Kunstausstellung in Metzingen
: Die Stadthalle wird für ein Wochenende zur Galerie

Metzinger Hobby- und Berufskünstler präsentieren ihre Arbeiten: Skulpturen aus Holz und Bronze, Epoxidharz-Collagen, Upcycling-Taschen aus Jeansstoff, Acryl- und Aquarellgemälde – und vieles mehr.
Von
Philipp Steyer-Ege
Metzingen
Jetzt in der App anhören
Statuen, Bilder und eine Vielzahl an anderen Kunstwerken: In der Stadthalle kann man an diesem Wochenende die Werke der Metzinger Künstler begutachten.

Statuen, Bilder und eine Vielzahl an anderen Kunstwerken: In der Stadthalle kann man an diesem Wochenende die Werke der Metzinger Künstler begutachten.

Thomas Kiehl
  • Stadthalle Metzingen wird am Wochenende zur Galerie – Eintritt 11–17 Uhr kostenlos.
  • 32 Hobby- und Berufskünstler zeigen Gemälde, Skulpturen und mehr; Eröffnung Freitag 19 Uhr.
  • Seit 1989 im Dreijahrestakt organisiert; Werke können zu festen Preisen gekauft werden.
  • Künstlerinnen und Künstler: u. a. Gerda Ott, Vitalia Glöckler, Heidi Huber, Wilfried Reiff.
  • Erstmals seit 2015 stellen auch Kinder aus Workshops der Kunst-Werkstatt in der Bücherei aus.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Gerda Ott stellt ihre großformatigen Acrylbilder und Holzskulpturen bereits seit vielen Jahren in Metzingen aus. Ihr Hobby hat sie über die Zeit in zahlreichen Workshops weiterentwickelt, immer auf der Suche nach neuen Inspirationen und Techniken. „Ich bin rastlos und sprudle vor Vielfalt und Ideenreichtum über, vor allem wenn ich mal krank bin. Die Ausstellung ist auf jeden Fall ein Anreiz, mal wieder etwas Neues zu probieren“, sagt Ott. Für sie sei der „Wow-Effekt“ der Besucher besonders motivierend: „Toll, du hast ja schon wieder etwas Neues gemacht, diese Reaktion bekomme ich oft.“

Eine Würdigung der Metzinger Kunstschaffenden

Genauso vielfältig wie die Metzinger Künstler sind auch ihre Werke – das beweist die Ausstellung „Metzinger Künstlerinnen und Künstler“ in der Stadthalle. Bis Sonntagabend stellen dort 32 Hobby- und Berufskünstler ihre Gemälde, Figuren und sonstige Projekte vor. Am Freitagabend um 19 Uhr wird die Ausstellung eröffnet. Das gesamte Wochenende über können Interessierte die Veranstaltung von jeweils 11 bis 17 Uhr kostenlos besuchen.

Seit 1989 organisiert die Stadt das Event im Dreijahrestakt, mehr hält Christina Löffler vom Fachbereich Schule, Kultur und Sport auch nicht für sinnvoll. „Das Event ist gut nachgefragt, wir wollen auch nicht, dass es sich totläuft. Außerdem ist eine sporadische Ausstellung für viele Künstler ein Anreiz, wieder mehr zu schaffen“, betont sie.

Gerda Ott ist immer auf der Suche nach neuen Techniken. Für sie ist Kunst nicht nur schön anzuschauen, sondern ein Ventil für ihre kreative Energie und eine Chance, ihre Gedanken zu sortieren und Form zu verleien.

Gerda Ott ist immer auf der Suche nach neuen Techniken. Für sie ist Kunst nicht nur schön anzuschauen, sondern ein Ventil für ihre kreative Energie und eine Chance, ihre Gedanken zu sortieren und Form zu verleien.

Thomas Kiehl

Solch ein Rahmen erlaube den Menschen, sich und ihre Arbeit zu präsentieren. „Besonders Künstler, die sonst vielleicht nie ausstellen würden, bekommen hier die Möglichkeit, sich trotzdem einmal in Szene zu setzen“, weiß sie. Es wäre auch zu schade, die Kunstwerke im Keller oder Atelier verstauben zu lassen: Aus diesem Grund können die Ausstellungsstücke auch zu festen Preisen erworben werden.

Wer also am Sonntagabend beim Umherschlendern einen kleinen roten Punkt neben der Beschilderung des Lieblingsstücks entdeckt, weiß, dass man in drei Jahren besser schon früher kommen sollte – die Stücke seien nämlich beliebt, ergänzt Löffler.

Rolf Lutz erschafft Epoxidharz-Collagen. 3D-Bilder, bei denen die Motive in der Zeit eingefroren wurden.

Rolf Lutz erschafft Epoxidharz-Collagen. 3D-Bilder, bei denen die Motive in der Zeit eingefroren wurden.

Thomas Kiehl

Ausstellen dürfen Mitglieder des Vereins „Kunstraum Metzingen“ und Bürger der Kelterngemeinde. „Zum ersten Mal seit 2015 haben wir auch wieder Kinder, die ausstellen“, unterstreicht Löffler. Entstanden sind deren Werke unter der Leitung der Künstlerin Barbara Wünsche-Kehle von acht Kindern ab sechs Jahren. Der Workshop der Kunst-Werkstatt in der Bücherei, der mit Wachskreiden und wasservermalbaren Kreiden arbeitete, sei sofort ausgebucht gewesen.

Normalerweise sei die Partnergemeinde Noyon aus Frankreich auch eingeladen, könne aber aufgrund von Kommunalwahlen dieses Jahr nicht teilnehmen, bedauert Löffler.

Jeder Künstler mit einer eigenen Beziehung zur Kunst

Zuwachs hat die Veranstaltung aber aus den Metzinger Reihen bekommen. In diesem Jahr seien sechs bis sieben neue Aussteller dabei, so Löffler. Eine davon ist Vitalia Glöckler, die mit ihrer abstrakten Malerei psychologische Beratung mit Kunst verknüpft. „Ich habe meinen eigenen Stil entwickelt, den meisten Gemälden gebe ich durch Kaffeesatz Struktur“, erklärt Glöckler.

Vitalia Glöckler gibt ihren Bildern durch Kaffeesatz Struktur: Dabei greift sie zufällig zu Farben und nutzt den Schaffensprozess zur psychologischen Transformation.

Vitalia Glöckler gibt ihren Bildern durch Kaffeesatz Struktur: Dabei greift sie zufällig zu Farben und nutzt den Schaffensprozess zur psychologischen Transformation.

Thomas Kiehl

Sie sieht im Schaffensprozess selbst ein Potenzial – eine Chance zur Transformation. „Wenn ich mir überlege: ‚Wo komme ich emotional her?‘ und dann ‚Wo will ich hin?‘, verändert sich etwas in mir“, betont sie. Farben nehmen, ohne nachzudenken, und einfach drauflosarbeiten: Das sei der Zwischenweg, auf dem Leichtigkeit entstehe, auf dem sich etwas transformieren könne, besonders bei sehr strukturierten Menschen. „Die Lösung entsteht einfach“, weiß Glöckler.

Länger dabei ist Heidi Huber. Sie hat das Aquarell der bunten Metzinger Keltern auf den Werbeplakaten geschaffen. Besonders Blumen und Landschaften haben es ihr angetan. Die Leidenschaft für die Kunst hatte sie allerdings nach dem Tod ihres Sohnes entdeckt. „Das war vor 40 Jahren. Ich habe damals ein Porträt nach Vorlage eines Fotos versucht, um das alles zu verarbeiten“, erklärt sie. Danach habe sie sich motiviert gefühlt, selbst Kurse zu besuchen. Seit damals sei zwar einiges an Aquarellen zusammengekommen, immer öfter lasse sie sich jetzt von ihrem Mann inspirieren. „Er hat eine Behinderung und malt besonders poppig und bunt, er stellt hier auch aus“, sagt sie.

Heidi Huber erschafft besonders gerne Aquarelle: Von ihr ist die bunte Kelter auf dem Logo der Veranstaltung. Ihr Mann hat eine Behinderung und malt mit Acryl. Seine Arbeit inspiriert Huber sich selbst auch poppig und bunt zu versuchen.

Heidi Huber erschafft besonders gerne Aquarelle: Von ihr ist die bunte Kelter, das Logo der Veranstaltung. Ihr Mann hat eine Behinderung und malt mit Acryl. Seine Arbeit inspiriert Huber sich selbst auch poppig und bunt zu versuchen.

Thomas Kiehl

Wilfried Reiff liebt es ebenfalls, mit Holz zu arbeiten. Neben Kettensägen-Skulpturen aus Holz ist er besonders fasziniert von Farbholzschnitten und Radierungen. In Metzingen hat er noch nie ausgestellt, obwohl er seit mehr als 40 Jahren mit dem Medium arbeitet. „Ich liebe Farbe und Holz, umso mehr in Zeiten dieser düsteren Welt“, unterstreicht er. Besonders Emotionen sollen durch seine Werke kommuniziert werden: Menschlichkeit, Bewegung und Liebe sind seine Hauptmotive.

Wilfried Reiff (rechts) liebt es, mit Holz und leuchtenden Farben zu arbeiten. Seine Farbholzschnitte sollen primär Emotionen transportieren und Menschlichkeit abbilden.

Wilfried Reiff (rechts) liebt es, mit Holz und leuchtenden Farben zu arbeiten. Seine Farbholzschnitte sollen primär Emotionen transportieren und Menschlichkeit abbilden.

Thomas Kiehl