Boxevent in Metzingen
: Gekämpft wird zur Primetime

Aus der ersten Fight Night hat Veranstalter und Hauptkämpfer Victor Daniel einiges gelernt. Was er sich für die zweite Auflage überlegt hat, und warum alle Menschen etwas mit Boxen anfangen können.
Von
Larissa Renz
Metzingen
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Schon die vergangene Fight Night in Metzingen im März lockte 1000 Zuschauer in die Motorworld. Die nun anstehende soll und darf noch größer ausfallen, wenn es nach Veranstalter Victor Daniel geht.

Schon die vergangene Fight Night in Metzingen im März lockte 1000 Zuschauer in die Motorworld. Die nun anstehende Fight Night am 8. November soll und darf noch größer ausfallen, wenn es nach Veranstalter Victor Daniel geht.

Veranstalter
  • Am 8. November findet die zweite Fight Night in Metzingen statt, Veranstalter ist Victor Daniel.
  • Über 1200 Zuschauer werden erwartet, nach 1000 Gästen bei der ersten Veranstaltung im März.
  • Neben Boxkämpfen gibt es eine Hip-Hop-Show und einen Boxautomaten für einen guten Zweck.
  • Hauptkampf: Victor Daniel tritt gegen Osasu Obatzu um die Deutsche Meisterschaft im Schwergewicht an.
  • Die Veranstaltung bietet modernisierte Abläufe, Show-Elemente und setzt auf Kartenzahlung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Victor Daniels Terminkalender ist noch genau eine Woche lang voll. Seit März, konkret seit die erste Fight Night, die in der Metzinger Motorworld stattfand, zu Ende gegangen war, eilt er von Organisationsterminen in seine Trainingseinheiten und wieder zurück. „Es gab für mich als Veranstalter einige wichtige Schlüsse, die ich aus dem ersten Event ziehen konnte“, stellt Daniel fest, die Vorfreude ist hörbar, „das alles gipfelt am 8. November in der Fight Night Volume 2, hier in Metzingen. Wir haben einiges verändert.“ Bevor er alles aufzählt, was neu, größer und anders ist, muss der Hauptkämpfer des Abends und gestandene Sportler erstmal ganz tief Luft holen.

Insgesamt hat Daniel viel Mühe darin gesteckt, der Veranstaltung bei ihrer zweiten Auflage eine belastbarere Unterkonstruktion zu verpassen. „Wir haben im März schon erkannt, dass Boxen in der Region Potenzial hat. Wir hatten 1000 Gäste“, resümiert er. Und dieses Mal sollen es noch mehr werden, Platz wäre allemal da. So war es ihm und seinem Team ein Anliegen, die Versorgung mit Essen und Getränken zu verbessern, und auch am Ticketing hat er nachgeschärft. „In diesem Jahr werden wir zudem Kartenzahlung haben, das gehört einfach zu einer modernen Veranstaltung dazu“, führt der 33-Jährige aus, „und wir wollen den Fans, die zu uns kommen, um die Kämpfe herum mehr Show und mehr Unterhaltung bieten.“ Die Halbzeit-Show übernimmt eine preisgekrönte Hip-Hop-Gruppe aus der Region, verrät Daniel. Wer selbst mal seine Kräfte austesten möchte, kann dies an einem Boxautomaten tun. Der Erlös geht an das Paluna-Projekt der Universität Tübingen, das Familien bei der Heim-Versorgung krebskranker Kinder unterstützend und beratend zur Seite steht. „Wir haben die Möglichkeit, etwas zurückzugeben, etwas zu machen, was über die Stunden der Fight Night hinaus wirkt, und das wollte ich dann auch machen“, erklärt Daniel zu der Charity-Aktion.

Are you ready to rumble?

Allen voran aber sei das Event verschiedenen Kampfsportarten gewidmet. In den Vorkämpfen im Boxen und Kickboxen gehört der Ring ab 16 Uhr jungen, regionalen Nachwuchssportlern. „Ich hätte mir gewünscht, dass es das in meiner Jugend schon gegeben hätte. Es hat schon was, wenn ein junger Sportler mal so diese Atmosphäre erleben kann und mal so dieses Gefühl dafür bekommt, wie es ist, vor so einem Publikum zu kämpfen“, erklärt der 1,96-Meter-Mann, der sich über die Jahre hochgearbeitet hat. Neben ihm und seinem Finalgegner in dem offiziellen Kampf um die Deutsche Meisterschaft im Schwergewicht (ab etwa 22 Uhr), Osasu Otobo, werden auch die Box-Zwillinge Rudi und Alex Hoffmann nach Metzingen kommen. Das Besondere: Der Altersunterschied zwischen den beiden Brüdern sind nur wenige Minuten; im Superweltergewicht aber führt an ihnen nichts vorbei, denn sie sind national die Nummern eins und zwei.

Entsprechend professionell sei das Event in jedem Detail geplant: Technik, Illumination, Promotion, soziale Medien, Ringrichter und Ansager – rund 100 Helfer, die an jenem Tag und am Tag davor im Einsatz sind. Ohne sein Netzwerk in der Szene müsste Daniel noch mehr Aufgaben selbst übernehmen. Und das könnte schwierig und anstrengend werden, sofern sich sein Wunsch erfüllt und tatsächlich 1200 Menschen sich für einen Besuch entscheiden.

Eine realistische Zahl, so die Einschätzung des Veranstalters. Schon im März hätte die Veranstaltung auch viele neue Neugierige in verschiedenen Altersgruppen angezogen. Bis spät in die Nacht hätten sie dort gesessen – die Plätze direkt am Ring seien auch in dem laufenden Vorverkauf sehr gefragt. Die Tickets und Platzwahl seien online möglich oder an der Abendkasse. Die Pforten der Motorworld öffnen sich um 15 Uhr. „Boxen hat keine schweren Regeln. Es ist Adrenalin, Spannung, Nervenkitzel“, beschreibt Daniel die Facetten des Sports, die ihn so zugänglich machen, „außerdem können wir uns alle mit den Kämpfern identifizieren. Jeder von uns kämpft in seinem Leben gegen etwas.“ Und auch dafür, warum immer am Abend und der Nacht geboxt wird, fallen Victor Daniel mehr Gründe ein als nur, dass da eine Lichtshow effektvoller sei. „Naja, geboxt wird zur Primetime. Das Beste des Tages kommt eben ganz zum Schluss“, sagt er mit breitem Grinsen und reibt sich die Hände. Nur noch drei Mal Sparring, dann ist er bereit für die Fight Night und die Gäste am Samstagabend.

Noch tiefenentspannt, doch bereit für den Kampf um die Deutsche Meisterschaft: Boxer Victor Daniel.

Noch tiefenentspannt, doch bereit für den Kampf um die Deutsche Meisterschaft: Boxer Victor Daniel.

Larissa Renz