Kulturforum in Metzingen: Megablocks für große Abende

Das Kulturforum wird zur festen Institution in der Stadt. Diesen Sommer gab es einen Besucherrekord.
Kufo Metzingen- Das Kulturforum Metzingen meldet Rekordsommer: 2300 Besucher bei den Open-Air-Konzerten.
- Die Bühne steht vor dem Kufo, der Gehweg ist „Konzertsaal“ – die Straße bleibt befahren.
- Stadt unterstützt mit Vereinsförderung und Megablocks, die die Fläche zur Sicherheit abgrenzen.
- Konzept: kostenlose Freiluftmusik, Bands aus Baden-Württemberg und breite kulturelle Vielfalt.
- Kufo plant 88 Veranstaltungen dieses Jahr; Herbst- und Winterprogramm liegt als Flyer aus.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Nicht jeden Freitag, aber immer freitags laden die Macher des Kulturforums in der Metzinger Eisenbahnstraße zu ihren Open-Air-Konzerten. Das sechste Jahr mit Freiluftmusik ist gerade zu Ende gegangen. Am Freitag haben Raising Crown Coverversionen von Status Quo, Toto, Nena und anderen gespielt. Vor einem Publikum, das mit Vorfreude aufs kommende Jahr zufrieden nach Hause gegangen sein wird.
Schon vor dem Konzert war klar, dass dieser Sommer seine Vorgänger schlagen würde können. Jedenfalls, wenn Zahlen für sich sprechen dürfen. Vergangenes Jahr hat es 1500 Besucher an die vielleicht ungewöhnlichste Location weit über die Region hinaus gezogen.
Dieses Jahr waren es 2300. Ein Rekord, über den sich Harald Hug und Susanne Hoppenkamps vom Vorstand des Kulturforums freuen (Elke Kapp und Sylvia Rottweiler haben beim Pressetermin gefehlt).
Schokolade für den Busfahrer
Warum ungewöhnlicher Ort? Das muss man nur denen erklären, die noch nie dabei waren. Die Bühne der Bands ist eine kleine Terrasse vor dem Kulturforum, im Jargon seiner Fans nur Kufo genannt. Der Konzertsaal ist der Gehweg davor. Dazu kommen Bereiche jenseits der Eisenbahnstraße. Die freilich wird während des Konzerts befahren. Auch von Stadtbussen, deren Fahrer dem Vernehmen nach schon mal bei offener Scheibe mitsingen. Jedenfalls nehmen sie Rücksicht, weswegen es von den Kufo-Leuten gelegentlich eine Schachtel Schokokonfekt als Dankeschön gibt.
Die Stadt Metzingen unterstützt die Konzerte in zweierlei Hinsicht. Erstens zusammen mit dem Landkreis finanziell. Das firmiert unter Vereinsförderung. Zweitens haben Ordnungsamt und Bauhof sogenannte Megablocks entlang der Gehsteigkante aufgestellt. Zur Sicherheit. Was derzeit also nach einer Dauerbaustelle aussieht, ist nur die Abgrenzung zum öffentlichen Bereich.
Zwischen Kufo und Abgrenzung hat es Platz für etwa 150 Gäste. Alle, die eine jenseitige Position einnehmen, sind Zaungäste des Geschehens, jederzeit willkommen und dürfen sich im Kufo Getränke mit rausnehmen, auch im Glas. Sie handeln freilich auf eigene Gefahr, sind aber, das zumindest bekräftigen die Kufo-Mitarbeiter (15 Aktive sind es derzeit), höflich, räumen nach dem Konzert auf und sorgen nur für gute Stimmung.
Als am Freitag gegen 22 Uhr der Kufo-Sommer zu Ende gegangen war, gab es aus dem Auditorium noch Worte des Lobes: Das Open-Air an der Eisenbahnstraße sei das beste, schönste und abwechslungsreichste der Region, hieß es. Andere Komplimente der Gäste: „Megastark, sensationell und super geil.“ Das hört Susanne Hoppenkamps gerne, „wir sind so happy.“
Weitere Helfer sind dem Verein, der etwa 100 Mitglieder hat, jederzeit willkommen. Es gibt halt viel zu tun, etwa Stühle aufstellen, Flyer verteilen und an der Theke mithelfen. Und das ist nicht nur auf den Open-Air-Sommer beschränkt. Das Kufo stemmt 88 Veranstaltungen dieses Jahr. Die Bordsteinkonzerte sind nur die bekanntesten, aber auch die aus finanzieller Sicht wichtigsten.
Deren Geheimrezept verrät Dr. Harald Hug, Elektrotechniker und musikalischer Kopf der Truppe. Er, der in jungen Jahren selbst in einer Band spielte (unter anderem Saxophon), kennt bei der Auswahl der Bands nur eine Regel: „Sie sollten aus Baden-Württemberg stammen, dann bringen sie auch ihre eigenen Fans mit.“ Und sie benötigen kein Hotel, können abends heimfahren und sind dadurch nicht so teuer. Ansonsten belässt es Harald Hug bei musikalischer Abwechslung, das Genre betreffend, und bei zwei Limits: gutem Geschmack und demokratischem Leitfaden. Kultur für alle soll es sein, „Breitenkultur, nicht Hochkultur“, sagt Hug und scheut den Vergleich mit Spitzen- und Breitensport keineswegs. Das Konzept geht auf. Als nur eine von drei Kultureinrichtungen in der Region (neben dem Aldler Meidelstetten und dem Franz K. in Reutlingen) wurde das Kufo als staatlich anerkanntes soziokulturelles Zentrum in einen elitären Kreis aufgenommen.
Jetzt freuen sich die Kufo-Macher auf die Zeit nach den Bordsteinkonzerten. Das Programm für Herbst und Winter liegt bereits als Flyer in der Stadt aus.

