Schüleraustausch in Römerstein
: Französische Schüler erleben die GMS Vordere Alb

Früher zu Abend essen und später ins Bett gehen: 19 Schüler aus St. Pierre Montlimart haben eine Woche schwäbisches Lebensgefühl hinter sich.
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Von Nicole Wieden
Römerstein
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Manuel Mezger ist seit einem Jahr Französischlehrer an der GMS und hat die Woche vorbereitet.

Nicole Wieden

Also, man geht jeden Tag hin, wenn man etwas lernen will. Oder halt muss, je nachdem“, ertönt es aus den hinteren Bänken im Zimmer der Klasse 7b. Die Beschreibung provoziert unter den französischen Gastschülern schallendes Gelächter, bis schließlich Ines einige Plätze weiter das Wort ergreift und akzentfrei bemerkt, dass es sich bei dem gesuchten Begriff um „Schule„ handeln müsse.

Die Jugendlichen in diesem Klassenzimmer jedenfalls wollen lernen, und zwar die Sprache des jeweils anderen: Eine Woche lang war an der GMS Vordere Alb französischer Besuch im Haus, bis zur Abreise am heutigen Freitagmorgen haben 19 Jugendliche aus St. Pierre Montlimart gemeinsam mit zehn Französischschülern der Gemeinschaftsschule gepaukt, die Region erkundet und ihre Freizeit verbracht.

Am Schüleraustausch beteiligt sind auf deutscher Seite die Klassen 7 und 8, auf französischer dagegen die Stufen 8 und 9. Am 17. März werden die Römersteiner Schüler einen Gegenbesuch abstatten.

Streiks in Frankreich führen zur Terminverlegung

Möglich geworden ist dieses Lernangebot durch das Engagement des Partnerschaftskomitees und durch die finanzielle Unterstützung der Gemeinde, die beispielsweise für die Reisekosten vor Ort aufkommt. Um die Gäste unterzubringen, hatte Französischlehrer Manuel Mezger an der GMS schon im November die Werbetrommel gerührt.

Ursprünglich sollten die französischen Schüler im Dezember anreisen, um die Weihnachtsmärkte auf der Schwäbischen Alb zu erleben.

Dazwischen gefunkt haben allerdings die Proteste gegen die Rentenreform der Regierung Macrons mit zahlreichen Zugausfällen, sodass Mezger und seine Kollegin aus St. Pierre Montlimart, die Deutschlehrerin Magali Cande, den Aufenthalt kurzfristig auf die letzte Januarwoche verlegten.

Schwäbisches Lebensgefühl an der GMS Vordere Alb und im Alltag

Klassischen Unterricht haben die Jugendlichen am Mittwoch und Donnerstag erlebt, seit der Ankunft am vergangenen Freitagabend steht jedoch in erster Linie der kulturelle Austausch im Vordergrund. „Typisch Schwäbisch“ sollte Mezgers einwöchiges Programm aussehen – aus diesem Vorsatz sind Aktivitäten wie eine Ralley durch Böhringen, ein Tagesausflug nach Stuttgart zu den Automobil-Museen oder ein Besuch bei Ritter Sport in Waldenbuch entstanden.

Zum süddeutschen Erlebnis gehört außerdem der Alltag in den Gastfamilien: Im Elternhaus des 13-jährigen Elias etwa sind mit Thomas und Yonis gleich zwei Schüler untergekommen. Die Verständigung funktioniere gut, obwohl Elias erst im vergangenen Jahr mit seiner zweiten Fremdsprache angefangen hat. Werde es zu schwierig, müsse eben das Englische oder das Wörterbuch auf dem Handy herhalten.

Zweisprachiger Unterricht auf Deutsch und Französisch

Abseits der Sprache wundern sich Thomas und Yonis gelegentlich über deutsche Gewohnheiten, etwa über das frühe Abendessen um halb sieben. Dass sie hier später zu Bett gehen müssen, gilt als klares Plus.

Bei seinen Schülern kann Manuel Mezger schon zur Halbzeit des Aufenthalts zufrieden feststellen, dass die gemeinsame Zeit selbst nach nur wenigen Tagen die Lernkurve deutlich hat ansteigen lassen.

„Die erste Hemmschwelle war schnell überwunden und seitdem klappt die Kommunikation sehr gut.“ In einer bilingualen Sprachstunde am Mittwochmorgen helfen Ratespiele und Gruppenarbeit, eine lockere Lernatmosphäre herzustellen. Gespannt sind Mezger und auch Schulleiter Jörg Bizer auf die Beurteilungen der Schüler am heutigen Freitag, kurz bevor sich die Gäste wieder verabschieden. Die positiven Erfahrungen aus den Vorjahren stimmen optimistisch, nicht selten seien am letzten Tag ein paar Tränen geflossen, erinnert sich Bizer zurück.

Besuch in St. Pierre Montlimart

Der Schüleraustausch zwischen Römerstein und St. Pierre Montlimart wird mit 30 Jahren bereits so lange gepflegt, wie die Partnerschaft zwischen den Gemeinden besteht. Angestrebt wird, den engen Kontakt weiter zu pflegen und sich im jährlichen Rhythmus zu besuchen. Genügend Anreize werden schließlich auf beiden Seiten geboten: „Die französischen Kinder hoffen immer auf den Schnee, genauso wie unsere das Meer sehen wollen.“

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Jugendliche, davon 19 Schüler aus Römersteins Partnergemeinde und zehn von der GMS sind am Austauschprogramm beteiligt. Am 17. März wird es nach Frankreich gehen.