Wissen Sie, welche die einzige Beerensorte im Metzinger Weinberg ist, die beim Pressen tatsächlich roten Saft ergibt? Es ist der Cabernet Mitos, der der Familie der Färbertrauben angehört.
Diese und zahlreiche andere Informationen bekamen 40 Leserinnen und Leser der SÜDWEST PRESSE mit den Ausgaben Metzinger-Uracher Volksblatt/Der Ermstalbote, Reutlinger Nachrichten, der Alb Bote und Hohenzollerische Zeitung im Rahmen einer Mehrwerttour mit ihrer Heimatzeitung durch das Metzinger Weinanbaugebiet.
Tatsächlich weist dieses Gebiet einige Besonderheiten auf. Gemeinsam mit Neuffen ist es das höchstgelegene und das südlichste Weinanbaugebiet in Württemberg. Fast einmalig ist die Bodenbeschaffenheit am Hang des ehemaligen Vulkanberges. Der Basalttuff, der auf dem typischen Braunjura aufliegt, bietet einige Vorteile.
Er speichert zum Beispiel Wärme. Der lockere Untergrund ermöglicht es den Wurzeln der Weinstöcke, bis in eine Tiefe von zwölf Metern zu wachsen, was speziell in trockenen Jahren wie diesem die Wasserversorgung der Pflanzen sicherstellt. Und nicht zuletzt die Lage im Ermstal macht die beiden Metzinger Weinberge zu einem exzellenten Anbaugebiet: Der Windzug sorgt für ein rasches Abtrocknen von Regen- und Tautropfen, sodass die Gefahr der Fäulnis deutlich reduziert ist.
Ja, die Metzinger dürfen stolz sein auf ihren Wein und ihre Wengerter. Rund 100 davon gibt es noch, etwa 32 Hektar groß ist die Anbaufläche. Ständig ist man bei der Weingärtnergenossenschaft um eine Weiterentwicklung bemüht. Bio-Wein, pilzwiderstandsfähige Sorten und ausschließlich Qualitätsweine sind Punkte, auf die die Wengerter in Metzingen und Neuhausen setzen.
Mit Vorliebe erzählen die Weinführer des Förderkreises Metzinger Keltern (FMK) von den Vorzügen der Hofsteige-Produkte, auch die Leser der SWP wurden von Kurt Mende und Günther Weiblen vom FMK durch die Landschaft geführt, was trotz zwischenzeitlichen Regens eine kurzweilige und informative Angelegenheit war. Fast ungläubig wurden einzelne Trauben des Trollinger im Refraktometer geprüft und mit einem extrem guten Wert von 82 Oechsle gemessen.
Mende und Weiblen konnten freilich noch von einer weiteren Metzinger Weltsensation berichten, denn ein Ensemble, wie die sieben  Keltern an einem Platz, gibt es weltweit sonst nicht zu besichtigen. Umso besser schickt es sich an, wenn der 1974 gegründete FMK in einer dieser Keltern ein Weinbaumuseum betreibt, in dem es sich nach einem Weinberg-Rundgang vorzüglich speisen und natürlich den Wein verkosten lässt, über den man zuvor so viele Hintergrundinformationen erhalten hatte.
So durfte auch die vierte Mehrwerttour rund um den Metzinger Wein wieder als vollauf gelungen bezeichnet werden, einer fünften Auflage zur nächsten Lese dürfte nicht viel im Wege stehen.