Neues Projekt in Bad Urach: Was wünschen sich ältere Menschen?

„Alt werden in Bad Urach – gemeinsam gut gestalten“ heißt das neue Projekt, das die Kurstadt altersfreundlicher und lebenswerter machen soll.
Symbolbild KI generiert- Bad Urach startet das Projekt „Alt werden in Bad Urach – gemeinsam gut gestalten“.
- Eine Umfrage im Februar soll Wünsche und Bedürfnisse der über 60-Jährigen erheben.
- Ziel: altersfreundlichere Angebote wie Fahrdienste, Mittagstische und Ehrenamtsbörsen.
- Ergebnisse der Umfrage werden am 23. März bei einer Auftaktveranstaltung präsentiert.
- Gefördert vom Landesprogramm „Quartiersimpulse“ für bessere Lebensqualität im Alter.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Themen „Einsamkeit“ und „eine älter werdende Gesellschaft“ spielen auch in Bad Urach eine Rolle, und sie werden ernst genommen. Zuletzt seien es unter anderem verschiedene Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern nach Angeboten für ihre Eltern, aber auch Erfahrungen aus der täglichen Arbeit gewesen, die dazu führten, dass man sich intensive Gedanken gemacht habe, erklärt die Stadtverwaltung auf Nachfrage.
Im vergangenen Jahr gab es eine Veranstaltung mit Vertreterinnen und Vertretern aus ganz unterschiedlichen Bereichen, um sich auszutauschen, bestehende Angebote zu benennen und neue Ideen zu sammeln. „Wir haben uns Gedanken gemacht, wie man das Thema am besten angehen kann“, so Thomas Burnikel, Leiter des Bereichs Bürgerdienste. „So entstand dann auch die Idee zu dem Projekt ‚Alt werden in Bad Urach – gemeinsam gut gestalten‘.“
Bei diesem Projekt, das jetzt im Februar mit einer Befragung starten soll, steht die Frage „Wie kann das Leben im Alter gut gelingen?“ im Zentrum. „Alt werden in Bad Urach – gemeinsam gut gestalten“ wird von der Stadt mit Unterstützung des Landes Baden-Württemberg auf den Weg gebracht. Das Besondere daran: Ältere Menschen werden direkt einbezogen und gefragt, welche Unterstützung im Alltag wirklich hilft, wo sich Lücken zeigen und welche nachbarschaftlichen Angebote sie sich in ihrem Umfeld wünschen.
Bereits bestehende Angebote in Bad Urach
Schon jetzt gibt es für ältere Menschen einige Angebote in Bad Urach. Unter anderem der Seniorentreff im Alten Oberamt. Er findet jeden Montag und Donnerstag, jeweils von 14.30 bis 17.30 Uhr statt. Zudem haben die Volkshochschule und der TSV Bad Urach verschieden Aktivitäten und Kurse im in ihrem Programm, die für Senioren und Seniorinnen geeignet sind. Und auch in den einzelnen Teilorten gibt es verschiedene Veranstaltungen, Treffen und Vereinsangebote.
Wünsche und Erfahrungen als Grundlage
In Kürze wird hierzu jeder Einwohner und jede Einwohnerin über 60 Jahre angeschrieben, erklärt Burnikel. Antworten, Erfahrungen und eigene Wünsche können die Seniorinnen und Senioren dann schriftlich oder online über die Homepage der Stadt einreichen. Die Anschreiben werden auch einen QR-Code enthalten.
Die breite Befragung, bei der auch schwer erreichbare Menschen – etwa Personen mit sehr knapper Rente, mit Migrationsgeschichte oder eingeschränkter Mobilität – im Fokus stehen sollen, ist dabei nur eine erste von mehreren Möglichkeiten, sich aktiv einzubringen. „Im Projekt geht es darum, Leitlinien, neue Angebote und verlässliche Unterstützungsstrukturen zu entwickeln“, erklärt Bürgermeister Elmar Rebmann, „und zwar gemeinsam mit denjenigen, die es betrifft: den älteren Menschen in Bad Urach.“ Vorstellen könne er sich beispielsweise Ehrenamtsbörsen, Fahrdienste, Treffpunkte für alle Generationen, Mittagstische und bezahlbare Hilfen im Alltag – natürlich nah am Wohnort und möglichst barrierearm, heißt es in einer Pressemitteilung. „Alle Rückmeldungen werden zur Grundlage für eine neue, quartiersnahe Strategie, die den Alltag im Alter spürbar erleichtern soll.“
Auftaktveranstaltung im März geplant
Die Ergebnisse der Befragung werden am Montag, 23. März, bei einer öffentlichen Auftaktveranstaltung in der Festhalle vorgestellt – „der Beginn einer intensiven Phase der Beteiligung“, so die Stadtverwaltung. Von Mai bis September sind dann in allen Stadtteilen Ehrenamtsbörsen geplant, bei denen Interessierte ins Gespräch kommen, sich informieren und eigene Ideen einbringen können. „So sollen neue Kontakte und tragfähige Formen des freiwilligen Engagements entstehen.“ Anschließend werden die erarbeiteten Angebote erprobt und umgesetzt. „Im Sommer 2027 schließlich wird überprüft, welche der Angebote erfolgreich waren und wie sie dauerhaft in der Stadt umgesetzt werden können – gemeinsam getragen von Verwaltung, Politik und Bürgerschaft.“
Die Stadtverwaltung wird bei diesem neuen Projekt alle Fäden zusammenhalten und dafür sorgen, dass die verschiedenen Bausteine des Projekts ineinandergreifen. Unterstützt wird sie dabei von einem Netzwerk aus Vereinen, Wohlfahrtsverbänden, Ehrenamtlichen und anderen engagierten Gruppen, während die Diakonische Bezirksstelle den gesamten Prozess begleitet. Schon jetzt findet ein Austausch mit allen Glaubensgruppen, dem TSV Bad Urach, der Diakonie, dem Landkreis und dem Pflegestützpunkt statt, berichtet Thomas Burnikel. „Auch erste Kontakte zu interessierten Ehrenamtlichen gibt es bereits.“ Beim jüngst stattgefundenen ersten Treffen des neu gegründeten Arbeitskreises hätten gut 20 Personen teilgenommen, freut man sich bei der Stadt.
Alle Termine, Beteiligungsmöglichkeiten und wichtigen Neuigkeiten zum Projekt werden, so die Verwaltung, fortlaufend in der Bürgerzeitung „Der Uracher“, in der SÜDWEST PRESSE und auf der städtischen Website www.bad-urach.de veröffentlicht. Fragen zum Projekt beantwortet außerdem Ruben Stapelbroek, Leitung Soziales unter Telefon (07125) 15 63 76 oder per E-Mail an stapelbroek.ruben@bad-urach.de.
Unterstützung vom Land
Gefördert wird das Projekt durch das Landesprogramm „Quartiersimpulse“ der Allianz für Beteiligung und des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg. „Quartiersimpulse“ ist Teil der Landesstrategie „Quartier 2030 – Gemeinsam. Gestalten.“ und richtet sich an Kommunen in Baden-Württemberg, die in ihren Quartieren, Stadtteilen und Gemeinden mit Hilfe von Bürgerbeteiligung die Lebensqualität im Alter verbessern wollen.

