Nach Stellenabbau auch in Dettingen
: Voestalpine steigert Gewinn deutlich

Voestalpine führt die Entwicklung auf die breite Aufstellung nach Regionen und Branchen sowie auf Reorganisationsmaßnahmen in schwächeren Geschäftsbereichen zurück.
Von
swp
Dettingen
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Dettingen, Firma Voestalpine erweitert, Millionen für die Logistik, Kompromiss fürs Hochregallager: Blick auf das Außengebäude

Der Konzern Voestalpine hat die Zahl der Beschäftigten konzernweit um 1,8 Prozent gesenkt.

Thomas Kiehl
  • Voestalpine steigert Gewinn deutlich, obwohl in Dettingen Stellen abgebaut werden.
  • In Dettingen/Erms entfallen rund 210 von 650 Jobs – Schließung wird zurückgewiesen.
  • Geschäftsjahr 2025/26: EBITDA 1,5 Mrd. Euro, EBIT 724 Mio. Euro, Umsatz 15,1 Mrd. Euro.
  • US-Stahlzölle von 50 Prozent belasten, doch Bahn- und Luftfahrtaufträge geben Rückenwind.
  • Ausblick 2026/27: erwartetes EBITDA 1,60 bis 1,85 Mrd. Euro – Dividende steigt auf 0,75 Euro.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im Werk Dettingen/Erms baut Voestalpine derzeit massiv Stellen ab, weist aber Spekulationen über eine Schließung zurück. Im Industriegebiet Vogelsang fallen rund 210 der bislang 650 Arbeitsplätze weg, also knapp ein Drittel. Der Personalumbau läuft seit fast einem Jahr; bis Juni sollen die letzten betroffenen Mitarbeiter das Unternehmen verlassen haben, heißt es aus der Konzernzentrale in Linz. Als Grund nennt, wie mehrfach berichtet, Voestalpine den schrumpfenden Automarkt.

Künftig soll sich der Standort stärker auf komplexe Baugruppen konzentrieren. Zugleich verweist der Konzern auf hohe Investitionen und laufende Kundenprojekte in Dettingen. Auch die IG Metall kennt nach eigenen Angaben keine Schließungsszenarien, hält aber weitere personelle Anpassungen für möglich.

Vor diesem Hintergrund meldet der österreichische Stahl- und Technologiekonzern für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025/26 trotz eines schwierigen Umfelds deutlich bessere Ergebnisse.

Zahl der Beschäftigten um 1,8 Prozent gesunken

Voestalpine hat nach eigenen Angaben die Reorganisationsmaßnahmen fortgesetzt, zu denen auch die Neuaufstellung des Bereichs Automotive Components in Deutschland zählt. Konzernweit sank die Zahl der Beschäftigten zum Stichtag 31. März 2026 um 1,8 Prozent auf rund 48.800 Vollzeitstellen.

Das operative Ergebnis (EBITDA) stieg im Geschäftsjahr 2025/26, das vom 1. April 2025 bis 31. März 2026 lief, von 1,3 auf 1,5 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis (EBIT) legte um 59 Prozent auf 724 Millionen Euro zu. Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich auf 587 Millionen Euro, nach Steuern blieben 424 Millionen Euro. Der Umsatz ging dagegen leicht von 15,7 auf 15,1 Milliarden Euro zurück.

Voestalpine führt die Entwicklung auf die breite Aufstellung nach Regionen und Branchen sowie auf Reorganisationsmaßnahmen in schwächeren Geschäftsbereichen zurück. Belastet wurde das Geschäft allerdings durch die seit Juni 2025 geltenden US-Zölle von 50 Prozent auf Stahl. Diese hätten das Ergebnis mit einem hohen zweistelligen Millionenbetrag geschmälert, teilte das Unternehmen mit.

Unterschiedlich entwickelte sich die Nachfrage in den einzelnen Bereichen. Positiv blieben laut Konzern vor allem das Bahngeschäft und die Luftfahrt. Auch im Energiebereich und in Teilen der Automobilindustrie sei die Nachfrage robust gewesen. Schwach blieb das Umfeld dagegen in Bau, Maschinenbau und Konsumgütern. Der Bereich Automotive Components litt weiterhin unter der verhaltenen Fahrzeugproduktion in Europa.

Dividende steigt

Für das laufende Geschäftsjahr 2026/27 erwartet Voestalpine ein EBITDA zwischen 1,60 und 1,85 Milliarden Euro. Der Konzern verweist allerdings auf anhaltende geopolitische Unsicherheiten, volatile Energiepreise und ungelöste Handelskonflikte zwischen Europa und Nordamerika. Den Aktionären soll vorbehaltlich der Hauptversammlung eine Dividende von 0,75 Euro je Aktie gezahlt werden, nach 0,60 Euro im Vorjahr.

Rückenwind bekam Voestalpine durch mehrere Großaufträge. Im Bahnbereich erhielt der Konzern von der Deutschen Bahn und den Schweizerischen Bundesbahnen Aufträge im Gesamtwert von 500 Millionen Euro. Sie umfassen Schienen- und Weichensysteme sowie Signal- und Überwachungstechnik. In der Luftfahrt sicherte sich Voestalpine nach eigenen Angaben Aufträge im Umfang von rund einer Milliarde Euro für die kommenden fünf Jahre, ein großer Teil davon von Airbus. Zudem gewann das Unternehmen im Bereich Hochregallager den bislang größten Einzelauftrag für einen 40 Meter hohen Logistik-Hub in Istanbul.

Parallel treibt Voestalpine den Umbau der Stahlproduktion voran. Beim Klimaprogramm „greentec steel“ seien rund 60 Prozent des Investitionsvolumens von 1,5 Milliarden Euro umgesetzt. In Linz und Donawitz sollen im ersten Halbjahr 2027 je ein Elektrolichtbogenofen in Betrieb gehen. Bis 2029 will der Konzern dadurch seine CO₂-Emissionen gegenüber 2019 um bis zu 30 Prozent senken.

Auch die Finanzlage verbesserte sich. Der Free Cashflow lag bei 537 Millionen Euro. Die Nettofinanzverschuldung wurde trotz hoher Investitionen um 23,4 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro gesenkt. Die Verschuldungskennzahl erreichte laut Unternehmen den niedrigsten Stand seit dem Geschäftsjahr 2005/06.