Horst Laubner ist tot
: Der Macher der Kelternspiele

Ein Mann, der durch sein außergewöhnliches Engagement das kulturelle Leben der Stadt Metzingen über Jahrzehnte wesentlich bereichert hat, lebt nicht mehr. Am 6. September starb der Metzinger Ehrenbürger Dr. Horst Laubner im Alter von 92 Jahren in Metzingen.
Von
swp
Metzingen
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Horst Laubner hat die Kulturszene in Metzingen bereicher und unter anderem die Kelternfestspiele etabliert.

Horst Laubner DBG Musical Theater AG Gymnasium

Horst Laubner lebt nicht mehr.

Thomas Kiehl
  • Metzinger Ehrenbürger Dr. Horst Laubner verstarb am 6. September im Alter von 92 Jahren.
  • Er prägte das kulturelle Leben in Metzingen durch Theaterarbeit und die Kelternspiele.
  • Laubner war Lehrer, Theaterregisseur und Initiator zahlreicher Kulturprojekte.
  • 1995 erhielt er das Bundesverdienstkreuz, 2008 wurde er Ehrenbürger von Metzingen.
  • Besondere Werke: „Der Sommernachtstraum“, „Anatevka“, „My Fair Lady“ und andere.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Dr. Horst Laubner wurde am 22. November 1932 in Waldau, Kreis Bunzlau in Niederschlesien geboren. Er besuchte die Volksschule in Waldau, die Oberschule für Jungen in Lauban und nach der Vertreibung das Realgymnasium in Peine. Ab dem Sommersemester 1954 studierte er Germanistik, Theologie und Philosophie in Marburg, Heidelberg und Göttingen. 1960 legte er in Göttingen die wissenschaftliche Prüfung für das Lehramt an Gymnasien ab.

Von 1961 bis 1968 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Weimarer Lutherausgabe, Arbeitsstelle Göttingen, tätig. 1968 erfolgte die Promotion in Göttingen. Anschließend war Dr. Horst Laubner als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Spätmittelalter und Reformation in Tübingen tätig. 1970 wurde ihm dort eine Assistentenstelle übertragen. Neben der Lehrtätigkeit war er maßgeblich am Aufbau des Sonderforschungsbereichs Spätmittelalter und Reformation beteiligt.

1976 bis 1977 besuchte Dr. Horst Laubner den Vorbereitungsdienst am Seminar für Studienreferendare in Tübingen. Er legte die pädagogische Prüfung für das Lehramt an Gymnasien mit Auszeichnung ab. 1977 bis 1995 unterrichtete er als Fachlehrer für Deutsch und evangelische Religion am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Metzingen. 1985 wurde er zum Studiendirektor ernannt und war als Fachberater in der Schulaufsicht im Fach Deutsch tätig. Seit August 1978 wohnte er mit seiner Familie in Metzingen.

Kelternspiele

Besondere Verdienste erwarb sich Dr. Horst Laubner um die Entwicklung der Theater-AG des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums, aber auch des Schultheaters in Baden-Württemberg. Jahr um Jahr gelang es ihm, Schülerinnen und Schüler für Theateraufführungen zu gewinnen und die Unterstützung von Schule und Stadt zu erreichen. Mit großem Einsatz wurden Stücke erarbeitet und in viel beachteten Aufführungen dargeboten. Im Rahmen des kulturellen Austausches wurde die Metzinger Theater-AG 1986 als Vertretung des Landes Baden-Württemberg nach China entsandt.

Auf seine Initiative gingen die Schultheatertage zurück, die 1984 in Metzingen stattfanden sowie das vierte Baden-Württembergische Schultheatertreffen in Jahr 1988. Von 1990 bis 2002 führte die Stadt Metzingen auf Initiative von Dr. Horst Laubner und unter dessen organisatorischer und künstlerischer Regie siebenmal Metzinger Theatertage durch. Dabei wurden Inszenierungen sowohl von Profi- als auch von Amateur-Schultheatern gezeigt. Im Rahmen der Verabschiedung aus dem Schuldienst im Juli 1995 wurden die Verdienste von Dr. Horst Laubner mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes gewürdigt.

Neben seiner schulischen Tätigkeit war Dr. Horst Laubner auch in der Stiftung „Humanismus heute“ und bei der Programmgestaltung im Metzinger Veranstaltungsring aktiv. Von 1995 bis 2009 hatte er den Vorsitz des Metzinger Veranstaltungsrings inne. Als solcher zeichnete er für die Organisation des Programms verantwortlich. Ein besonderes Anliegen war ihm dabei, neben den bisherigen Veranstaltungsreihen auch Veranstaltungen für Jugendliche anzubieten.

Ein besonderes kulturelles Highlight im Metzinger Jahresprogramm stellten die Open-Air-Theateraufführungen auf dem Kelternplatz dar. Sie gehen auf das außergewöhnliche Engagement von Dr. Horst Laubner als Initiator, Organisator und Regisseur zurück. Mit großem Einsatz, Können und Umsicht wurden Stücke mit einem jeweils eigens dafür zusammengestellten Ensemble erarbeitet und in eindrucksvollen Aufführungen dargeboten. Erinnert sei an die Stücke „Der Sommernachtstraum“ (1993), Anatevka (1995, 1996), „Das Weiße Rössl“ (1997), „Der Zauberer von Oz“ (1999), „Kiss me Kate“ (2002), „My fair Lady“ (2004), „Maske in Blau“ (2005) und „Anything goes“ (2008). Die Aufführungen fanden einen bemerkenswerten Zuspruch durch das Publikum und in der Stadt wie auch im Umland eine hervorragende Resonanz. Für sein Lebenswerk wurde Dr. Horst Laubner 2008 mit der Ehrenbürgerwürde der Stadt Metzingen ausgezeichnet.