Mehrwerttour Burg Hohenzollern
: Wo mancher Kaiser tatsächlich zu Fuß lang ging

Die Leserinnen und Leser der SÜDWEST PRESSE-Mehrwerttour wandelten auf vergangenen königlich-kaiserlichen Spuren.
Von
Larissa Renz
Burg Hohenzollern
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  • Höher hinaus als der Rundgang am Flaggenturm geht es nicht. In jede Himmelsrichtung bis in die weite Ferne liegt einem das Land zu Füßen.

    Höher hinaus als der Rundgang am Flaggenturm geht es nicht. In jede Himmelsrichtung bis in die weite Ferne liegt einem das Land zu Füßen.

    Kiehl Thomas
  • Die Erkundung beginnt im Burghof.⇥

    Die Erkundung beginnt im Burghof.⇥

    Kiehl Thomas
  • In vielen Bögen führt der Weg zum Eingangsportal.

    In vielen Bögen führt der Weg zum Eingangsportal.

    Kiehl Thomas
  • Der Stammbaum der Familie füllt einen eigenen Raum.

    Der Stammbaum der Familie füllt einen eigenen Raum.

    Kiehl Thomas
  • Die gesamte Anlage wird schon für die Advents- und Weihnachtszeit geschmückt.

    Die gesamte Anlage wird schon für die Advents- und Weihnachtszeit geschmückt.

    Kiehl Thomas
  • Alle Teilnehmer strotzten der Kälte und den Höhenmetern auf dem Weg zur Burg.

    Alle Teilnehmer strotzten der Kälte und den Höhenmetern auf dem Weg zur Burg.

    Kiehl Thomas
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Milde, Gerechtigkeit oder Weisheit wurden in früheren Tagen als königliche Tugenden aufgezählt. Dass diese Liste unvollständig ist, zu dieser Überlegung kam auch der eine oder andere Teilnehmer der Mehrwerttour. Auf dem Weg zur Burg mussten die Leser von Metzinger-Uracher Volksblatt/Der Ermstalbote, Alb Bote, Reutlinger Nachrichten, Hohenzollerische Zeitung und SÜDWEST PRESSE Zollernalbkreis pfeifendem Wind und frühwinterlicher Kälte strotzen – neben der Ausdauer bewerben sich auch die Neugier und Freude um einen Platz in dieser Liste.

Mit jedem Bogen, den sich der Weg zu dem alten Gemäuer hinauf wand, schwelgten die Teilnehmer entweder in Erinnerungen an frühere Besuche oder staunten bereits über das alte Geschütz oder die wunderschöne Aussicht über das Umland.

Nach kurzer Begrüßung durch die Tourguides Andrea Kuster und Thorben Buckenmaier, begann dann die Zeitreise, wortwörtlich, einmal quer durch alle Räume. Und mit jedem Raum gaben sowohl die Burg Hohenzollern als auch die namensgebende Dynastie, ihre Geheimnisse preis.

Eine kurzweilige Reise durch die Zeit

Mit aufgestellten Krägen wurde vom höchsten Turm, dem Flaggenturm, in die Weite gespäht, bevor sich die Gruppe auf einem alten Dachboden wiederfand.

Was haben denn Könige und Kaiser, oder genauer gesagt ihre Bediensteten, alles dort aufbewahrt? Neben Gegenständen, wie einigen Möbeln, ließ Thorben Buckenmaier neuzeitliche Werkzeuge herumgehen und verwies auf die riesigen Kurbeln, mit denen man bis heute die Kronleuchter nach oben und unten dreht.

Schrittweise, Wendeltreppen auf- und absteigend, eröffneten sich den Lesern die privaten und intimeren Plätze, an denen die Hohenzollern schliefen, lasen, ihre Gäste empfingen, auf ihrer eigenen Empore sakralen Gesängen lauschten oder wohl selbst versuchten, ihren gigantischen Stammbaum nachzuvollziehen.

Was den Teilnehmern der Mehrwerttour große Augen bescherte, wusste Thorben Buckenmaier zu erzählen, war für die verantwortlichen Hohenzollern-Könige und späteren Kaiser mehr oder weniger ein Prestige-Projekt.

Der Bauvater, Friedrich Wilhelm IV., verwirklichte sich ab 1850 den Traum, am Stammsitz der Familie Hohenzollern, eine neue Burg zu bauen. Erstaunlicherweise, schilderten Kuster und Buckenmaier, war der „Burgenverschleiß“ in Hechingen ungewohnt groß. Burg Hohenzollern ist nämlich bereits die dritte ihrer Art.

Prestige-Projekte der Neuzeit

Die erste Burg aus dem 11. Jahrhundert war noch ein wichtiger machtpolitischer Standort, sie wurde 1432 erobert und zerstört.

Zwar war die zweite Burg deutlich wehrhafter, aber über die familieninterne Priorität dieser Anlage gibt die Tatsache Auskunft, dass die zweite Burg nicht ausreichend instand gehalten wurde und sie als totale Ruine endete.

Und auch Friedrich Wilhelm IV. war mit seinen baulichen Vorhaben allein auf weiter Flur. Als er starb, war die Burg noch nicht fertig. Das Interesse der Leser haben alte hohenzollerische Kaiser und Könige wie Wilhelm I. und II. nicht geteilt.

Mit welcher Intention trotzdem weiter gebaut wurde, das sind Rätsel und Fragen für Experten wie Andrea Kuster und Thorben Buckenmaier.

Bevor man sich Ende der beeindruckenden SÜDWEST PRESSE–Mehrwerttour, dank des Aufzugs einen Teil des Fußmarsches zum Parkplatz sparte, gab es noch einen letzten Blick auf royalen Prunk.

Ein krönender Abschluss

Militärische Orden, Tabatieren von Friedrich dem Großen, Schwerter, Degen, Trauringe, Gehstöcke, drei Kronen funkelten aus allen Richtungen der Schatzkammer. Nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was sich noch an Schätzen und Erbstücken in Familienbesitz befindet.

Zwischen erstem Schmuck und glitzernder Zierde für den „Königlichen Winterzauber“, der besonderen Weihnachtsaktion in und vor dem Gemäuer, kamen alle Teilnehmer wieder in der Gegenwart an.

„Im Winter ein Kühlschrank, im Sommer eine Sauna“, hatte Thorben Buckenmaier den Charakter der Burg treffend zusammengefasst, so manches Mal hatte man den Wind um die Türme pfeifen hören.

Für die Dauer der Mehrwerttour aber war sie auch das Zuhause vieler Kopfkinos, wie die Könige, Kaiser und ihre Familien zu Fuß durch die Gänge streiften.

Aufgetischt

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