Gesunde Gemeinde Hülben: „Initiative Backhaus“ – Mitmachen erwünscht

Das Backhaus in Hülben wurde 1925 erbaut, ist also Teil der Hülbener Geschichte. Im Rahmen der Gesunden Gemeinde könnten hier bald Jung und Alt gemeinsam Backen und eine Tradition wiederbeleben.
Karolin Müller- Hülben startet die „Initiative Backhaus“ als Treffpunkt und Traditionspflege.
- Vorstellung am Freitag, 27. Februar, ab 17 Uhr direkt im Backhaus.
- Gezeigt werden Anheizen, Brot- und Kartoffelkuchen-Backen, Infos zur Tradition.
- Backhaus von 1925, 2005 renoviert; 2 von 3 Öfen funktionieren unterschiedlich.
- Ziel: Jung und Alt einbinden; Kontakt: (07125) 55 81 (Hirlinger), (07125) 67 66 (Kimmich).
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Backhäuser auf der Schwäbischen Alb haben eine lange Tradition. Früher gab es in jedem Dorf mindestens eins davon, und neben dem Backen von Brot und besonderen Spezialitäten, von denen jeder Flecken seine ganz eigenen hatte und bis heute hat, waren die Häuser stets auch ein Ort des sozialen Miteinanders. Mit der Zeit ging das vielerorts verloren oder wurde zumindest weniger.
Was jedoch nie ganz verloren ging, ist der Wunsch, Tradition und Geschichte zu erhalten und das alte Wissen an die nächsten Generationen weiterzugeben. Im Rahmen der Gesunden Gemeinde möchte man deshalb in Hülben ein neues Projekt starten: die „Initiative Backhaus Hülben“. Vorgestellt wird sie am Freitag, 27. Februar, ab 17 Uhr beim Backhaus.
Einst gab es im Ort zwei Backhäuser. Heute gibt es noch eines in der Ortsmitte. Erbaut wurde dieses 1925. Man kann nur erahnen, was seine Wände schon alles gehört haben, wie viele Brote hier gebacken wurden und wie viele Menschen hier bereits ein- und ausgegangen sind. Obwohl es 2005 renoviert wurde, ist es mittlerweile aber recht ruhig geworden. „Die Nachfragen werden immer weniger“, berichtet Christa Hirlinger, die gemeinsam mit Anni Kimmich und einer weiteren Mitstreiterin die Idee für das neue Projekt hatte.
Kunst und Philosophie
Mit der „Initiative Backhaus Hülben“ soll zum einen natürlich das traditionelle Backen im Backhaus wiederbelebt, zum anderen aber auch ein Treffpunkt für Jung und Alt geschaffen werden. „Eine Art Stammtisch, der sich lose trifft“, erklärt Hirlinger, die sich im Vorfeld auch in anderen Backhäusern umgeschaut hat. Tradition, Ernährungsbewusstsein und ein generationsübergreifendes Miteinander – hier kommen gleich mehrere Faktoren zusammen, die die Idee zu einem perfekten Projekt für die Gesunde Gemeinde machen, davon ist auch Bürgermeister Siegmund Ganser überzeugt.
„Wir stellen fest, dass die Leute nicht mehr mit dem Backhaus umgehen können oder wollen“, sagen Hirlinger und Kimmich. „Das ist eine Philosophie“, ergänzt Bürgermeister Ganser. Tatsächlich gehört weitaus mehr dazu, als einen Teig zu kneten und ihn in den Ofen zu schieben. Unter anderem benötigt man das richtige Equipment sowie Holz in Form von sogenannten Krähle, also Reisigbündeln, zum Anheizen. Dann muss die Temperatur im Ofen stimmen. Allein hier stellen sich schon die Fragen: Wie hoch muss sie sein und wie erkennt man, wann sie erreicht ist? Von den drei Öfen im Hülbener Backhaus sind zwei noch funktionstüchtig, doch „beide funktionieren nicht identisch“, weiß Siegmund Ganser. Es sind also viele Kleinigkeiten, die das Backen im Backhaus zu einer Art Kunst machen.
In Krisenzeiten lebenswichtig
Wer aber den Geschmack von frischem Holzofenbrot, Brötchen, Kartoffelkuchen – dieser ist in Hülben eine besondere Spezialität – und Co. kennt, der weiß, dass es sich lohnt, die alte Backtradition am Leben zu erhalten. Und dann gibt es da noch einen Punkt, warum das Wissen weitergegeben und die Backhäuser erhalten bleiben sollten: „Was ist, wenn der Strom ausfällt?“, gibt Christa Hirlinger zu bedenken. „In Krisenzeiten könnten Backhäuser zu lebenswichtigen Einrichtungen werden“, sind sich Hirlinger, Kimmich und Ganser einig. „Es braucht dann aber auch die Leute, die sich auskennen.“
„Es wäre schön, wenn junge Leute mit ins Boot und damit wieder ans Backen kommen würden“, so die Initiatoren. Sollte die Backhaus-Initiative erfolgreich sein, steht auch die Überlegung im Raum, einen Elektro-Steinbackofen anzuschaffen. Dieser könnte dann den Platz des dritten, nicht mehr funktionierenden Ofens einnehmen. „Die Idee gibt es schon lange“, erklärt Bürgermeister Ganser. Da dies aber nicht ganz kostengünstig wäre, müsste sich diese Investition auch lohnen.
Am Freitag kann man in Hülben jedenfalls einen Einblick in das traditionelle Backen bekommen. Zur Vorstellung des neuen Projektes gibt es zudem frisches Holzofenbrot und Kartoffelkuchen – man kann also gleich in doppeltem Sinne auf den Geschmack kommen, das Backhaus für sich zu entdecken.
„Initiative Backhaus Hülen“ – Das Projekt kennenlernen und Mitstreiter werden
Die „Initiative Backhaus Hülben“ wird am Freitag, 27. Februar, ab 17 Uhr direkt im Backhaus vorgestellt. An diesem Abend kann man das zweite Anheizen und das Backen von Brot und Kartoffelkuchen live miterleben und sich über die Tradition informieren. Wer Interesse hat, Teil des neuen Projektes zu werden, aber am Freitag keine Zeit hat, der kann sich, ebenso wie für weitere Informationen, unter Telefon (07125) 55 81 an Christa Hirlinger oder unter (07125) 67 66 an Anni Kimmich wenden.

