Breitbandausbau in St. Johann
: Startschuss für schnelles Internet

Die Planungen für das zukünftige Glasfasernetz in St. Johann laufen schon lange. Mit einem symbolischen Spatenstich wurde nun auch der Beginn des eigentlichen Ausbaus eingeleitet.
Von
Karolin Müller
St. Johann
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Spatenstich Breitbandausbau St. Johann

Mit dem Spatenstich für den Breitbandausbau in St. Johann fiel der Startschuss für eine schnelle und stabile Internetverbindung

Karolin Müller
  • St. Johann startet mit symbolischem Spatenstich den Ausbau des Glasfasernetzes.
  • Bauzeit gut zwei Jahre, Baubeginn im dritten Quartal – Inbetriebnahme voraussichtlich Anfang 2029.
  • Finanzierung: 50 Prozent Bund, 40 Prozent Land, 10 Prozent OEW; Kosten geschätzt 18 Millionen Euro.
  • Zunächst Ausbau der hellgrauen Flecken mit 718 bis 1000 Hausanschlüssen, dazu 532 Vorstreckungen.
  • Kabelkunden erhalten keine Förderung, Verlegung über rund 60 Kilometer sowie Aufbau von Technikstandorten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Eine stabile und schnelle Internetverbindung ist heute in vielen Lebensbereichen wichtig, für viele Menschen sogar schon fast elementar – beruflich und privat gleichermaßen. „Für mich ist das die wichtigste Infrastrukturmaßnahme seit Wasser und Abwasser, vielleicht sogar Strom“, sagte St. Johanns Bürgermeister Florian Bauer während des symbolischen Spatenstichs. Mit diesem ging am Montag der Ausbau des zukünftigen Glasfasernetzes in der Gemeinde durch die OEW Breitband GmbH offiziell an den Start.

Bauzeit beträgt gut zwei Jahre

Im dritten Quartal sollen in St. Johann die Baumaßnahmen beginnen. In einigen Teilorten könnten diese dann sogar relativ zeitnah abgeschlossen sein, erklärten Vertreter des Unternehmens Spie Infratech, die mit den notwendigen Planungen und dem Tiefbau beauftragt wurden. Insgesamt sollen die Bauarbeiten gut zwei Jahre andauern. Die Bürgerinnen und Bürger müssen also noch etwas Geduld haben. Anfang 2029 soll es dann so weit sein: St. Johann wird zeitgleich mit vielen anderen Gemeinden im „OEW-Gebiet“ ans Netz gehen, erklärte Markus Schell, Kommunalberater der OEW, die derzeit in etlichen Gemeinden in sechs Landkreisen, die Breitbandinfrastruktur ausbaut.

In St. Johann wird die Verlegung über eine Strecke von etwa 60 Kilometern erfolgen. „Geschätzt sind es 18 Millionen Euro, die wir hier auf der Alb vergraben“, berichtete Schell. Bei dieser Summe wird schnell klar, dass dies ohne entsprechende Förderungen für die einzelnen Gemeinden nicht möglich wäre: 50 Prozent der Kosten werden vom Bund und 40 Prozent vom Land übernommen. Die restlichen zehn Prozent sind Eigenmittel der OEW.

Bis zu 1000 Anschlüsse

Um diese Fördersumme zu erhalten, müssen aber auch Förderrichtlinien eingehalten werden. Und diese sehen ganz klar vor, dass zunächst nur die sogenannten hellgrauen Flecken – Gebiete mit Geschwindigkeiten zwischen 30 und 100 Megabit pro Sekunde – erschlossen werden. In St. Johann geht man derzeit von 718 und 1000 Hausanschlüssen aus.

„Darüber hinaus werden 532 Adressen mit einer Vorstreckung, also einer Verlegung von Leerrohren bis zur Grundstücksgrenze, ausgestattet“, heißt es in einer Pressemitteilung der OEW. Diese könnten dann im Zuge einer weiteren Förderrunde, einen Anschluss erhalten: dann, wenn die „dunkelgrauen Flecken“, also Gebiete mit Geschwindigkeiten zwischen 100 und 265 Megabit pro Sekunde, ausgebaut werden.

Kabelkunden gehen leer aus

Bei sechs Teilorten, einer Einwohnerzahl von um die 5300 und verschiedenen ansässigen Betrieben klingt die Zahl der vorgesehenen Anschlüsse eher gering. „Mit ein Grund dafür ist, dass viele St. Johanner mit dem Kabelnetz versorgt sind“, erklärten die Mitarbeiter von Spie Infratech auf Nachfrage. Kabelinternet gilt als vergleichbar mit Glasfaser, wenngleich beim direkten Vergleich Zweiteres in Stabilität und Geschwindigkeit deutlich die Nase vorn hat. Dennoch, eine Förderung für den Ausbau dieser Adressen gibt es nicht.

Neben den Tiefbaumaßnahmen sind der Aufbau und die Installation von drei Multifunktionsgehäusen (meist graue Kästen am Straßenrand) und drei PoP-Gebäuden (Technikstationen in Form kleiner Gebäude) notwendig. Im Anschluss an die Arbeiten wird das Netz dann an den Netzbetreiber, die NetCom BW GmbH, übergeben und von diesem in Betrieb genommen – wie zuvor erwähnt vermutlich Anfang 2029.