Nach Brand in Dettinger Kanalisation: Geheimer Unterschlupf in Schacht entdeckt

In einem alten Überlaufschacht geriet ein „Wohnzimmer“ aus Möbeln vom Sperrmüll in Brand. Wer sich hier wohl eingerichtet hat?
Privat- Brand in Dettinger Kanalisation: Möbel in Schacht entdeckt.
- Feuerwehr entdeckt provisorische Wohnung mit Sofa, Matratze und Tisch.
- Vermuteter Bewohner: Obdachloser. Keine Rauchvergiftung gefunden.
- Ursache des Brands unklar, mutwillige Brandstiftung möglich.
- Polizei ermittelt nicht, da keine Straftat erkennbar.
- Tunnel zugeschüttet, Grund unbekannt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Dunkler Qualm zog am Mittwochnachmittag über die Fabrikstraße in Dettingen – ein unheilvoller Anblick, der Passanten dazu veranlasste, einen Notruf abzusetzen. Kurz darauf rückte die Feuerwehr Dettingen an und machte eine ungewöhnliche Entdeckung: Der Brandherd befand sich in einem alten Überlaufschacht. Etwa auf halber Strecke im Tunnel stießen die Einsatzkräfte auf eine provisorisch eingerichtete Wohnung mit Matratze, Sofa und kleinem Tisch. Nachdem der Brand gelöscht war, durchkämmte das Einsatzteam den insgesamt 50 Meter tiefen, drei Meter breiten und zwei Meter hohen Schacht: „Die Gefahr bestand, dass jemand mit einer Rauchvergiftung irgendwo liegt“, erklärte Kommandant Rolf Schäfer auf Anfrage der SÜDWEST PRESSE. Feuerwehr und Polizei vermuten, dass darin ein Obdachloser gehaust haben könnte.
„Das dreiteilige Sofa trägt keiner aus Jux 30 Meter in den Schacht rein“, so Schäfer. Letztendlich wisse man aber nicht, wer im Schacht ein und aus ging, ergänzt der Feuerwehrkommandant. Was klar ist: „Der Sachschaden ist hier gleich null“, sagt er. Die Möbel wurden wohl vom Sperrmüll mitgenommen.
Zu stickig zum Rauchen
Eine Brandursache ist den Beamten und der Feuerwehr nicht bekannt. Auf die Rückfrage, ob das Feuer durch eine Zigarette hätte entfacht werden können, erwiderte Schäfer: „Die Luft da drin ist so schlecht, man hat keinen Abzug. Ich bezweifle, dass jemand dort geraucht hat.“ Er könne sich hingegen vorstellen, dass das Mobiliar sogar mutwillig angezündet wurde. Pressesprecher Michael Schaal des Polizeipräsidiums Reutlingen teilte mit, dass in dieser Sache nicht ermittelt wird, da keine Straftat erkennbar ist.
Das Rohr des Überlaufschachts reiche eigentlich bis zum Wasserschlössle, wo das Wasser in die Erms geleitet wird. Jedoch ist der Tunnel ab etwa 50 Metern zugeschüttet – „Wie es dazu kam, weiß keiner, denn es ist nirgends vermerkt“, erklärt Schäfer, der es jedoch für denkbar hält, dass es im Zuge eines Umbaus passiert ist.

