Institutionen gefolgt. Sie alle hätten es verdient gehabt, berücksichtigt zu werden. Verlag und Redaktion haben es sich bei der Auswahl auch gewiss nicht leicht gemacht, doch am Ende war die Entscheidung klar: Die diesjährige Spendenaktion kommt der Diakonie-Sozialstation Metzingen zugute. Nicht der gesamten als Verein geführten Organisation, nur einem kleinen Teil davon, der die außerklinische Intensivpflege für Kinder verantwortet.

Die Schicksale, die sich hinter dem Leid der Kinder und ihrer Familien verbergen, sind unterschiedlich. Gemeinsam ist ihnen nur die Gewissheit, dass keine Aussicht auf ein Leben besteht, das wir für normal und selbstverständlich halten: „Die Kinder werden nicht mehr gesund“, sagt Karin Epple. Sie ist Leiterin der ambulanten Kinderintensivpflege und, wie alle ihre Kolleginnen auch, ausgebildete Kinderkrankenpflegerin.

Nie mehr gesund zu werden, ist eine niederschmetternde Diagnose und doch auch eine freundliche Umschreibung für die Tatsache, dass das Leben endlich ist. Viele der kleinen Patienten erreichen das Erwachsenenalter nicht. In der Fachterminologie sagt man, sie sind lebensverkürzt.

Am Sauerstoffgerät

Manche von ihnen leiden an einer unheilbaren Krankheit, andere haben während der Geburt einen Sauerstoffmangel erlitten. Frühchen sind darunter, die es während ihrer Kindheit nie aus dem Pflegebett geschafft haben. Alle benötigen sie Pflege, nahezu rund um die Uhr. Die Eltern können das selbst nicht leisten, weil sie dem Druck physisch und psychisch ständig ausgesetzt sind und darunter zu zerbrechen drohen. Obwohl tagsüber berufstätig, geraten ihre Nächte oft genug zu Nachtwachen, wenn sie vom Piepsen des Alarms am Sauerstoffgerät geweckt werden. Unter den kleinen Patienten sind auch Kinder, deren Leben sich vollkommen unbeschwert entwickelte, bis sie von Dritten auf dem Grund eines Freibads oder des Swimmingpools in Nachbars Garten entdeckt und reanimiert wurden.

Zu spät, um ohne schwerwiegende Schädigungen des Gehirns davonzukommen. Aber sie leben. Fortan allerdings in einem Zustand, der das Leben der gesamten Familie, auch der Geschwisterkinder, von einem Tag auf den anderen reduziert auf das Gefühl der Ohnmacht und des Leids.

Freilich handelt es sich immer noch um die eigenen Kinder, und je nach Schwere der Erkrankung sind sie durchaus in der Lage, ihre Gefühle mitzuteilen. „Die Kinder haben auch Humor, sie lachen“, sagt Rita Messmer, die dem Team seit Jahren angehört. Lachen, weinen, Dank empfinden, zornig sein, eben das gesamte Spektrum der Gefühle findet sich in den Kinderzimmern, die dekoriert sind mit Stofftieren und bunten Bildern. Wie um die Maschinen nicht zu mächtig erscheinen lassen, ohne die die Kinder nicht leben könnten.

Die gute Tat

Spenden für die Weihnachtsaktion „Die gute Tat“ richten Sie bitte an Südwest Presse Neckar-Alb GmbH & Co. KG unter dem Stichwort „Weihnachtsaktion“ an die Volksbank Ermstal-Alb, IBAN: DE 03 6409 1200 0233 4340 03. Wer eine Spendenbescheinigung benötigt, muss bitte beim Verwendungszweck seine vollständige Adresse und das Stichwort „Weihnachtsaktion“ angeben. Bei Spenden bis 300 Euro genügt dem Finanzamt der Kontoauszug.

Etwa den Monitor, der Herzfrequenz und Sauerstoffsättigung anzeigt. Etwa das Beatmungsgerät, etwa den Absauger, mit dem die Kinderkrankenpflegerinnen Schleim aus den Atemwegen entfernen, etwa die Ernährungspumpe, die durch die Magensonde Nährstoffe, Flüssigkeit und Medikamente in den Körper des Kindes pumpt.

„Wir können nicht helfen, die Kinder zu heilen“, sagt Gundula Görlach, stellvertretende Leiterin des Teams. „Aber wir können helfen, dass die Tage der Kinder mehr Leben haben.“ Indem die Pflegerinnen beispielsweise Krankenhausaufenthalte verhindern. Durch ihre Arbeit entlasten sie ganz nebenbei die Eltern, damit diese auch mal ein paar Stunden Schlaf am Stück haben.

Kinder sind generell schwierige Patienten. Wenn sie überhaupt sprechen können, schildern sie jede Art des Unwohlseins, jede Art des Schmerzes in den Kindern eigenen, verallgemeinernden Worten: „Ich hab Bauchweh.“

Noch schwieriger wird es, wenn die Kommunikation nur über Blicke, über Geräusche, die sie in unterschiedlicher Tonlage, mit je nach Stimmung variierendem Timbre artikulieren, erfolgt. „Wir kennen unsere Kinder, wir können uns in sie hineinversetzen“, sagt Karin Epple. Die Verständigung funktioniert also, „aber die Kinder verändern sich auch“, dann gilt es, sie neu lesen zu lernen.

Unter den kleinen Patienten gibt es auch Kindergarten- und Schulkinder. Die Kinderintensivpflege der Diakonie-Sozialstation ermöglicht ihnen die Teilhabe am Unterricht. Die Kinder werden dann von einer der Kinderkrankenpflegerinnen begleitet. Ausgerüstet mit einem großen Koffer, in dem sind: Ernährungspumpe, Inhalator, Medikamente für den Notfall, eine Ersatzkanüle für die Trachealkanüle, Orthesen, Absauggerät, Beatmungsgerät, Monitor, Extrakleidung, eine Sauerstoffflasche. Ah ja, und natürlich der Schulranzen: „Wir kommen daher wie Packesel“, sagt Rita Messmer über ihren Job, der sie täglich fordert. Und täglich belohnt mit der Gewissheit, Gutes zu tun.