Spazieren in Riederich
: Wandern im „kleinen Allgäu“ oder der „Hährbiehne“

In Riederich sind praktisch keine Wanderwege beschildert. Mitglieder des Albvereins kennen die Gemeinde und deren Gemarkung wie ihre Westentasche. Zwei Ur-Riedericher verraten ihre schönsten Rundwege um die Gemeinde.
Von
Philipp Steyer-Ege
Riederich
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Heide Riederich

Auf der Heide in Riederich gibt es viele Wanderwege, die teilweise durch den Wald führen. Die Grillstelle am Stadion bietet die perfekte Möglichkeit, einen kurzen Ausflug durch den Wald mit einem entspannten Nachmittag in der Sonne zu verbinden.

Philipp Steyer-Ege
  • Kaum beschilderte Wege: Albvereinsmitglieder teilen Geheimtipps in Riederich.
  • Runde „Hährbiehne“: Start Sportheim, Ermstälerpanorama, 10–15 Höhenmeter.
  • Alternative: Start Eierberg/Industriegebiet, dann 40–50 Höhenmeter.
  • Grillplatz „Auf der Heide“: Aussicht, Rast; Routen Richtung Mittelstadt möglich.
  • „Kleines Allgäu“: Lindenallee unter Gleisen bis Riederich/Bempflingen, bei Nässe meiden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im Frühling zieht es die Menschen nach draußen, auf beliebten Wanderparkplätzen begegnet man dann ganzen Gruppen – und wer die Ruhe in der Natur sucht, der würde da am liebsten direkt wieder umdrehen. Mitglieder des Albvereins allerdings kennen die Region genau und wissen um echte Spaziergang-Geheimtipps in und um Riederich, die es, da nicht sonderlich ausgeschildert, noch zu entdecken gilt.

Hermann Madlehner ist langjähriges Mitglied in der Ortsgruppe Metzingen-Riederich und erzählt von seiner Lieblingsroute an der Heide: „Am Sportheim kann man entspannt parken und kommt dann nach einer Stunde dort wieder heraus.“ Vom Parkplatz aus solle man am Reicheneckersträßle in Richtung Tennisplatz in den Wald hineingehen, aber schon bald links Richtung Metzingen abbiegen. „Oben im Wald laufen sehr viele, den Weg mit Ermstälerpanorama kennen nur wenige, eigentlich schade“, weiß Madlehner. Er vermutet, dass das an der spärlichen Beschilderung der Riedericher Waldwege liegt.

„Dort kommt man dann von oben auf die Hochfläche und kann das ganze Ermstal überblicken“, betont er. Es handelt sich um eine Teilstrecke des Albvereinwanderwegs, mit zugehöriger Sitzbank. „Man läuft über die ehemaligen Riedericher Weinberge“, unterstreicht er. Trotzdem sei die Runde nicht besonders anspruchsvoll: „Wenn man vom Sportheim aus startet, ist es größtenteils ebenerdig mit nur zehn bis 15 Höhenmetern“, erklärt Madlehner. Man könne die Runde auch aus dem Tal im Industriegebiet in Höhe der Firma Reusch beim Eierberg beginnen, dann müsse man allerdings mit einem Höhenunterschied von 40 bis 50 Metern rechnen.

„Das sind alles gut zu belaufende Forstwege, teilweise schmal, aber einigermaßen befestigt“, so der erfahrene Wanderer. Die Gegend ist bei Riederichern als „Hährbiehne“ bekannt, weil dort auf der Hochfläche der „Biehne“, also Bühne, schwäbisch für Dachboden, zwischen den Nuss- und Obstbäumen besonders viele Eichelhähre brüten. Besonders im Frühling empfiehlt er die Runde: Wer mag, kann dem ganzen Albvereinsweg bis Metzingen folgen, einem der wenigen beschilderten Wege.

Das Sportheim am Stadion sei ein guter Startpunkt für verschiedene Routen, weiß auch Eugen Schumacher. Am nahegelegenen Grillplatz „Auf der Heide“ habe man nicht nur eine tolle Aussicht, sondern auch die Möglichkeit für eine kurze Rastpause. Den meisten Spaziergängern würde man in Richtung des Biotops nahe des Tennisheims begegnen: „In der entgegengesetzten Richtung, Richtung Mittelstadt, gibt es aber genauso schöne Rundwege“, betont Schumacher.

Die kleine Runde beginnt laut Schumacher am Parkplatz beim Sportheim, geht in Richtung Mittelstadt durch den Wald und schließlich zurück über Streuobstanlagen, die vor dem Industriegebiet Riederich liegen. Anschließend komme man am Schützenhaus vorbei und zurück zum Parkplatz. Wer eine längere Runde sucht, kann bis zum Mittelstädter Ortsrand spazieren. „Man kann auch im Industriegebiet beim Edeka parken und die Streuobstwege noch mitnehmen, bevor man dann in den Wald kommt“, rät er für eine längere Runde.

Wandern im kleinen Allgäu vor Grafenberg

Auch wenn es am Stadion die größte Auswahl an Wanderwegen gibt, empfiehlt Schumacher für Sonnenliebhaber aber die andere Seite des Dorfes – denn besonders in Richtung Grafenberg finden sich zahlreiche Felder und Obstwiesen. Die leicht hügelige Strecke zwischen dem Neugreuth, Grafenberg und Riederich wird gerne von Fahrradfahrern, Hundebesitzern und Joggern genutzt. Im „kleinen Allgäu“ habe man viele Wandermöglichkeiten: Am schönsten sei allerdings die geschotterte Strecke entlang der Gütle, über den Lindenbach und entlang des Neugreuths bis nach Metzingen.

Als Geheimtipp empfiehlt er eine fast vergessene Runde: „Von der Nordtangente in Metzingen aus kann man unterhalb der Bahngleise eine wunderschöne Lindenallee entlanglaufen“, weiß er. Dazu könne man am Aldi parken, die Nordtangente hinauf und links über die Brücke, vorbei an einem Hühnerhof. Wenn man die Gleise noch rechts neben sich sehen könne, sei man richtig. „In Riederich kommt man dann schließlich in einem Wohngebiet heraus und muss dort einmal unter einer Bahnunterführung hindurch und ins ‚kleine Allgäu‘ hinein abbiegen“, schwärmt er. Für einen Rundweg zurück solle man sich rechts halten, wer den Spaziergang ausdehnen möchte, kann links in Richtung Bempflingen marschieren – bis hin zum Bahnsteig am Bempflinger Ortsrand.

Auch hier legt man kaum Höhenmeter zurück, allerdings ist die Allee schmal, stellenweise dicht bewachsen und nicht befestigt. Bei nassem Wetter ist die Runde nicht zu empfehlen.