Polizeirevier Metzingen
: Neuer Polizeichef für 60.000 Einwohner

Timo Blankenhorn folgt auf Martin Wurz, der in den Ruhestand verabschiedet wurde.
Von
Peter Kiedaisch
Metzingen
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Timo Blankenhorn (links) wird neuer Metzinger Revierleiter, Martin Wurz, sein Vorgänger im Amt, geht in den Ruhestand.

Timo Blankenhorn (links) wird neuer Metzinger Revierleiter, Martin Wurz, sein Vorgänger im Amt, geht in den Ruhestand.

Thomas Kiehl
  • Timo Blankenhorn ist seit Oktober Leiter des Polizeireviers Metzingen, zuständig für 60.000 Bürger.
  • Er folgt auf Martin Wurz, der nach über 41 Dienstjahren in den Ruhestand verabschiedet wurde.
  • Hauptthemen: Sicherheit in der Outletcity und Förderung junger Polizeikräfte.
  • Wurz plant Hobbys wie Gleitschirmfliegen und Motorradfahren zu intensivieren.
  • Outletcity zieht vier Millionen Touristen jährlich an, was die Kriminalitätsrate beeinflusst.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Metzingen hat in Sachen Innere Sicherheit eine Diskrepanz, derzufolge die nackten Zahlen aus der Kriminalitätsstatistik oft genug nichts gemein haben mit dem Sicherheitsgefühl der Einwohner.

Darauf hat, übrigens nicht als Erster und auch nicht zum ersten Mal, Metzingens Revierleiter Martin Wurz zuletzt im Mai hingewiesen. Weil er damals dem Gemeinderat diese Zahlen präsentierte, was zum jährlichen Prozedere eines Polizeichefs gehört.

Die gefühlte Sicherheit ist in Metzingen so wie in anderen vergleichbar großen oder kleinen Städten, resümierte er, denn die Tatsache, dass die Kelternstadt in der Kriminalitätsrangliste den Landkreis Reutlingen anführt, liege an den Ladendiebstählen in der Outletcity.

Besonderheit des Outlets

Bei vier Millionen Jahrestouristen, die nur des Shoppings wegen kommen, addieren sich die Diebstahlsdelikte zu einer erklecklichen Summe. Prozentual gesehen ist allerdings der Anteil unredlicher Outletbesucher gering. Künftig wird Martin Wurz auf diese Metzinger Besonderheit nicht mehr hinweisen. Am Donnerstagnachmittag wurde Wurz nach mehr als 41 Dienstjahren von Polizeipräsident Udo Vogel in den Ruhestand verabschiedet.

Zu einer kleinen Feier kamen außer Polizeipräsident Vogel Tübingens Polizeichef Heiko Kächele (er war in Metzingen der Vorgänger von Wurz), Leiter der 18 Reviere und Einheiten des Polizeipräsidiums sowie weitere Führungspersonen und Weggefährten. Und natürlich der, der bei der Feier ebenfalls im Mittelpunkt stand: Nachfolger Timo Blankenhorn.

Auf Martin Wurz folgt Timo Blankenhorn

Die polizeiliche Laufbahn des 60-jährigen Martin Wurz begann 1984 mit der Ausbildung zum mittleren Polizeivollzugsdienst bei der Bereitschaftspolizei auf dem Lindich in Hechingen. Es folgten Verwendungen bei der Bereitschaftspolizei in Göppingen und dem Polizeirevier Nürtingen. Nach seinem Studium an der Hochschule für Polizei in Villingen-Schwenningen und dem Aufstieg in den gehobenen Polizeivollzugsdienst kehrte er 1995 in den Streifendienst der Polizeireviere Stuttgart-Flughafen und Nürtingen zurück, wo er die Leitung einer Dienstgruppe übernahm. Anfang 1998 wurde ihm dann die Aufgabe des Polizeiführers vom Dienst bei der damaligen Polizeidirektion Esslingen übertragen, bevor er mit weiteren Funktionen innerhalb des Führungs- und Einsatzstabs sowie bei den Polizeirevieren Nürtingen, Esslingen und Filderstadt betraut war. Im Zuge der Polizeistrukturreform wechselte Martin Wurz im Januar 2015 als Leiter der Führungsgruppe zum Polizeirevier Metzingen, mit dessen Leitung er im Februar 2018 beauftragt wurde und die er bis zum Ende seiner dienstlichen Laufbahn innehatte.

Der berufliche Werdegang des 33 Jahre alten Timo Blankenhorn begann im Jahr 2012 mit der Ausbildung zum Polizeikommissar in Göppingen. Nach dem Abschluss des Studiums für den gehobenen Polizeivollzugsdienst an der Hochschule für Polizei in Villingen-Schwenningen wurde er im Jahr 2016 zunächst im Streifendienst des Polizeireviers Kirchheim unter Teck eingesetzt. Nach weiteren Verwendungen im Führungs- und Einsatzstab des Polizeipräsidiums Reutlingen, bei den Polizeirevieren Filderstadt und Kirchheim sowie beim Landespolizeipräsidium im Innenministerium Baden-Württemberg in Stuttgart stieg er im September 2025 nach dem erfolgreichen Masterstudium an der Deutschen Hochschule für Polizei in Münster (NRW) in den höheren Polizeivollzugsdienst auf. Seit dem 1. Oktober 2025 ist Timo Blankenhorn Leiter des Polizeireviers Metzingen und gemeinsam mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die Sicherheit in den Städten Metzingen und Bad Urach sowie den Gemeinden Grafenberg, Riederich, Dettingen an der Erms, Hülben, Römerstein und Grabenstetten verantwortlich. Timo Blankenhorn ist verheiratet und lebt mit seiner Ehefrau im Landkreis Esslingen.

Blankenhorn, er stammt aus dem Kreis Esslingen, hat sich in Metzingen bereits eingelebt. Offiziell ist er seit Oktober des vergangenen Jahres im Amt. Er weiß, was ihn erwartet: „Metzingen hat mit der touristischen Attraktivität ein Thema bezüglich der Inneren Sicherheit“, sagt er. Und verweist auf die Besonderheit der Outlets. „Das muss, soll, will“ er zu einem seiner beiden Schwerpunkte machen. Der andere Big Point ist das Revier selbst. „Wir erleben gerade einen demografischen Wandel“, sagt er mit Blick auf die Altersstruktur im Team. Viele junge Polizistinnen und Polizisten gelte es zu fördern und zu fordern, sagt Blankenhorn.

Auf ihn wartet ein Fulltime-Job, so jedenfalls hat Martin Wurz seine Zeit als Revierleiter in Erinnerung. Ein Job, der auch nach Feierabend und an Wochenenden an einem zehrt und zerrt: „Da hat man Verantwortung für 60 Kolleginnen und Kollegen“, sagt Wurz. Und für 60.000 Einwohner aus Metzingen plus umliegenden Gemeinden, für die das Metzinger Revier zuständig ist.

Und jetzt? Während Timo Blankenhorn für die Sicherheit in Teilen des Ermstals und der Alb sorgt, widmet sich Martin Wurz jenen Dingen, für die er bislang keine oder zu wenig Zeit hatte. Gleitschirmfliegen und Motorradfahren waren ihm bislang liebgewonnene Hobbys. „Die lassen sich gut verbinden“, sagt er: Den Rucksack mit dem Gleitschirm auf dem Rücken, während er mit dem Motorrad in die Berge fährt, dann, so sagt er, „verwirkliche ich zwei Hobbys gleichzeitig“.