Bayern München-Paris St. Germain
: KI sagt, wie das Spiel hätte ausgehen können

Glosse: Hatten die Schiedsrichter in Hin- und Rückspiel nur jeweils einen schlechten Tag, oder können sie es nicht besser? Die KI sagt, wer im Halbfinale weitergekommen wäre, wenn in zehn Schlüsselszenen anders gepfiffen worden wäre.
Kommentar von
Peter Kiedaisch
Metzingen
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Bayern München - Paris Saint-Germain

Bayern München hatte am Ende zu wenig Argumente.

Sven Hoppe/dpa

Beeindruckend, wie Künstliche Intelligenz das Leben leichter machen kann. Frank Müller, Chef der Firma Axsos aus Metzingen, hat es uns dieser Tage mal vorgeführt. Routinearbeiten, die sonst zwei Wochen dauern, erledigt der Helfer in zwei Stunden.

Macht Spaß, damit herumzutüfteln, sagt Müller, und rät mir, es doch selbst mal auszuprobieren. Weil ich in den 90ern als Student nebenbei ein Fahrschulverwaltungsprogramm geschrieben habe, aber in einer Sprache, die es schon lange nicht mehr gibt, versuche ich damit mein Glück. Am einfachsten wäre es, den alten Programmcode der KI zu übergeben mit der Anweisung, das in ein gängiges Datenverwaltungssystem umzuschreiben, etwa Excel-VBA.

Doch wie komme ich an die Befehlszeilen, die ausgedruckt einen Din-A-4-Ordner füllen? Stupide abtippen? Das dauert ewig. Weil man damals alles auf Disketten gespeichert hat, für die es schon lange keine Laufwerke mehr gibt, kann ich auf die alten Daten nicht mehr zugreifen. Also lasse ich KI alles neu machen und befehle: Erstelle eine Übersicht mit grafisch hinterlegten Menüs, damit ich die Schüler, ihre Art und Anzahl der Fahrstunden und offene Rechnungen auf einen Blick erhalte. Zudem benötige ich eine Ja/Nein-Abfrage, ob sie die Theorieprüfung bestanden haben.

Spiel gesehen?

Aber: Mir fehlt dazu inzwischen der Nerv, weil es das alles ja längst gibt. Nur nicht von mir. Mein damals fertiges Fahrschulverwaltungsprogramm scheiterte, weil ein gewisser Bill Gates ständig etwas Neues auf den Markt warf. Windows 3.1., dreidimensional wirkende Kacheln, Maussteuerung statt simpler Drop-Down-Menüs. Er wurde reich, ich nicht. Doch etwas soll mir KI verraten: Ich frage also, wie das Duell Bayern gegen Paris ausgegangen wäre, hätte der Schiedsrichter nicht in zehn entscheidenden Szenen Bayern München klar benachteiligt.

Das sei schwer, philosophiert die KI. Man müsste die Szenen genau benennen und so Wahrscheinlichkeiten berechnen. „Mann“, schimpfe ich, „hast Du das Spiel nicht gesehen?“ „Nein“, antwortet der KI-Bot und schwafelt davon, mir eine Zusammenfassung schreiben zu können. „Streng Dich an“, verlange ich und zähle drei Handspielentscheidungen mit verweigerten gelb-roten Karten, zu Unrecht zurückgepfiffene Abseitssituationen, Elfmeter und mehr auf. Schließlich sagt KI: „Es spricht vieles dafür, dass sich die K.o.-Runde deutlich zugunsten der Münchner verschoben hätte. Je nach Bewertung der Szenen wäre ein Vorteil von etwa zwei bis fünf Toren über Hin- und Rückspiel als grobe Modellrechnung denkbar.“ Sag’ ich doch.