Social Media im Lokalsport: Zum sicheren Matchplan in den Sozialen Medien kommen

Ob die Olympia-Einkleidung von Team Deutschland, hier mit Vanessa Voigt, oder der Alltag im lokalen Sportverein und Spielbetrieb: Sportlerinnen und Sportler dürfen nicht kamerascheu sein, denn Dreharbeiten gehören ebenso dazu, wie Trainingseinheiten. Allen voran werden mit den Inhalten die Sozialen Medien bespielt.
Eibner/Franz Feiner- WFV bietet seit 2021 regelmäßig Social-Media-Kurse für Vereine an.
- 13 Kurse liefen, teils zu Spezialthemen wie „Hate Speech“.
- Inhalte: Plattformunterschiede, Tools, Konzept, teils Gratis-App-Vollversionen.
- Fokus auf Grundlagen, Bild- und Urheberrechte als größtes Risiko.
- Beispiel: TSV Möttlingen erzielt bis zu 831.000 Videozugriffe, Kreisliga B.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Soziale Medien und Plattformen sind doch eigentlich ein alter Hut; Facebook beispielsweise wurde im Jahr 2004 gegründet. „Seit 2021 bieten wir regelmäßig Social-Media-Kurse für die Vereine an“, verrät Julia Fischer vom Württembergischen Fußballverband (WFV). Seither sind 13 Kurse für Einsteiger und Fortgeschrittene durchgeführt worden, einige hatten besondere Themen wie „Hate Speech“. Denn es ist eben nur eigentlich so, dass die Sozialen Medien alt sind, und der Umgang mit ihnen will, nein, muss vielmehr erlernt sein. „Meiner Erfahrung nach können Vereine in Sachen Social Media nicht viel falsch machen“, stellt Fischer nachdenklich fest. „Oft kommen die Ehrenamtlichen mit Fragen zu uns, die in Richtung technische Tools gehen. Es geht um das Erstellen von Spieltagsgrafiken oder Arbeitshilfen, um Reels und Videos zu schneiden“, zeigt Fischer relevante Themen auf. Daher seien die Kurse nach wie vor gut besucht und aus Sicht des WFV notwendig.
Traditionsvereine gehen online
Die digitale Welt ist zunächst ein verwirrendes Überangebot an Systemen und Plattformen, erläutert Fischer. Plattformen tauchen auf, boomen und verschwinden. Technische Tools, mit denen Vereine sich ihre Spieltagsgrafiken einrichten, ihren Stil finden, tauchen auf, boomen – und müssen plötzlich bezahlt werden. „Wir müssen unsere Kursinhalte oft anpassen“, gibt Fischer zu, „nicht nur, weil technische Angebote sich ändern, sondern weil auch die Vereine über zunehmend mehr Knowhow verfügen.“ Dennoch gibt es plattformrelevante Unterschiede zu beachten: Facebook funktioniert anders als Instagram oder Tik-Tok, dementsprechend müssen Inhalte aufbereitet sein. Aus diesen Gründen hat sich der WFV darauf spezialisiert, den Vereinen Tricks und Anleitungen zu geben, wie sie an ein gutes Konzept und leicht bedienbare Tools kommen. Vereine haben etwa die Möglichkeit, einige Apps in voller Version kostenlos zu verwenden. Wie genau das geht, ist ebenfalls Teil des Kurses.
„In unseren Schulungen unterstützen wir Vereine dabei, eine eigene Social-Media-Strategie zu entwickeln. Unser Verbandsgebiet ist riesig“, erklärt die WFV-Expertin, „die Bedürfnisse sind entsprechend unterschiedlich. Das zeigt sich besonders im Vergleich zwischen Teams aus Ballungsräumen und Vereinen im ländlichen Raum“, macht sie deutlich. Daher fallen die Empfehlungen, wie das eigene Online-Konzept aussehen sollte, eher allgemein aus. Ein guter Einstieg sind gut planbare Beiträge wie Spieltagsvorschauen, Berichte und Geburtstagsglückwünsche. Das sorgt nach außen schon für ein professionelles Auftreten und gute Reichweiten – so schätzt Fischer unter anderem den Auftritt des SSV Reutlingen auf Instagram ein. Was aber drumherum gemacht wird, da hält sich der Verband heraus.
„Die Erfahrung zeigt aber ganz klar, dass die Vereine, die kreativen und auch mutigen Input auf Social ausprobieren, besonders mit Reichweite belohnt werden“, so Fischer, die diese Beobachtung auch mit einem Beispiel stützen kann: dem TSV Möttlingen aus der Nähe von Calw. Dem kleinen Verein folgen 1244 Menschen; die Videos, die der 121 Jahre alte Verein hochlädt, erzielen viele Tausend Zugriffe. Das beste TSV-Kurzvideo weist 831.000 Zugriffe auf, das Team spielt in der Kreisliga B. „Der Aufwand und die Regelmäßigkeit der Posts müssen zur Größe des Vereins in Relation stehen“, merkt Fischer an, aber diese Zahl nötigt auch ihr viel Respekt ab. Das unterstreicht nicht nur, wie gut das Konzept des Vereins aufgeht, sondern auch, dass es dieses digitale Publikum gibt. „Es ist den Vereinen klar, dass das ihre Zielgruppe ist.“
Digitale Fehler, analoge Konsequenzen
Doch in den Kursen geht es nicht nur um lustige Reels und verpixelte Grafiken. Themen wie „Hate Speech“ und Communitymanagement stehen im Raum, eine Herausforderung aber sind Bild- und Urheberrechte. „Der richtige Umgang mit Fotos und deren Veröffentlichung ist auch ein Bestandteil unserer Schulungen. Wir geben konkrete Hilfestellungen für den Vereinsalltag, denn der sorgfältige Umgang mit Urheberrechten ist kein Nebenthema, sondern Grundlage für eine moderne Vereinskommunikation. Mögliche Folgen können Vereine unvorbereitet treffen – etwa in Form von Abmahnungen oder finanziellen Forderungen bis in den dreistelligen Euro-Bereich“, sagt Fischer. Unbedarft nimmt ein Vereinsmitarbeiter ein Bild aus der Bildersuche im Internet und lädt es auf der Vereinsseite hoch, das kann ein teures Nachspiel haben. Entsprechend ausgiebig thematisiert sie das. „Wir zeigen deshalb typische Stolperfallen auf, um die Vereine bestmöglich zu unterstützen und ihnen Sicherheit im Umgang mit Bild- und Video-Content zu geben“, sagt Fischer, die schon von einigen Fällen mitbekommen hat.
„Die Anmeldezahlen sind gut, in den Grundlagenkursen nehmen vielfach über 100 Menschen teil“, stellt Fischer zufrieden fest. Die Zuhörerschaft ist bunt gemischt: Von jungen Social-Media-Beauftragten bis zu gestandenen Vereinsfunktionären melden sich an. Sogar einen interessierten Ü-Achtziger hat sie schon gesehen. Außerdem richtet sich das Kursangebot an alle drei Verbände, also Württemberg, Baden und Südbaden. Reichweite zu generieren, ist für die Klubs mehr als auch nur Fan-Service: „Ich hätte es zwar noch nicht mitbekommen, dass Vereine sich extra Social Media zulegen, um Sponsoren zu gewinnen“, so Fischer, aber eine gute Online-Präsenz sei unbestritten auch in den Verhandlungen und im Umgang mit Geldgebern attraktiv.
