Hugo Boss Bilanz 2021: Streben nach Rekord trotz Ladenschließungen in Russland

Daniel Grieder, Vorstandsvorsitzender von Hugo Boss, während der Bilanzkonferenz.
Bernd Weißbrod- Hugo Boss stoppt seit Mittwoch jegliches Geschäft in Russland – Einzelhandel und Online-Verkauf.
- 2021 stieg der Umsatz währungsbereinigt um 43 % auf 2,786 Milliarden Euro – fast Vor-Pandemie-Niveau.
- Markenerneuerung und Wachstumsstrategie kurbelten den Absatz an – Rekordumsatz 2022 angestrebt.
- Ziel 2022: Umsatz von 3,1 bis 3,2 Milliarden Euro, operatives Ergebnis soll um 10 bis 25 % steigen.
- Dividende von 70 Cent je Aktie geplant – Aktienkurs fiel dennoch um 9 % im Vergleich zum Vortag.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Seit Mittwoch ruht für Hugo Boss auf russischem Boden das Geschäft: Sowohl im Einzelhandel als auch im Internet habe der Modekonzern aus Metzingen jegliche Aktivität eingestellt, obschon sich der Konzernumsatz des vorangegangenen Geschäftsjahres immerhin zu drei Prozent aus dem Handel in Russland und der Ukraine speiste. „Das Unternehmen wird alle davon betroffenen Mitarbeiter finanziell und operativ unterstützen und in engem Austausch mit seinen Geschäftspartnern bleiben“, kündigte das Unternehmen in einer Pressemitteilung am Donnerstagmorgen an, bevor man einige Stunden später per Digitalkonferenz das Gesamtjahresergebnis 2021 präsentierte. Gegenwärtig sei man überzeugt, das durch den Ukraine-Krieg entfallende Geschäft auf anderen Märkten ausgleichen zu können.
Nur ein Prozent unter Vor-Pandemie-Niveau
Schon im Januar hatte Hugo Boss angekündigt, seinen Umsatz deutlich gesteigert zu haben. Während sich der Konzernumsatz 2020 auf 1 946 Millionen Euro belief, erzielte Hugo Boss 2021 einen währungsbereinigten Anstieg von 43 Prozent auf 2 786 Millionen Euro. Damit kann das Unternehmen nahezu an das Niveau vor Ausbruch der Pandemie anknüpfen, während man ursprünglich lediglich 40 Prozent avisiert habe. Das operative Geschäftsergebnis ist auf 228 Millionen Euro gestiegen (2020: -236 Millionen).
Umfassende Markenerneuerung
Antrieb dieser Entwicklung sei im Wesentlichen eine merklich verbesserte globale Verbraucherstimmung ab dem zweiten Quartal. Ab der Jahreshälfte habe die neu implementierte Wachstumsstrategie mit diversen Marken-, Produkt- und Vertriebsinitiativen den Absatz angekurbelt: „Die äußerst erfolgreiche Markenerneuerung und die laufenden Investitionen werden ‚’Boss’ und ‚Hugo’ noch relevanter machen. Wir haben alle Voraussetzungen für einen Rekordumsatz im Jahr 2022 geschaffen. Als Team kommen wir unserem Ziel deutlich näher, eine der 100 weltweit führenden Marken zu sein“, prophezeit der Vorstandsvorsitzende, Daniel Grieder.
Trotz der gegenwärtigen geopolitischen Lage und einem weiter ungewissen Verlauf der Covid-19-Pandemie strebt Hugo Boss für das laufende Jahr einen Rekordumsatz zwischen 3,1 bis 3,2 Milliarden Euro an, was einer Steigerung von zehn bis 15 Prozent entspräche. Das operative Ergebnis soll im Vergleich zu 2021 um zehn bis 25 Prozent steigen.
Zweifel an der Börse
Aktionäre werden infolge der zuletzt gedeihlichen Entwicklung eine Dividende von 70 Cent je Aktie erhalten; dies beabsichtigen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 24. Mai vorzuschlagen. Noch im Jahr zuvor hatte Hugo Boss als Konsequenz der Pandemie lediglich die gesetzliche Mindestdividende von vier Cent ausgeschüttet. An der Börse zeigten Investoren am Donnerstag derweil nur wenig Vertrauen; der Aktienwert fiel um neun Prozentpunkte im Vergleich zum Vortag.

