Bürgermeister Patrick Docimo: Gute Ideen entstehen im Team

Hat sich gut in Grabenstetten eingearbeitet: Bürgermeister Patrick Docimo.
Michael Koch- Patrick Docimo ist seit 100 Tagen Bürgermeister von Grabenstetten und betont Teamarbeit.
- Schwerpunkte: Gemeindeentwicklung, Wohnungsbau und Sanierung der Falkensteinhalle.
- Pläne zur Sanierung der Halle werden nach Sommerpause geprüft; Windkraftanlagen geplant.
- Docimo arbeitet 12–14 Stunden täglich, nimmt sich Zeit für Familie und Ortskinder.
- Ortskinder begrüßen ihn als "Herr Docimo"; er unterstützt das Sommerferienprogramm.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wie geht man als neuer Bürgermeister sein Amt an? „Hochmotiviert“ kann man im Fall von Grabenstettens Gemeinde-Oberhaupt Patrick Docimo sagen. Schon im Wahlkampf, den er als Einzelkandidat bestreiten musste oder durfte, hatte er kein Thema ausgelassen. Und auch jetzt, gut 100 Tage nach seinem offiziellen Amtsantritt, ist nichts davon links oder rechts des Weges verloren gegangen.
„Gemeindeentwicklung und Wohnungsbau“, antwortet Docimo auf die Frage, welche Themen sich in den ersten Wochen besonders in den Vordergrund geschoben hätten. Durch den Wegfall des berühmten Paragrafen 13b, der den Städten und Gemeinden ein vereinfachtes Verfahren bei der Ausweisung von Baugebieten ermöglicht hätte, gibt es in Grabenstetten etliche Flächen, die neu überplant werden müssen. „Grundsätzlich sind wir froh, dass wir noch freie Flächen haben“, sagt Docimo, jetzt müsse man sich nochmal überlegen, wo ist eine Bebauung sinnvoll, für Wohnbebauung oder Gewerbe, und welche Fläche ist eher für die Ökologie wertvoll.
Wenn Docimo „wir“ sagt, dann meint er das auch so. „Gute Ideen enstehen immer im Team“ ist ein Leitspruch, den er mit ins Amt gebracht hat. Sein Team im Rathaus, für das er voll des Lobes ist, der Gemeinderat, mit dem er „genießt zu diskutieren“, altgediente Amtskollegen und viele mehr – Docimo baut an seinem stetig wachsenden Netzwerk und erntet mit Vorliebe die Früchte aus dem Austausch darin.
Die Erhaltung und der Ausbau der Infrastruktur steht nicht nur in Grabenstetten ganz oben auf der Agenda. Wobei Docimo betont, dass er etwa im Bereich der Kinderbetreuung schon sehr gute Bedingungen vorgefunden hat. Was aber als Besonderheit in der kleinen Albgemeinde ansteht, ist die Sanierung der Falkensteinhalle. Sie steht für den 43-jährigen Bürgermeister außerhalb jeder Diskussion, die Turn- und Festhalle ist ein sozialer Treffpunkt für Begegnungen, für Vereine und den Sport. Die Bausubstanz wird nicht besser, je früher man an die Instandsetzung schreiten könne, desto besser, so Docimo. Einen Schnellschuss wird es dennoch auch hier nicht geben.
„Ich bin ein Anhänger von fundierten Plänen“, sagt Docimo. Die gibt es für die Falkensteinhalle freilich schon lange, sie sind aber auch schon in die Jahre gekommen. Nach der Sommerpause wird das Thema deswegen auch bei einer Klausurtagung des Gemeinderates mit auf der Agenda stehen: Sind die bestehenden Pläne überhaupt noch aktuell und wie lässt sich eine Sanierung in einzelnen Abschnitten sinnvoll realisieren?
Helfen würden dabei sicherlich Einnahmen aus den vier Windkraftanlagen, die auf gemeindeeigenen Grundstücken geplant sind. Bislang war von einer Inbetriebnahme in 2029 die Rede. Docimo vermeidet es aber, Halle und Windkraft in Zusammenhang zu bringen. „Sollte es eines Tages die Pachteinnahmen geben, dann könnten wir jeden Euro sicherlich fünfmal ausgeben“, sagt Docimo, „das muss dann nicht die Halle sein.“
Patrick Docimo ist keiner, der die Arbeit scheut. Zwölf bis 14 Stunden Arbeit am Tag stören ihn nicht, „ich wusste ja, worauf ich mich einlasse.“ Die Familie allerdings, der 43-Jährige hat Frau und zwei kleine Kinder, leidet schon. Er versucht aber ganz bewusst, sich hier seine Freiheiten zu nehmen, indem er die Kinder mal ins Bett bringt oder auch mal in den Kindergarten. Dann ist er Papa oder „Herr Docimo“, wie er am liebsten genannt wird. „Ganz normal eben, es muss nicht Herr Bürgermeister sein.“
Die Grabenstetter Kinder machen es vor: Sie hatte Docimo im Wahlkampf zu einer Ortsrallye eingeladen, um dabei zu sehen, wo ihnen im Ort der Schuh drückt. Seither grüßen sie ihn fröhlich winkend als „Herr Docimo“, so wie’s sein soll. Im Sommerferienprogramm wird der Bürgermeister diesen Programmpunkt übrigens wieder persönlich einbringen und betreuen. Als junger Bürgermeister denkt man eben augenzwinkernd auch schon an die übernächste Wahl.

