Evangelische Kirche Sirchingen
: Ein Ostergottesdienst ohne Altarmikrofon

Die Kirche in Sirchingen hat tagsüber für Besucher geöffnet. Während dieser Zeit wurde mutmaßlich ein Standmikrofon entwendet. Wie oft kommt so etwas in Gotteshäusern vor?
Von
Philipp Steyer-Ege
Bad Urach
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Das in Sirchingen entwendete Mikrofon, hier ein Symbolbild, dürfte einen Wert von bis zu 1000 Euro haben.

Honorarfrei
  • In Sirchingen fehlt seit Dienstag, 24. März, ein Altarmikrofon – mutmaßlich gestohlen.
  • Die Kirche ist tagsüber geöffnet, weshalb der Diebstahl laut Pfarrerin nicht überraschend ist.
  • Schäden gab es keine, ein Ersatz ist geliehen, doch zu Ostern musste lauter gepredigt werden.
  • Straftaten in Kirchen gingen dieses Jahr zurück, meist Diebstähle und Sachbeschädigungen.
  • Hinweise zum Mikrofon an Pfarrerin Florentine Bückle: (07122) 98 01 oder pfarramt.upfingen@elkw.de.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Seit Dienstag, 24. März, fehlt in Sirchingen ein Altarmikrofon. Aller Wahrscheinlichkeit nach wurde es aus der Kirche gestohlen. Außer dem Standmikrofon sind derweil keine weiteren Diebstähle aus dem evangelischen Gotteshaus bekannt. „Wir haben tagsüber die Kirche für Besucher geöffnet, deshalb ist der Vorfall nicht sehr überraschend“, erklärt Pfarrerin Florentine Bückle auf Nachfrage zu dem Vorfall. Abends gebe es zwar einen Schließdienst, der das Gebäude gewissenhaft absperrt, am Tag sei die Kirche aber größtenteils unbeaufsichtigt. „So etwas kam bisher noch nicht vor, es haben höchstens einmal ein paar Gesangsbücher gefehlt“, weiß sie. Diese habe man aber nicht weit vom Gebäude wiedergefunden – von dem Mikrofon fehlt allerdings bisher jede Spur. Die Pfarrerin nimmt den Vorfall gelassen: „Das Wichtigste ist, dass man weiterhin einen Raum bieten kann, um Gottesdienste zu feiern. Uns bleibt nichts anderes übrig, als abzuwarten und zu hoffen, dass es jemand zurückbringt“, betont sie.

Die restliche Anlage sei intakt geblieben, auch zerstört worden sei nichts. Mittlerweile hat sich zwar ein Ersatz durch eine ehrenamtliche Leihgabe gefunden, im Ostergottesdienst musste Bückle allerdings noch ihre Stimme erheben. „Das neue Mikrofon ist nicht auf die Anlage abgestimmt. Das gibt immerhin Anlass, sich auch mal über die gesamte Anlage Gedanken zu machen“, sagt Bückle. Bald sollen erste Angebote eingeholt werden. Die Kirche bleibt auch weiterhin für Besucher geöffnet.

Straftaten in Kirchen sind rückläufig

Dass Kirchen zum Tatort werden, ist dabei durchaus keine Seltenheit. Zahlen aus Baden-Württemberg zeigen, dass 2024 in Hunderten von Fällen in Kirchen und Kapellen eingebrochen und etwas zerstört wurde – zwar gab es weniger Fälle als in den Jahren zuvor, die oft erheblichen Schäden aber bleiben hoch. Im Jahr 2024 wurden insgesamt 734 Straftaten in Kirchen aufgenommen – der niedrigste Wert seit fünf Jahren, so das baden-württembergische Innenministerium. Die meisten davon waren Diebstähle, gefolgt von Sachbeschädigungen. Der finanzielle Schaden lag insgesamt bei rund 275.000 Euro. In nur etwas mehr als jedem vierten Fall wurde demnach ein Verdächtiger ermittelt. Von einem generellen Verlust des gesellschaftlichen Respekts gegenüber religiösen Symbolen könne laut Innenministerium dennoch keine Rede sein.

Für den geschäftsführenden Dekan vom evangelischen Dekanatamt Bad Urach, Michael Karwounopoulos, ist der Vorfall in Sirchingen aber durchaus kurios. „Ich höre sehr wenig von Diebstählen aus Kirchen, höchstens einmal eine Beschwerde durch Verunreinigung“, erklärt er. Häufig verursacht durch öffentliches Urinieren, auch wenn selbst diese Vorfälle selten sind. „Die Pfarrer regeln das normalerweise mit dem Kirchengemeinderat und gegebenenfalls den Versicherungen“, erklärt er.

Die so entstandenen Kosten seien erst einmal nebensächlich, viel wichtiger sei es, dass es überhaupt Kirchen gibt, die für Besucher geöffnet sind. „Das ist mir ein großes Anliegen, durch den seltenen Missbrauch darf man sich nicht entmutigen lassen“, betont er. In Dorfgemeinden sei es nämlich eigentlich unüblich, dass Kirchen abseits von Veranstaltungen geöffnet sind.

„In evangelischen Kirchen gibt es in der Regel auch keine besonders wertvollen Kunstwerke oder Artefakte, zumindest hier auf dem Land“, weiß er. Den Gemeinden rät er allerdings trotzdem, kostspielige Gegenstände abzubauen und sicher zu verstauen, wenn sie nicht mehr benötigt werden. Auch wenn das Diebstahlrisiko nicht sehr hoch sei, könne man so leicht Unannehmlichkeiten vermeiden.

Das fehlende Altarmikrofon

Das Modell des Mikrofons ist bislang unbekannt, der geschäftsführende Dekan Michael Karwounopoulos vermutet allerdings einen Verlust von bis zu 1000 Euro. Wer etwas über den Verbleib des Mikrofons weiß, soll sich unter der Telefonnummer (07122) 98 01 bei Pfarrerin Florentine Bückle melden. Alternativ können Hinweise an die E-Mail-Adresse pfarramt.upfingen@elkw.de gesendet werden.