Bundestagswahl 2025: Matthias Gastel (Die Grünen): „Wir müssen Bus- und Bahnstrecken ausbauen“

Matthias Gastel tritt für die Grünen im Wahlkreis Nürtingen an.
Stefan Kaminski- Matthias Gastel (Grüne) kandidiert im Wahlkreis Nürtingen.
- Er ist Verkehrsexperte und strebt seine vierte Legislaturperiode an.
- Gastel fordert besseren Ausbau von Bus- und Bahnstrecken.
- Er betont die Wichtigkeit von Forschung, schnellerer Genehmigung und Bildung zur Stärkung der Wirtschaft.
- Gastel setzt sich für sichere Energieversorgung und Zuwanderung von Fachkräften ein.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Er gilt als Spezialist in Sachen öffentlicher Nahverkehr und hat gleich mehrere Ausbildungen. Der 55-jährige Matthias Gastel ist unter anderem Diplom-Sozialpädagoge, Altenpfleger und Kaufmann.
Was wollen Sie tun, um den Wirtschaftsstandort Deutschland wieder zu stärken und die aktuell voranschreitende Deindustrialisierung aufzuhalten?
Matthias Gastel Deutschland kann ein starkes Industrieland bleiben. Wir müssen aber besser und schneller werden, Innovationen in konkrete Produkte umzusetzen. Dazu gilt es, Forschung und Qualifikation weiter zu stärken und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen. Gerade im Bereich der Umwelttechnik bieten sich viele Chancen für unser Land und unsere Region. Doch bei der Elektromobilität zeigt sich, wie es nicht laufen darf: Wir entwickeln, wir bauen, aber wir kaufen Elektroautos hier kaum. Dann wundern wir uns, dass andere es auch nicht tun. Ist doch logisch, dass China seine eigenen Autos baut und verkauft, weil sie nicht mehr die deutschen Autos wollen, die wir auf dem heimischen Markt kaum verkauft bekommen. Wir müssen raus aus der Trägheit, schneller und wieder überzeugender werden. Wichtig ist zudem eine sichere und bezahlbare Energieversorgung. Hierfür sind wir einige Schritte gegangen, weitere müssen folgen.
Wie wollen Sie das Facharbeiter-Problem im Land lösen?
Wir müssen die Bildung in den Kitas, Schulen sowie in der Dualen Ausbildung und im Hochschulbereich stärken. Ich plädiere für mehr berufsorientierte Schulpraktika, um jungen Menschen Einblicke in verschiedene Berufsbilder zu bieten. Das Bildungssystem darf nicht mehr so viele junge Menschen verlieren. Wir werden zusätzlich auch auf die Zuwanderung von Fachkräften setzen müssen. Wir haben als Koalition bereits gehandelt.
Soll der Mindestlohn weiter erhöht werden? Warum?
Von Vollzeitarbeit muss mindestens eine Person leben können. Hierfür braucht es den Mindestlohn. Ich bin dafür, dass die Mindestlohnkommission mit ihren verschiedenen Akteuren kluge Empfehlungen ausspricht. Das ist besser als das Feilschen auf einem parteipolitischen Basar.
Migration: Braucht Deutschland ein Zustrombegrenzungsgesetz und flächendeckende Kontrollen an den deutschen Außengrenzen?
Als Grüne stehen wir für das Prinzip „Humanität und Ordnung“. Dies bedeutet, dass wir das Asylrecht gewährleisten und auch weiterhin Kriegsflüchtlingen Schutz bieten. Zugleich bedeutet dies, dass wir Verfahren beschleunigen, damit diejenigen, die keinen Schutz mehr brauchen, in ihre Herkunftsländer zurückkehren. Es wurde bereits ein deutlicher Rückgang der Flüchtlingszahlen erreicht. Uns geht es aber auch und vor allem darum, Fluchtursachen zu bekämpfen. Deutschland muss weiterhin und mehr denn je gemeinsam mit anderen Ländern seinen Beitrag dafür leisten, dass sich durch bessere Lebensbedingungen in den Heimatländern weniger Menschen auf den Weg machen.
Ärztemangel, unterfinanziertes Klinikum, wenig Pflegepersonal: Auch im Landkreis sind die Menschen mit den Problemen des Gesundheitssystems konfrontiert. Wie wollen Sie Missstände beseitigen?
Unser Ziel ist es, Patienten die richtige Versorgung zur richtigen Zeit und am richtigen Ort zu bieten. Durch Telemedizin, Digitalisierung und eine stärkere Primärversorgung wollen wir die Behandlung verbessern. Wir fördern interdisziplinäre Zusammenarbeit, kommunale medizinische Versorgungszentren sowie eine bessere Vernetzung von ambulanter und stationärer Versorgung. Unterversorgte Gebiete erhalten mehr Unterstützung.
Was muss Ihrer Ansicht nach getan werden, damit der Pflegeberuf auch bei jüngeren Menschen wieder attraktiv wird?
Ich bin für mehr Berufspraktika in Schulen. Ein Praktikum sollte im Sozialbereich erfolgen. Viele junge Menschen finden über Praktika in Sozial- und Pflegeberufe. Ein weiterer Weg führt über Freiwilligendienste in diese Berufsfelder, wofür diese attraktiver werden sollten. Mehr gesellschaftliche Anerkennung wäre zudem sehr hilfreich.
Welches politische Thema für Ihren Wahlkreis wollen Sie besonders in den Blick nehmen?
Ein besonderes Anliegen ist mir als Bahnpolitiker die Bahnstrecke Stuttgart – Tübingen. Hier muss umfassend saniert und partiell ausgebaut werden. Wir brauchen mehr Pünktlichkeit und bessere Angebote. Als Koalition haben wir die Schienenmittel des Bundes bereits massiv erhöht und wir sanieren wie nie zuvor.
Würden Sie das Verbrenner-Aus rückgängig machen? Warum oder warum nicht?
Die Unternehmen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen. Es hilft niemandem, wenn grundlegende Regeln, auf die viele Geschäftsmodelle gründen und Investitionsentscheidungen getroffen wurden, mit wechselnden Mehrheiten immer wieder verändert werden. Mit dem Verbrennungsmotor werden weder die großen Märkte dieser Welt gewonnen (im Leitmarkt China dominiert zunehmend das E-Auto) noch lassen sich damit die Klimaziele erreichen. Das E-Auto ist energieeffizient und der Umweltvorteil steigt mit der Verringerung besonders problematischer Rohstoffe und höherem Recyclinganteil weiter an.
Wie bewegen wir uns in Zukunft? In Wasserstoffautos, auf Elektrorädern, mit der Bahn oder möglicherweise gar in Flugtaxis? Wie wird der Verkehr der Zukunft unsere Wirtschaft und unseren Alltag verändern?
Viele Wege finden auf Kurzstrecken statt. Hierfür müssen wir den Fuß- und Radverkehr mit sicheren Wegen stärken. Der Ausbau der Bus- und Bahnangebote hat ebenfalls hohe Priorität. Mit dem Deutschlandticket ist es uns gelungen, die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs einfach und bezahlbar zu machen. Wir wollen mehr Bahnstrecken ausbauen, elektrifizieren, digitalisieren und reaktivieren. Ein besonders wichtiges Projekt ist die Regionalstadtbahn Neckar-Alb.
Soll Deutschland die Schuldenbremse lockern?
Deutschland muss mehr in seine Infrastruktur investieren. Schlaglöcher in Straßen, marode Schienenwege und ein langsames Internet sind Standortnachteile. Unterlassene Investitionen stellen Schulden dar, ohne als solche ausgewiesen zu werden. Daher trete ich für eine Schuldenbremse ein, die notwendige Investitionen ermöglicht.
Das ist Grünen-Politiker Matthias Gastel
Gastel wurde 1970 in Stuttgart geboren und wohnt in Filderstadt. Er ist gelernter Kaufmann sowie Altenpfleger, zudem Diplom-Sozialpädagoge. Er arbeitete als Pädagoge sowie in der freien Wirtschaft und setzt sich für die ökologische Verkehrswende ein. Seit 1985 ist er Mitglied bei Greenpeace, seit 89 bei den Grünen. Seit 2013 ist er Mitglied im Deutschen Bundestag. Mehr Informationen gibt es auf seiner Website www.matthias-gastel.de.