„Die gute Tat“
: Spendenaktion sucht Vorschläge

Wer sich für die Weihnachts-Spendenaktion unserer Zeitung bewerben möchte, hat dazu jetzt Gelegenheit. Vereine und Betriebe, die uns unterstützen möchten, sind ebenfalls willkommen.
Von
Peter Kiedaisch
Metzingen
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Ab sofort kann wieder für soziale Zwecke gespendet werden: Die Weihnachtsaktion der GZ hat begonnen.

ARCHIV - 17.03.2021, Brandenburg, Sieversdorf: ILLUSTRATION: Eine Frau hält Eurobanknoten in ihren Händen (gestellte Aufnahme). (zu dpa «Studie: Leistungsprämien fördern aggressives Verhalten im Job») Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Für unsere Spendenaktion „Die gute Tat“ nehmen wir Bewerbungen entgegen, gleichzeitig suchen wir Unterstützer.

dpa/Patrick Pleul
  • Spendenaktion „Die gute Tat“ sucht Bewerbungen und Unterstützer aus der Region.
  • Bewerbungen bis 20. Oktober möglich – genaue Projekt- oder Situationsbeschreibung erforderlich.
  • Ziel: Unterstützung gemeinnütziger Organisationen, Projekte oder Einzelpersonen vor Ort.
  • Letzte Begünstigte: u. a. Tierheim Reutlingen, Tafelladen Metzingen, Kinderklinik Tübingen.
  • Vorschläge für Spendenempfänger und Unterstützungsaktionen per E-Mail oder Post einreichen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Eine Reise durch die Vergangenheit der Weihnachtsaktion unserer Zeitung „Die gute Tat“ verdeutlicht, wie vielfältig ehrenamtliches Engagement in der Region ist und wie groß der jeweilige finanzielle Bedarf. Wenn zur Vorweihnachtszeit in den Familien die Vorbereitungen getroffen werden auf ein besinnliches Fest mit Geschenken und Festessen, geraten aber auch immer wieder diejenigen in Erinnerung, die, aus welchen Gründen auch immer, nicht aus dem Vollen schöpfen können.

Um die kümmern sich zahlreiche Organisationen und Vereine, die vielmals im Schatten des turbulenten Weltgeschehens bleiben. Oft arbeiten sie still vor sich hin, fast im Verborgenen. Als in großen Städten Deutschlands beispielsweise die ersten Tafelläden entstanden und sich bald Nachahmer in der Region, etwa in Bad Urach, Metzingen, Münsingen und Reutlingen gefunden haben, hat unsere Zeitung nicht nur über diese neue Art des ehrenamtlichen Engagements berichtet. Sie hat den Tafelläden einige Male die Spendenaktion „Die gute Tat“ gewidmet. Mit jeweils beachtlichem Resultat, wenn man bedenkt, dass als Spender in der Regel Einzelpersonen auftreten. Da sind 20.000 Euro schon viel Geld.

Warum aber berichten wir jetzt, mitten in den Sommerferien über die Weihnachts-Spendenaktion? Weil wir das Gefühl haben, der gesellschaftliche Zusammenhalt könnte gestärkt werden, wenn nicht wir als Verlag und Redaktion die Begünstigten der Spendenaktion nach Gutdünken aussuchen, sondern allen, die dafür infrage kommen, die Möglichkeit einräumen, sich bei uns zu bewerben. Das erleichtert uns die Arbeit, denn wer derzeit mit besonders hartnäckigen Problemen zu kämpfen hat, die durch eine finanzielle Zuwendung leicht behoben werden könnten, weiß niemand besser als die, die es betrifft.

Gesellschaftlicher Zusammenhalt

Wir suchen aber nicht nur hilfsbedürftige Institutionen, wir wenden uns auch an Unternehmen und Firmen, die die Region und deren soziale Ankerpunkte ihrerseits unterstützen, indem sie für unsere Aktion spenden.

Das aber ist noch nicht alles. Vielleicht gibt es ja Vereine, die uns helfen wollen. Indem sie beispielsweise zur Vorweihnachtszeit ein Konzert geben, dessen Erlös der Aktion „Die gute Tat“ zugutekommt. Vielleicht finden sich Belegschaften von Firmen, die sich zusammentun, um mitzuhelfen, das Leid im Stillen lindern zu helfen. Wir als Redaktion sagen in solchen Fällen eine ausführliche Berichterstattung in Wort und Bild zu.

Weihnachtsaktion „Die gute Tat“

Die Advents- und Weihnachtszeit ist zwar noch einige Wochen entfernt, dennoch bereiten Verlag und Redaktion der Südwest Presse Neckar-Alb bereits die diesjährige Weihnachtsaktion vor. Auch in diesem Jahr sollen im Rahmen der Benefizaktion wieder gemeinnützige Organisationen, Projekte oder Einzelpersonen aus dem gesamten Verbreitungsgebiet der Zeitung unterstützt werden. Hilfreich für eine Bewerbung von Vereinen oder Institutionen ist, dass sie berechtigt sind, Spendenbescheinigungen auszustellen.  Wobei das Finanzamt Spenden bis zu 300 Euro auch ohne Bescheinigung akzeptiert, in dem Fall genügt der Kontoauszug als Spendennachweis.

Bewerbungen sind bis Montag, 20. Oktober, möglich. Im Bewerbungsschreiben sollten die Organisation, das Projekt oder die persönliche Situation sowie die geplante Verwendung der Spendengelder knapp und konkret dargestellt werden. Ein wichtiges Anliegen der Aktion ist, dass die gesammelten Spendengelder ausschließlich in der Region verwendet werden. Die Redaktion freut sich auf zahlreiche Bewerbungen, auch von Vereinen, Firmen und Unternehmen, die die Aktion unterstützen wollen.

Bewerben können Sie sich per E-Mail an muv.redaktion@swp.de oder auf dem Postweg an folgende Adresse: SWP Metzingen, Römerstraße 19, 72555 Metzingen. Nachfragen beantwortet die Redaktion gerne.

Zuletzt haben wir das Tierheim Reutlingen, den Tierschutzverein Münsingen und die Kinderklinik Tübingen bedacht. Zuvor waren es die regionalen Ukraine-Hilfsvereine, der Nothilfefonds, die diakonische Bezirksstelle, das Metzinger Ferientagheim, die DRK-Ortsvereine, die DKMS, das Metzinger Kinderkörble, Tafelladen Bad Urach und Tafelladen Metzingen, die Oberlin-Jugendhilfe Reutlingen, die Afrika-Hilfe des Kirchenbezirks Bad Urach/Münsingen und viele andere mehr. Vielleicht dient diese Aufzählung als eine Art Anhaltspunkt, in welche Richtung die Aktion gehen könnte.

Sechs Monate zu leben

Dennoch wollen wir uns auch Einzelschicksalen nicht verschließen. Ähnlich jenem, über das wir im Dezember 2019 berichteten: Im Leben von Franz B. (Name von der Redaktion geändert) schien alles perfekt zu laufen. Er hatte Erfolg im Beruf, ein Kind, mit dem er sich gut verstand, und einen großen Freundeskreis. Prestige und Privilegien, erinnert er sich, „waren mir wichtig“. Dann, von einer Sekunde auf die nächste, zerbrach seine wohlgeordnete Welt und mit ihr alle seine Zukunftspläne. Was genau an jenem Tag vor beinahe zwei Jahren geschah, weiß er nicht mehr, drei, vier Monate sind unwiederbringlich aus seinem Gedächtnis gelöscht: „Ich kann nicht mehr sagen, wo ich Weihnachten 2017 gefeiert habe.“ Franz B., dem Mann, der glaubte, alles im Griff zu haben, entglitten die Zügel. Das Leben warf ihn einfach um. Ohnmächtig stürzte er zu Boden. Später, als er im Krankenhaus wieder zu sich kam, konnte er nicht mehr sprechen, nicht mehr laufen, nicht einmal mehr klar denken. Den Grund für seinen Zustand fanden die Ärzte schnell, Franz B. hatte Krebs. Sechs Monate gaben ihm die Mediziner damals, eine Ärztin war sich sogar sicher, Franz B. werde die Klinik, in die er eingeliefert worden war, nicht mehr lebend verlassen. „Planen Sie keine Weihnachtsfeier mehr“, rieten ihm die Fachleute. Mit seinem damals erwachsenen Sohn hat er gleich nach der Diagnose über all jene Dinge gesprochen, die zwischen einem Vater und seinem Kind geklärt werden sollten, bevor es zu spät ist. „Nun genießen wir beide die Zeit, die uns bleibt.“ Für jeden neuen Tag, den er erleben dürfe, sei er dankbar, schildert Franz B. Doch er hatte noch einen Wunsch. Er wollte ein christliches Festival besuchen. Dafür fehlte ihm das Geld. Hilfe fand er schließlich bei der Diakonischen Bezirksstelle. Sie gewährte ihm über den Notfallfonds eine finanzielle Beihilfe, um den Aufenthalt zu bezahlen. Diesem Notfallfonds war die Weihnachts-Spendenaktion „Die gute Tat“ damals gewidmet.