Gugelfuhr in Donnstetten
: Feuer und Wasser in den Straßen

Am Samstag, 27. und Sonntag, 28. Juli, wird es in Donnstetten wieder eine richtige Gugelfuhr geben. Dabei ist die Donnstetter Gugelfuhr nicht einfach nur ein Dorfhock.
Von
Karolin Müller
Römerstein
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Gugelfuhr Donnstetten Straßengemeinschaft Bildere

Die Straßengemeinschaft „Bildere“ ist bereit für ihren Auftritt während der Donnstetter Gugelfuhr. Das Thema ist in diesem Jahr „Wasser und Feuer“.

Karolin Müller

Was für eine Gugelfuhr – das steht im Schwäbischen für ein buntes, geräuschvolles Treiben. Dabei ist die Gugel auch eine alte Bezeichnung für eine Kopfbedeckung der Gaukler und stammt vom Wort „gaukeln“ ab. Gleichzeitig kann die Gugelfuhr auch für eine Aktion stehen, die nicht so verläuft, wie es eigentlich gewünscht war.

Woher das Wort aber auch immer stammt, die Donnstetter Gugelfuhr hat jedenfalls Tradition. Bereits 1985 fand das Fest zum ersten Mal statt, und am kommenden Wochenende, vom 27. bis 28. Juli, ist es wieder so weit. Dabei ist die Donnstetter Gugelfuhr nicht einfach nur ein Dorfhock. Eine der Besonderheiten an ihr ist, neben dem gemeinschaftlichen Engagement aller Vereine, das Straßentheater. Es wird abwechselnd von den fünf vorhandenen Straßengemeinschaften vorbereitet und aufgeführt.

Raritäten von Damals

In diesem Jahr ist die Gemeinschaft „Bildere“ dran. Hierzu gehören die Linden-, die Buchen-, die Birken- und die Ringstraße sowie der Weg Im Anger. Das Theaterstück soll immer ein Thema aus alten Zeiten behandeln. Die etwa 30-köpfige, buntgemischte „Bildere-Gemeinschaft“ hat sich für „Wasser und Feuer“ entschieden.

Das Thema passe sehr gut nach Donnstetten, berichtet Helmut Schill, der in diesem Jahr mitspielt und auch das Stück für das Straßentheater geschrieben hat. „Wir hatten immer sehr gute Brunnen und Hülen.“ Davon seien zwölf Gemeindebrunnen gewesen, und viele Häuser hätten zudem einen eigenen gehabt. Wenn ein Brand ausgebrochen ist, wurde mit Kirchenglocken, Trommeln und einem Horn Alarm ausgelöst, erzählt Schill, der sich in der Donnstetter Geschichte äußerst gut auskennt.

1884 sei in Donnstetten bereits ein Wagen mit Feuerwehrspritze angeschafft worden, bevor eine solche ein Jahr später auch für die kleinsten Gemeinden Pflicht wurde. Vier Mann hätten pumpen müssen. Dabei habe der Wasserstrahl 26 Meter weit gereicht und es wären 160 Liter pro Minute möglich gewesen, so Helmut Schill. Zuvor musste man mit „Wägele“ und Kübeln das Wasser aus den Hülen holen. Hier zeigte sich dann, wie groß die Gemeinschaft im Dorf war, denn wenn es ums Löschen ging, halfen alle mit.

alter Feuerwehrwagen Donnstetten

Wie einst in Donnstetten Feuer gelöscht wurde, kann während der Gugelfuhr erlebt werden. Samstag und Sonntag, jeweils um 16 Uhr.

Privat

An diese damaligen Zeiten soll das Straßentheater erinnern. Hierzu werden die alten Wagen, Kübel, Schläuche und die erste Donnstetter Feuerwehrspritze hervorgeholt und präsentiert. Zudem werden themenbezogene Lieder gesungen. Das Theaterstück wird jeweils Samstag und Sonntag um 16 Uhr in den Straßen beim Heimatmuseum aufgeführt.

Buntes Programm

Aber auch sonst ist einiges geboten: Start ist am Samstag, 27. Juli, mit dem Einmarsch der Senioren-Musikkapelle. Es folgen das Theater, Musik und Unterhaltung, bevor ab 20 Uhr die Partyband „Manne & Danne“ vor Ort ist. Abends gibt es einen Barbetrieb. Der Sonntag, 28. Juli, beginnt mit einem Festgottesdienst und dem Liederkranz. Ab 11 Uhr sorgt der Akkordeonclub für Unterhaltung. Außerdem gibt es eine Spielstraße, Rope-Skipping, weitere Darbietungen sowie Unterhaltung mit dem Musikverein „Harmonie“.

Neben einem vielfältigen Mittagstisch und Kuchen gibt es auch verschiedene Leckereien direkt aus dem Backhaus. Damit sich jeder auf dem Fest wohlfühlen kann, wird auch der barrierefreie Toilettencontainer der Stadt aufgestellt. Organisiert wird die Gugelfuhr zwar vom Heimatverein, bei der Bewirtung zeigt sich aber das gute Miteinander in Donnstetten. Hier sind nämlich alle Vereine mit einer gemeinsamen Kasse beteiligt.

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