Blumen auf der Vorderen Alb: Was blüht denn da im Wald?

Eine Orientalische Nieswurz, auch als Lenzrose oder Frühlings-Christrose bekannt, ist im Wald eher ein seltener Anblick. Die Blume ist in Deutschland nämlich eigentlich nicht heimisch. Aber sie liebt kalkhaltige Böden in lichten Buchen- oder Eichenwäldern. Und das kann ihr die Schwäbische Alb natürlich bieten.
Karolin Müller- Auf der Vorderen Alb blühen aktuell viele Frühblüher in den Wäldern.
- Häufig: Buschwindröschen, Gelbe Windröschen, Immergrün, Duftveilchen, Lerchensporn.
- Lungenkraut färbt von Rosa zu Blau-Violett; Sternhyazinthe gut eingebürgert.
- Selten und giftig: Orientalische Nieswurz (Lenzrose), wildwachsend geschützt.
- Echter Seidelbast ist streng geschützt, giftig und duftet stark.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Noch wirken die meisten Bäume in den Wäldern auf der Schwäbischen Alb kahl. Der Anblick ihrer Knospen gibt allerdings Hoffnung, dass bald alles ergrünen wird. Derzeit sorgen hauptsächlich die Weißdorn-Büsche dafür, dass schon saftiges Hellgrün zu sehen ist.
Dafür können aber vor allem auf dem Waldboden, zwischen dem braunen Laub, allerlei Farbtupfer entdeckt werden. Den Anfang machten im Februar und Anfang März die weißen Blüten der Schneeglöckchen und Märzenbecher sowie die gelben Winterlinge. Sie sind mittlerweile vielerorts schon am Verblühen, aber die nächsten Frühlingsboten haben bereits begonnen, den Wald zu erobern.
Auf der Vorderen Alb sorgen nun vor allem die Buschwindröschen für weiße Blütenteppiche mit rosafarbenen Tupfern. Einige von ihnen besitzen nämlich Blütenblätter in zartem Rosa. Sie scheinen das Leben in großen Gruppen zu lieben, denn ein Buschwindröschen ist nur selten allein anzutreffen.
Gerne nehmen sie aber auch Gelbe Windröschen in ihrer Mitte auf. Auch diese Frühjahrsblüher bilden ganze Blütenmeere und versorgen das Auge mit der nach dem Winter langersehnten Farbenpracht – es ist also kein seltener, dafür aber oftmals ein wohltuender Anblick.
Blau-lilanes Kulturrelikt
Ebenfalls häufig erfreuen derzeit blau-lilafarbene Blütenteppiche die Spaziergänger im Wald. Sie werden vom Kleinen Immergrün, auch Jungfernkraut, gebildet. Diese Blume, eine Art Kriechpflanze, gibt es auch in Weiß und Rosa. Sie hat das ganze Jahr über grüne Blätter und ist sowohl für Menschen als auch für Tiere giftig. Sie gilt zudem als sogenanntes Kulturrelikt, da sie in Süddeutschland schon seit der Römerzeit beheimatet sein soll.
Für eine lilafarbene Blütenpracht sorgt momentan auch das zarte Duft- oder Märzveilchen. Es wächst ebenfalls gerne in Gruppen. Diese Vorliebe ist auch beim Lerchensporn deutlich zu erkennen. Nur selten sieht man ihn allein. Es wirkt schon fast wie ein Blütenfest, wenn sich der Lerchensporn mit seinen traubenförmigen, purpurfarbenen, violetten und weißen Blüten über dem Waldboden ausbreitet. Dabei soll jede Population ungefähr zu gleichen Teilen aus den verschiedenen Farben bestehen.
Wechselnde Blütenfarbe
Zurzeit ist auch das Lungenkraut häufig im Wald zu entdecken. Ihren Namen hat die kleine Blume von ihrer Verwendung als Heilpflanze. Sie wird seit dem Mittelalter in der Pflanzenheilkunde bei Lungenleiden eingesetzt. Die Blütenfarbe wechselt von Rosa nach Blau-Violett. Das heißt, je heller die Blüte, desto jünger ist sie.
Häufig zu sehen ist außerdem die Frühlings-Platterbse. Ihre schmetterlingsförmigen Blüten sind momentan vielerorts allerdings noch geschlossen. Doch die lilafarbenen Blütenknospen stehen kurz davor, aufzubrechen und dem Wald noch mehr Farbe zu verleihen.
Mit einem zarten Hellblau und einer sternförmigen Blüte zieht die Sternhyazinthe des Wanderers Blicke auf sich. Sie wird auch Schneeglanz oder Schneestern genannt. Sie schätzt helle Laubwälder, ist aber in Deutschland eigentlich nicht heimisch, gilt allerdings mittlerweile als gut eingebürgert und ist auch auf der Vorderen Alb immer wieder zu entdecken.
Seidelbast und seltene Nieswurz
Um all diese farbigen Frühlingsboten zu sehen, muss man meist nicht groß auf die Suche gehen. Doch in den heimischen Wäldern finden sich auch selten Blumen. Etwa die Orientalische Nieswurz. Im Vergleich zur Stinkenden Nieswurz, deren grüne Blüten mit rosafarbenem Rand derzeit an vielen Stellen wachsen, ist sie nur mit Glück zu erblicken, und das trotz ihrer großen purpurfarbenen Blüten. Grund dafür dürfte sein, dass auch sie in Deutschland eigentlich nicht beheimatet ist. Ihre Abkömmlinge im Wald sind oft sogenannte Gartenflüchter, also Pflanzen, die sich von Hausgärten aus verbreitet haben. Die Orientalische Nieswurz, auch bekannt als Lenzrose, ist aber winterhart, liebt kalkhaltigen Boden und Laubwälder. Das heißt, sie dürfte sich auf der Alb wohlfühlen. Wildwachsend steht sie unter Schutz und darf nicht gepflückt werden. Sie ist zudem stark giftig.
Streng geschützt und giftig ist auch der Echte Seidelbast. Hat man die lilafarbenen Blüten des Strauches erst einmal erspäht, darf man sich freuen. Denn allzu häufig kommt das auf der Vorderen Alb nicht vor, obgleich er hier heimisch ist und keinerlei Probleme mit der Kälte hat. Seine Blüten haben einen starken Duft. Aufgrund seines Schutzstatus, darf er weder beschädigt noch ausgegraben werden.


















