Eine der ältesten Baumpressen Deutschlands
: So haben schon Mönche im Mittelalter Wein gemacht

Der alte Kelternbaum, der am Sonntag in der Mittleren Kelter mal wieder im Einsatz war, stammt aus der Zeit vor dem 30-jährigen Krieg. Und er funktioniert noch immer.
Von
Peter Kiedaisch
Neuhausen
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Gerhard Fritz erklärt, wie der Kelternbaum funktioniert.

Gerhard Fritz erklärt, wie der Kelternbaum funktioniert.

Thomas Kiehl
  • Neuhausen feierte mit einer historischen Baumpresse aus der Zeit vor dem 30-jährigen Krieg.
  • Die Presse erhielt kürzlich eine neue Holzmutter, um Weintrauben traditionell zu keltern.
  • Das Kelternfest lockte hunderte Besucher mit Flammkuchen, Wein und Wanderungen durch den Weinberg.
  • Der Kelternverein mit 200 Mitgliedern bewahrt seit 25 Jahren die Tradition des Weinbaus.
  • Die Innere Kelter dient als Veranstaltungsort und steht bald im Fokus des Neuhausener Weinfests.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Den Kelternverein mag es zwar erst 25 Jahre geben. Das, was im Mittelpunkt seines Tuns steht, gibt es schon, seit die Menschen erstmals lernten, vergorene Früchte so aufzubereiten, dass man sie lagern und zu bestimmten Zwecken ausschenken konnte.

Dass Alkohol manchem philosophischen Diskurs erst die Grundlage schafft, mag eine subjektive Sichtweise sein, die von der Wissenschaft gar nicht gedeckt ist. Aber darum ging es beim Jubiläumsfest des Kelternvereins gar nicht. Im Mittelpunkt stand jene Baumpresse, die kürzlich in aufwendiger Handarbeit (mit Unterstützung moderner CNC-Frästechnik) eine neue, hölzerne Mutter erhielt, die es erst ermöglicht, dass sich über eine Spindel, ebenfalls aus Holz, Druck von schweren Holzbalken auf Obst, im vorliegenden Fall auf Weintrauben ausüben lässt. Die werden dann ausgepresst, der Saft wird aufgefangen und entweder als neuer Wein ausgeschenkt oder eben vergoren, um im nächsten Jahr in den Handel zu gelangen.

Die Besa Buaba sind nicht zu überhören.

Die Besa Buaba sind nicht zu überhören.

Thomas Kiehl

Diesen Sonntag haben die Mitglieder des Kelternvereins perfekt vorbereitet, sodass die Besucher einen gemütlichen letzten Sommersonntag verbringen konnten, wobei sich ab dem Nachmittag der Herbst schon mal höflich vorgestellt hat. Wie viel es waren, die bei Flammkuchen und Wein einen gemütlichen Tag verbracht haben, ist schwer einzuschätzen, denn es war ein ständiges Kommen und Gehen, wobei viele an den Stehtischen oder an den Biertischgarnituren verweilt haben. Waren es mehrere Hundert, waren es mehr als 1000, sogar deutlich mehr?

Manches Glas wurde gefüllt, vermutlich genauso viele ausgetrunken.

Manches Glas wurde gefüllt, vermutlich genauso viele ausgetrunken.

Thomas Kiehl

Spaß hatten sie, denn nicht nur an den Keltern konnte man es aushalten. Einige zog es auch hinauf in den Weinberg, ohne den es weder Kelternbaum noch Kelternverein, ja noch nicht mal den Wein gäbe, der als neuer Wein, zuckersüß und frisch gepresst, ausgeschenkt wurde.

Aus dem Weinberg grüßen die, die den Weg entlang der Reben nehmen.

Aus dem Weinberg grüßen die, die den Weg entlang der Reben nehmen.

Thomas Kiehl

Das Kelternfest in Neuhausen machen 200 Mitglieder möglich, denen es wichtig ist, nicht nur die Gemeinschaft im Ort hochzuhalten, sondern auch die Tradition des Weinbaus und des damit verbundenen Pressens und Kelterns weiterzugeben.

Der Verein hat sich vor 25 Jahren zunächst als Bürgerinitiative gegründet. Mit dem Ziel, die Innere Kelter zu renovieren. Ganz profan als Veranstaltungsort, denn für größere Feste gab es in Neuhausen keine adäquaten Räumlichkeiten. Jetzt, Jahre später, fungiert die Innere Kelter als Festkelter. Sie wird demnächst im Mittelpunkt stehen, wenn in Neuhausen das Weinfest gefeiert wird.

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