Notaufnahme abgemeldet
: Reutlinger Klinikum läuft für zwei Stunden auf Notstrom

Das Klinikum am Steinenberg musste am Dienstagabend, 23. Juli, kurzzeitig auf Notstrombetrieb umschalten - die Notaufnahme war abgemeldet. Was war passiert?
Von
Mathias Grimm
Reutlingen
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Wie sieht die Gesundheitsvorsorge im Landkreis für die Zukunft aus? Landrat Dr. Ulrich Fiedler und die Geschäftsführung der Kreiskliniken stellten jetzt das Medizinkonzept 2030 vor.

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Die Notaufnahme der Reutlinger Kreiskliniken war am Dienstag, 23. Juli, kurzzeitig abgemeldet. Grund war ein Problem mit der Stromversorgung.

Kreiskliniken Reutlingen

Am Dienstagabend, 23. Juli, kam es zu einem Problem in der Stromversorgung am Klinikum am Steinenberg. Während einer geplanter Erneuerung eines Stromwandlers in Kooperation mit den Stadtwerken Reutlingen sind Probleme aufgetreten. Ein Defekt eines Steuerschranks verursachte einen Ausfall der Kühltechnik von Serverräumen sowie wichtiger medizinischer Geräte. Die geplanten Erneuerungsarbeiten wurden zur Sicherheit der medizinischen Versorgung abgebrochen, um in die reguläre Stromversorgung zurückzukehren.

Ein möglicher Zustand, den das Personal der Kliniken immer wieder probt, erklärt Kliniksprecher Christian Hirtz auf Nachfrage dieser Zeitung. "Das ist ein eingespieltes Team für eine solche Situation. Zudem kam das Problem ja nicht gänzlich überraschend auf uns zu", sagt Hirtz.

Die wohl wichtigste Maßnahme innerhalb der zwei Stunden: Die Notaufnahme des Klinikums war über diesen Zeitraum abgemeldet. Der Rettungsdienst hatte in der Zeit bevorzugt umliegende Kliniken angefahren. Es bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung der Patienten. Das sei die Standardprozedur, so Hirtz. Zudem würden extreme Notfälle, wenn sich beispielsweise ein Patient oder eine Patientin mit einem offenen Bruch oder Ähnlichem an der Notaufnahme einfinden würde, keineswegs trotz der abgemeldeten Notaufnahme abgewiesen.

Mit den weltweiten IT-Ausfällen und Pannen der vergangenen Woche oder einem Hackerangriff hat der Notstrombetrieb an den Kliniken nichts zu tun gehabt.

Durch den Neustart aller Systeme waren die Kreiskliniken mit dem Klinikum am Steinenberg nach gut zwei Stunden wieder im Normalbetrieb. Solche Situationen werden durch die Einberufung eines Krisenstabs gemeistert – durch klare Priorisierung und eingeleitete Maßnahmen wird die Patientensicherheit gewährleistet.

„Die außerordentlichen Situationen wurden Dank aller Beteiligten hervorragend gemeistert. Insbesondere durch die Mitarbeitenden, die Bereitschaft gezeigt haben, ihre Schicht zu verlängern oder zur Unterstützung in die Klinik gekommen sind.“ sagte Dominik Nusser, Geschäftsführer der Kreiskliniken Reutlingen.

Dass der Notstrombetrieb und die damit verbundene Abmeldung der Notaufnahme in Reutlingen nicht über die Notfall-Informations- und Nachrichten-App (NINA) verbreitet wurde, ist laut Kliniksprecher Hirtz das normale Vorgehen. Das Ausspielen per App würde in der Regel vom Land erfolgen und werde vom Land koordiniert.