Bernd Welser als BM verabschiedet: „Ich bin dann mal weg“

Bernd Welser, künftig Alt-Bürgermeister, übergab den Staffelstab am vergangenen Montagabend an seinen Nachfolger Frank Lindner.
Thomas Kiehl- Bernd Welser wurde als Bürgermeister verabschiedet: „Ich bin dann mal weg“
- Amtseinsetzung: Frank Lindner wurde gestern Abend eingesetzt
- Ort des Geschehens: Bempflingen
- Staffelstab-Übergabe am vergangenen Montagabend
- Bilder vom Abend werden gezeigt
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„Ich bin dann mal weg.“ Mit diesen Worten beendete Bernd Welser seine 16 Jahre währende Amtszeit als Bempflinger Bürgermeister und verabschiedete sich in den Ruhestand und damit in einen neuen Lebensabschnitt. Vor einer voll besetzten Halle im Dorfgemeinschaftshaus, mit lokaler Politprominenz, erinnerte sich Welser gemeinsam mit den Kleinbettlingern (und Bempflingern) an die vergangenen Jahre zurück.
Die Zahl drei war es, die sich durch die Rede und damit auch seine Zeit im Rathaus zog. Drei Eigenschaften seien es gewesen, die ihm immer wichtig gewesen seien: Geradlinigkeit, Verlässlichkeit und Pragmatismus. Vor allem zweiteres attestierten ihm auch viele der Gastredner, wie Martin Trautwein, der für die Vereine sprach. Die vielen wertschätzenden Ansprachen, die zu Ehren Welsers vorgetragen wurden, schienen sich nicht als leere Worthülsen zu entpuppen, wie an den Reaktionen des Publikums abzulesen war.
„Auch der Friedhof wurde nicht von Ihrem Tatendrang verschont“, erzählte Gemeinderat und zweiter stellvertretender Bürgermeister Jens Hartlieb, was für viele Lacher im Saal sorgte. Marcel Musolf, Landrat im Kreis Esslingen, betonte diese Einsatzfreude ebenso, die zu großen kommunalpolitischen Erfolgen geführt habe. Bernd Welser nehme sich selbst nicht zu wichtig, große Sprüche oder Versprechungen, das kenne man nicht von ihm. Nie laut sei er gewesen, trotzdem hätten „deine Worte immer Gewicht“ gehabt, befand Neckartenzlingens Bürgermeisterin Melanie Braun. Als Mensch, für den Familienfreundlichkeit kein Schlagwort, sondern Haltung sei, beschrieb Kämmerin Tanja Galesky ihren nun ehemaligen Chef –, nachdem sie mit allen Gemeindemitarbeitern im Chor den Flippers-Hit „Wir sagen Dankeschön“ als Welser-Edition gesungen hatte. Sichtlich gerührt war dieser und nahm im Anschluss direkt die Bank in Augenschein, die ihm der Bauhof angefertigt hatte. „Ein dankbarer Blick zurück“ war es auch für Pfarrer Hartmut Bosch, der die Zusammenarbeit mit Welser und der Gemeinde stets geschätzt habe.
„In einer Zeit, in der man das Machbare vom Wünschenswerten unterscheiden muss“, sei es ein alles andere als leichter Start für einen neuen Bürgermeister, so Musolf. Mit Blick auf die strukturelle Unterfinanzierung der Kommunen wünschte er Frank Lindner für die kommenden acht Jahre Kraft, Mut, Zuversicht, Glück und Fingerspitzengefühl. Das Bürgermeisteramt sei eines der schönsten in der öffentlichen Verwaltung, wie er aus Erfahrung weiß. Melanie Braun fügte zu den notwendigen Eigenschaften noch eine gute Prise Humor hinzu, „denn nicht jede Herausforderung lässt sich mit Paragrafen lösen.“ Jens Hartlieb übernahm die feierliche Vereidigung von Frank Lindner, der im Anschluss ergriffen seine Antrittsrede hielt.
Die Kleinbettlinger begrüßte er vor den Bempflingern, was mit Jubel aus den Reihen des Publikums quittiert wurde. Welser hinterlasse große Fußstapfen: „Man sieht, was getan wurde. Man sieht, dass Verantwortung übernommen wurde.“ Das tolle Rathausteam und der motivierte Gemeinderat seien ein Fundament, auf das man bauen könne, so Lindner weiter, wofür er seinem Vorgänger dankte, „weil ich genau weiß, wie wertvoll das für meinen Start ist.“ Während Bürokratie und Aufgaben wüchsen, schrumpfe allerdings der Gestaltungsspielraum der Kommunen. Lindners Rezept: „Wir füllen die Lücken nicht mit Resignation, sondern mit Ideen.“ Für die künftige Zusammenarbeit wünschte sich Frank Lindner von sich und auch den Bürgerinnen und Bürgern zum Abschluss zwei Dinge: Auch im Streit fair zu bleiben und zusammenzuhalten, sollte es einmal schwierig werden. „Es heißt nicht ‚die da oben‘ und ‚wir hier unten‘. Es heißt: Wir in Bempflingen.“











