Jugendlicher Leichtsinn, schlechte Erziehung oder zu hoher Alkoholkonsum? Vermutlich von allem ein bisschen führt derzeit in Hülben dazu, dass die Grillstelle am Spielplatz Dürrlau immer wieder verwüst und demoliert wird – der angrenzende Spielplatz gleich mit. Zumindest finden die Mitarbeiter des Bauhofes dort immer wieder jede Menge Glasscherben, was für die Kinder natürlich gefährlich ist. Unter Verdacht steht eine Gruppe Jugendlicher aus dem Ort.

Wiederkehrender Vandalismus: Grillstelle soll kurzerhand abgebaut werden

Die Gemeindeverwaltung mit Bürgermeister Siegmund Ganser an der Spitze hatte dem Gemeinderat deswegen kurzerhand den Abbau der Grillstelle vorgeschlagen. „Partymeile ist ja noch ein Stück weit Ok, aber eine Müllhalde wollen wir dort nicht, von den Sachbeschädigungen ganz zu schweigen“, sagte Ganser. Die Verwaltung stehe bei Verletzungen in der Haftung, diese Verantwortung könne nicht weiterhin übernommen werden. Er schlage daher die Schließung der Grillstelle vor, so Ganser. Sollte der Gemeinderat sich dagegen aussprechen, würde die Verantwortung auch dorthin überwechseln.

Fast jeden zweiten Tag Aufräumarbeiten am Grillplatz und Spielplatz

Die Schließung der Grillstelle ging den Gemeinderäten dann aber ein Stück zu weit, handelt es sich doch um die einzige öffentliche Grillstelle auf Hülbener Gemarkung. Häufig seien dort auch Familien anzutreffen, die unverschuldet die Leidtragenden der Schließung wären.
Und außerdem, so Claudia Rabuser, würden sich die Jugendlichen trotzdem auf dem Spielplatz treffen und dort ihr Unwesen treiben oder sich einen neuen Ort suchen, wo es dann auch nicht besser sei. Mit dieser Befürchtung stand sie nicht alleine da.
Fast jeden zweiten Tag muss der Bauhof Hülben zu Säuberungs- und Reparaturarbeiten anrücken. Die Kostenrechnung dafür hatten die Gemeinderäte vorliegen. „So wie es ist, kann es natürlich nicht bleiben. Die Schließung ist aber auch keine Lösung“, sagte Jochen Dümmel. Er plädierte für eine am Abend begrenzte zeitliche Nutzung der Grillstelle. Diese freilich müsste aber überwacht werden. Wer soll das tun?

„Die Jugendlichen sind noch nicht sonderlich alt. Ich frage mich, wo die Eltern sind“

Die gesamte Bevölkerung in Hülben ist nun aufgerufen, die Grillstelle im Blick zu behalten. Bei Missständen solle man den Kontakt zu den Jugendlichen suchen, im schlimmsten Fall, etwa bei Sachbeschädigungen, müsse dann auch die Polizei kontaktiert werden.
„Die Jugendlichen sind noch nicht sonderlich alt. Ich frage mich, wo die Eltern sind“, stellte Siegmund Ganser als unbeantwortete Frage in den Raum. Um nicht alle Jugendlichen zu verdächtigen, stellte er ausdrücklich klar, dass die Jugendlichen aus den Bauwagen nicht zur kritischen Klientel gehörten, obwohl diese bis auf einen derzeit alle wegen Corona-Auflagen geschlossen sind.
„Eine kleine wilde Gruppe schmeißt alles durcheinander“, beklagt sich Siegmund Ganser. Die Probleme nehmen in den letzten Wochen noch zu. Mit dem Appell, dass alle Gemeinderäte und Bürger künftig hinsehen und kontrollieren sollen, zog er seinen Antrag auf Schließung der Grillstelle vorerst zurück.