Bergpreis Schwäbische Alb
: Wenn Boliden die Neuffener Steige zum Leben erwecken

Spektakel pur am Sonntag. Das Revival-Event „Bergpreis Schwäbische Alb“ lockte bei herrlichem Spätsommerwetter die Besucherscharen an. Rund 20 000 Motorsportfreunde säumten die Strecke vom Neuffener Rathaus bis hoch zur Hülbener Brille.
Von
Bernd Ruof
Neuffen
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In Neuffen geht es nicht mehr um die Zeit, eher um alte Zeiten.

In Neuffen geht es nicht mehr um die Zeit, eher um alte Zeiten.

Bernd Ruof
  • Revival „Bergpreis Schwäbische Alb“ zog rund 20 000 Besucher an – Präsentationsrennen ohne Zeitnahme.
  • Etwa 140 historische Fahrzeuge fuhren von Neuffen hinauf zur Hülbener Brille auf der alten Rennstrecke.
  • Die Strecke mit 4 Kilometern, 18 Kurven und 280 Höhenmetern war 1964 bis 1983 ein echtes Rennen.
  • Promis und Ex-Profis dabei, u. a. Richy Müller, Guido Buchwald, Bernd Schneider und Karl Wendlinger.
  • Fahrzeug-Highlights reichten von Vorkriegsmodellen bis Supercars, etwa Ford GT40, Porsche Turbo RSR.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Motorsport zum Anfassen und vor allem zum Anhören. Wenn es auf der Neuffener Hauptstraße am ersten Septembersonntag des Jahres so richtig laut wird, dann ist „Bergpreis“. Rund 140 historische Fahrzeuge reihten sich in vier Gruppen ein, um mit röhrenden Motoren hinauf nach Hülben zu fahren.

Die Veranstaltung, die nach kleineren Veranstaltungen seit 2023 jährlich auf der historischen Strecke durchgeführt wird, ist eine Hommage an die Rennen, die von 1964 bis 1983 durchgeführt wurden.

Während es heute ein Präsentationsrennen mit Überholverbot ist, war damals die vier Kilometer lange Strecke bei 280 Metern Höhenunterschied mit ihren 18 engen Kurven und schnellen Passagen herausfordernd und wurde im höchstmöglichen Tempo befahren.

Ein illustres Teilnehmerfeld

Dass dieses neue Event Jahr für Jahr reibungslos über die Bühne geht, ist einem engagierten Organisationsteam (Interessengemeinschaft Bergpreis) zu verdanken, dem eine Dame und 22 Herren angehören.

Matthias Bäcker, Neuffens Bürgermeister, im Gespräch mit Ex-Fußball-Weltmeister Guido Buchwald. Im Porsche Targa daneben fährt Tatort-Kommissar Richy Müller.

Matthias Bäcker, Neuffens Bürgermeister, im Gespräch mit Ex-Fußball-Weltmeister Guido Buchwald. Im Porsche Targa daneben fährt Tatort-Kommissar Richy Müller.

Bernd Ruof

Zahlreiche Spitzenfahrer gingen damals in Neuffen an den Start. Namen wie Helmut Henzler, Prinz Leopold von Bayern, Sepp Greger, Jochen Mass und Hans-Joachim Stuck prägten die Geschichte des Bergpreises. Neben den Profis sorgten ambitionierte Privatfahrer und internationale Teilnehmer für ein illustres Teilnehmerfeld und verliehen dem Rennen das Flair der großen weiten Welt. Ein tragischer Unfall, bei dem ein Mädchen zu Tode kam und es zahlreiche Verletzte gab, bedeutete das Ende dieser Ära.

  • Bergpreis Neuffen 2026

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    Emil Schmid
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Die Promidichte ist noch heute hoch. So sitzt im zweiten Fahrzeug hinter der Startlinie, einem Porsche 911 Targa, der Stuttgarter Tatort-Kommissar Richy Müller. Seine letzte Fahrt als amtierender Bürgermeister absolvierte gestern Matthias Bäcker, der mit Ex-Fußballweltmeister Guido Buchwald am Start fachsimpelte. Zu den Dauergästen beim Bergpreis gehören der frühere Rennfahrer Niki Schelle, Walter Röhrls Beifahrer Christian Geistdörfer, DTM-Legende Bernd Schneider oder der Ex-Formel-1-Pilot Karl Wendlinger. Stammgast ist auch Helmut Henzler, der seine Karriere mit dem Sieg beim Bergpreis 1970 einläutete. Er präsentierte als Lokalmatador einen Porsche Turbo RSR, Baujahr 1989. Der luftgekühlte 6-Zylinder-Boxermotor mit Abgasturbolader und Ladeluftkühler bringt bis zu 330 PS auf den Asphalt.

Alles im Blick hatte vom Starterturm aus, wie schon die Jahre zuvor, Rainer Klink, wandelndes Rennlexikon und Betreiber des Tübinger Spiel- und Automuseums Boxenstopp. Moderiert wurde aber auch am Ortsende und an der Hülbener Brille, wo alle Fahrzeuge geparkt und geballt vorgestellt wurden. Hier wie in den verschiedenen Fahrerlagern in der Stadt hatten die Besucher Gelegenheit, die automobilen Preziosen hautnah zu erleben. Sogar Handauflegen war gestattet und das Gespräch mit dem einen oder anderen Fahrer ergab sich.

„Wir suchen ganz gezielt Autos mit einer interessanten Geschichte aus“, erklärt IG Pressesprecher Stephan Allgöwer. Originale Bergpreisteilnehmer von einst hatten natürlich die besten Karten, aber auch andere Modelle erhielten eine Starterlaubnis. „Die Bandbreite reicht seinen Worten zufolge von Vorkriegsmodellen bis zu neuzeitlichen Supercars“. Von A wie Alpine Renault bis zu T wie Trabant war das Who is Who der Auto-Klassiker vertreten.

Den besten Platz hatten diejenigen Zuschauer, die in Hörweite von Rainer Klink am Start standen. Wie kein Zweiter kennt er die Geschichte der Autos und die Geschichten die sich um sie ranken. So über den 76 Jahre alten Motorenpapst Franz Straub aus Aulendorf, der seinen De Tomaso Pantera GT 4 vorfuhr. Der italienische Rennsportwagenhersteller baute in den Siebzigerjahren diesen Supersportwagen.

Ex-DTM Fahrer Klaus Ludwig stand direkt daneben an der Startlinie mit seinem Mercedes 190 EVO, Baujahr 1990. Mit diesem Fahrzeug gewann Ludwig 1992 die Deutsche Tourenwagenmeisterschaft. Einen Ford Escort Twincam, Baujahr 1973, fuhr Roland Asch. Seine Automobillaufbahn begann 1973 mit Slalomrennen und führte ihn zu Bergrennen, wo er 1981 Deutscher Meister wurde. Nach Rennen in der Deutschen-Rennsport-Meisterschaft erfolgte sein Debüt in der Deutschen-Tourenwagen-Meisterschaft 1984 bei einem einzigen Rennen auf dem Hockenheimring.

Zwei feuerrote Abarth Spider führten Margit und Helga Aumüller aus Schönbrunn im Steigerwald vor und bewiesen, dass die Liebe zu Rennwagen und automobilen Klassikern keine Männerdomäne ist. Der Reichenbacher Rudolf Seisenberger saß am Steuer einer besonderen Preziose: Er führte einen Ford GT 40 (Baujahr 1972) vor. Der legendäre Rennwagen wurde in den 1960er-Jahren gebaut, um das 24-Stunden-Rennen von Le Mans zu gewinnen, was ab 1966 auch viermal in Folge gelang. Die Zahl 40, so Rainer Klink, stammt von der flachen Bauhöhe von genau 40 Zoll, was einer Höhe von rund 102 Zentimetern entspricht.

In einem „Wolf im Schafspelz“ saß Fritz Weber in seinem froschgrünen VW Käfer 1200 mit nur 800 Kilogramm Gewicht aus dem Jahr 1968. Unter seiner Heckklappe findet sich ein Sechszylinder Porsche-Aggregat, das 230 PS leistet und manchen beim Überholvorgang wohl grün vor Neid werden lässt.