Bergpreis Schwäbische Alb 2026: Mit Vollgas in die vierte Runde

Schon der Fuhrpark bei der Pressekonferenz war beeindruckend. Aber trotzdem noch nicht mit dem zu vergleichen, was die Besucher am 6. September beim Bergpreis erwartet.
Michael Koch- Bergpreis Schwäbische Alb findet am 6. September in Neuffen statt – vierte Auflage seit 2023.
- Rund 140 historische Rennfahrzeuge zeigen Demonstrationsfahrten ohne Wertung auf 4 km und 18 Kurven.
- Prominente Teilnehmer sind u. a. Hans-Joachim Stuck, Bernd Schneider und Leopold Prinz von Bayern.
- Eintritt ist frei, getragen von Sponsoren und über 400 Ehrenamtlichen. Bus-Shuttle kostet 5 Euro.
- Rahmen: Eselhock mit Seifenkistenrennen am 5. September, am 6. September drei Läufe und Gottesdienst.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Sonne brennt, der Asphalt der Neuffener Steige heizt sich auf. Die Interessengemeinschaft (IG) Bergpreis Schwäbische Alb hatte an das ehemalige Fahrerlager zur Pressekonferenz eingeladen – an einen Platz, an dem einst die Motoren einiger der schnellsten Bergrennwagen Deutschlands liefen. Ein „benzingetränkter Ort", wie es Stephan Allgöwer vom Orga-Team beschreibt, und damit die passende Kulisse für ein Event, das Motorsportgeschichte und Gegenwart verbindet.
Erinnerungen und Vorfreude
Offiziell eröffnete Allgöwer die Pressekonferenz: Er begrüßte die Gäste, erinnerte kurz an die Geschichte des Bergpreises und stellte die wichtigsten Daten und Eckpunkte der kommenden Veranstaltung vor. Für die Stadt ergriff danach Bürgermeister Matthias Bäcker das Wort. Er freute sich sichtlich auf das Event und äußerte vor allem einen Wunsch: dass „alles friedlich und gut über die Bühne geht".
Ähnlich angetan zeigte sich Landrat Marcel Musolf, der vom Enthusiasmus und Engagement der vielen Beteiligten begeistert war und aus seiner Vorfreude keinen Hehl machte: „Ich komme gern und komme wieder." Als besonderer Gast wurde schließlich Karl Wendlinger nach vorne gebeten. Der frühere Formel-1-Fahrer sprach ausgesprochen positiv über die Veranstaltung: Sie sei eine gute Gelegenheit, den Motorsport für die Menschen greifbar zu machen, und wecke so das Interesse am Breiten- und Basismotorsport.
Danach übernahm Oliver Sittler, der die Formel 1 im Schweizer Fernsehen moderiert, das Mikrofon und bat mehrere Rennfahrer zur Gesprächsrunde. In lockerer Atmosphäre ging es um den Motorsport, um Anekdoten aus vergangenen Zeiten und immer wieder um das anstehende erste September-Wochenende. Der Tenor war dabei eindeutig: Alle sehen im Bergpreis eine große Chance – und freuen sich sichtlich auf die Veranstaltung.
Am 18. und 19. Juli 1964 begann auf der Neuffener Steige eine Motorsportgeschichte, die weit über die Region hinaus bekannt wurde. Enge Kurven, schnelle Passagen und ein deutlicher Höhenunterschied machten die Strecke zu einer der anspruchsvollsten Bergrennstrecken Deutschlands. Bis zu 40.000 Zuschauer kamen zu den Renntagen. Fahrer, Mechaniker und Fans begegneten sich ohne Zäune und ohne VIP-Bereiche – genau diese Nähe sorgte für den besonderen Reiz.
An den Start gingen zahlreiche namhafte Fahrer – ein Starterfeld, das dem Rennen zusätzliche Strahlkraft verlieh. Nur 1968 pausierte der Bergpreis wegen Bauarbeiten an der Steige. Nach einem tragischen Unfall endete 1983 schließlich eine Ära.
Die Faszination blieb erhalten. Aus einem Abend in der Sportgaststätte Spadelsberg im Herbst 2014 – unter dem Motto „2018 im Visier" – entstand das heutige Orga-Team. Es dauerte länger als geplant, doch 2023 gehörte die Neuffener Steige wieder einen Tag lang den historischen Rennfahrzeugen. 2026 findet der Bergpreis bereits zum vierten Mal in Folge statt. Und die Begeisterung ist ungebrochen: Für die diesjährige Auflage gingen bei der IG etwa doppelt so viele Bewerbungen ein wie Startplätze vorhanden sind.
Untrennbar verbunden ist der Bergpreis heute mit dem Neuffener Eselhock. Das Fest wurde 2017 als Nachfolger des seit 1982 bestehenden Stadtfestes ins Leben gerufen – mit dem Ziel, die Gemeinde zusammenzubringen. Sein Name erinnert an den „Esel", den traditionellen Spitznamen der Neuffener, der heute als Zeichen der Heimatverbundenheit gilt. Während am Samstag die Vereine mit Bewirtung, Musik und Geselligkeit zum Feiern einladen, steht am Sonntag der Bergpreis mit den historischen Fahrzeugen im Mittelpunkt.
Das erwartet die Besucher
Am Sonntag, 6. September, brummen wieder die Motoren der historischen Rennfahrzeuge auf der Neuffener Steige. Rund 140 Fahrzeuge gehen auf der gut vier Kilometer langen Strecke an den Start – die Bandbreite reicht von Klassikern bis zu modernen Rennprototypen. 18 Kurven und rund 280 Höhenmeter verlangen Mensch und Maschine dabei einiges ab. Wichtig: Es ist kein Rennen. Gefahren wird im Rahmen von Demonstrationsfahrten, es gibt weder Wertung noch Sieger – dafür Motorsport zum Anfassen.
Unter den Teilnehmern finden sich auch einige bekannte Namen des Motorsports – darunter Hans-Joachim Stuck (Porsche 911 ST), Bernd Schneider (Mercedes AMG SLS GT3) und Leopold Prinz von Bayern (BMW E9 3.0 CSL).
Der Eintritt ist frei – der Bergpreis ist eine reine Non-Profit-Veranstaltung, deren Kosten ausschließlich von Sponsoren, Unterstützern und über 400 ehrenamtlichen Helfern getragen werden.
Wer den Wendepunkt auf der Albhochfläche an der Hülbener Brille besuchen möchte, nutzt am besten den Bus-Shuttle: Er verkehrt von Neuffen (Oberer Graben) ab 9.00 Uhr und von Erkenbrechtsweiler (Burrenhof) ab 10.30 Uhr jeweils im halbstündigen Takt. Eine Fahrt kostet 5 Euro, Kinder bis 12 Jahre fahren kostenlos. Im Fahrerlager in Neuffen und an der Brille lassen sich die Rennfahrzeuge aus nächster Nähe erleben – und wer mag, sucht das Gespräch mit den Fahrern.
Ein Tipp für die Pausen: Am Ortsende von Neuffen, hinter dem blauen Zirkuszelt, liegt der Oldtimer-Parkplatz. Dort stellen Besucher ihre eigenen Schmuckstücke ab – zahlreiche liebevoll gepflegte Klassiker, die sich von Nahem bestaunen lassen.
Seifenkistenrennen für Jedermann
Wer bis zum Sonntag nicht warten kann, kommt schon am Samstag, 5. September: Den Auftakt macht am Vormittag das Seifenkistenrennen im Wohngebiet Auchtert, am Nachmittag treffen die Fahrer mit ihren Rennfahrzeugen ein, und ab 16 Uhr beginnt im Ortskern der Eselhock.
Beim Team der IG ist die Vorfreude groß. Rund 20.000 Besucher verfolgten den Bergpreis im vergangenen Jahr – und die Zeichen stehen auf Wachstum: Für 2026 rechnet Stephan Allgöwer mit einem neuen Zuschauerrekord. Bleibt das Wetter am ersten Septemberwochenende so sommerlich wie am Tag der Pressekonferenz, dürfte die Neuffener Steige einmal mehr zur großen Bühne des historischen Motorsports werden.
Das Programm von Eselhock und Bergpreis Schwäbische Alb
Samstag, 5. September 2026:
10.00 Uhr – Seifenkistenrennen im Wohngebiet Auchtert
13.00 – 16.00 Uhr – Eintreffen der Fahrer und Rennfahrzeuge
16.00 Uhr – Eselhock im Ortskern
18.00 Uhr – Eröffnung des Eselhock durch BM Matthias Bäcker.
Sonntag, 6. September 2026
8.00 Uhr – Bezug der Fahrerlager
9.30 Uhr – Gottesdienst vor der Martinskirche
10.00 Uhr – Start zum ersten Lauf und Beginn Eselhock
12.00 Uhr – Mittagspause
13.30 Uhr – Start zum zweiten Lauf
16.00 Uhr – Start zum dritten Lauf
18.30 Uhr – Letzte Fahrt des Bus-Shuttles von der Albhochfläche nach Neuffen
20.00 Uhr – Ende Eselhock












































































