Ausbildung Neckar-Alb
: Ideenschmiede Next Step in der Motorworld

Einige hundert Schülerinnen und Schüler haben sich auf der Messe Next Step Anregungen geholt. Die Ausbildungsmesse der Südwest Presse bietet Einblicke in viele Berufe.
Von
Peter Kiedaisch
Metzingen
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Am Stand der Südwest Presse Neckar-Alb informieren sich Schüler über Karrierechancen.

Am Stand der Südwest Presse Neckar-Alb informieren sich Schüler über Karrierechancen.

Thomas Kiehl
  • Die Ausbildungsmesse Next Step in der Motorworld bot Schülern Einblicke in viele Berufe.
  • 20 Unternehmen präsentierten sich, darunter Hugo Boss und Munksjö.
  • Johanna Ebbert von Hugo Boss suchte Azubis für verschiedene Bereiche, auch Studiengänge.
  • Der Diakonissenring bot Altenpflegehelfer-Ausbildung an, wichtig sind Deutschkenntnisse.
  • Die Messe half Schülern mit Defiziten und bot niederschwellige Orientierung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Susanne Bernauer, Lehrerin an der Metzinger Seybold-Schule, hat am Mittwochvormittag einigen ihrer Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die Berufswelt ermöglicht. Sie nahm sie mit zur Ausbildungsmesse Next Step, die die Südwest Presse Neckar-Alb regelmäßig anbietet. Für ihre Schüler ist es nicht immer einfach, sich ins Rampenlicht eines Bewerbungsgesprächs zu trauen. Die Seyboldschule ist ein sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ). Früher hätte man Sonderschule dazu gesagt, doch die Änderung der Nomenklatur ändert nichts am wirklichen Leben. Diese Schüler haben mitunter Defizite, die ihnen den Einstieg in einen Beruf nicht unbedingt erleichtern.

Niederschwelliges Angebot

Dennoch, sagt Susanne Bernauer, fahre einer ihrer früheren Schüler inzwischen Linienomnibus. Oft sind es gar nicht mal kognitive Defizite, manchen Schülern fehlen grundlegende Sprachkenntnisse, andere verfügen über wenig Selbstvertrauen, weil ihre Kindheit geprägt war von Armut und Ausgrenzung, einige haben auch in der Familie wenig Halt oder gar Förderung gefunden. Umso wichtiger ist so eine niedrigschwellige Ausbildungsmesse. Hier gibt es keine dummen Fragen, allenfalls könnte es dumme Antworten geben. Aber auch die bleiben an diesem Tag aus, denn die 20 Unternehmen, die sich in den Räumen der Motorworld vorstellen, haben ausgesuchtes Fachpersonal geschickt. Selbst gut ausgebildet und vor allem bestens eingebunden in den beruflichen Alltag ihres Unternehmens, insbesondere in den Bereich Ausbildung.

Bei dem Dettinger Papierhersteller Munksjö werden Papiertechnologen ausgeboldet.

Bei dem Dettinger Papierhersteller Munksjö werden Papiertechnologen ausgebildet.

Thomas Kiehl

Etwa Johanna Ebbert, die zum Recruiting-Team des Unternehmens Hugo Boss gehört. „Wir bieten fast alles an“, sagt sie und verweist auf Flyer, die auf ihrem Tisch ausliegen. „Dein Style, Deine Zukunft“ steht da zu lesen. Gesucht werden Auszubildende und Studenten für den kaufmännischen Bereich, für den Einzelhandel oder fürs Marketing. Näher, Lageristen, Informatiker, selbst Köche und Sport- und Fitnesskaufleute werden bei Boss ausgebildet. Wer sich für einen Dualen Studiengang interessiert, hat die Wahl zwischen BWL (mit verschiedenen Schwerpunkten), Wirtschaftsinformatik oder Onlinemedien, um nur einige Beispiele aufzuführen. Englisch sollte man halt können. Gut können, denn Englisch ist bei Boss Unternehmenssprache.

Die Ausbildungsmesse Next Step bietet wertvolle Orientierung.

Die Ausbildungsmesse Next Step bietet wertvolle Orientierung.

Thomas Kiehl

Der evangelische Diakonissenring bietet eine Ausbildung zum Altenpflegehelfer an. Auch hier ist Sprache essenziell, wie die stellvertretende Pflegedienstleiterin Linda Terella sagt. Aber es geht um Deutsch. Deutschunterricht macht bei der zweijährigen Ausbildung die Hälfte aus. Ein Jahr Deutsch lernen, dazu noch nach einem weiteren Jahr eine Ausbildung in der Tasche haben: Das hat einen jungen Mann aus Portugal sofort interessiert. Er ist gezielt deswegen auf die Messe gekommen, weil er sich von dieser Ausbildung eine Perspektive erhofft. Er möchte sich in Deutschland eine Zukunft aufbauen.

Während einer Ausbildung gibt es immer wieder auch Rückschläge. Zwölf Azubis haben beispielsweise im September im Metzinger Hotel Schwanen angefangen. Davon sind zwar nur noch fünf übrig, wie Daniel Schmitt, Personalreferent im Schwanen, bestätigt. Aber dieser Schwund ist im Gastrogewerbe fast schon kalkuliert: „Manche denken nach ein paar Wochen, sie dürfen jetzt bald ihren ersten Rostbraten zubereiten.“ Ganz so schnell gehe es nicht, das gilt auch für den Service. Wer raus darf zu den Gästen, benötigt eben den nötigen Feinschliff. Malte Sommerlad gehört zu jenen Azubis, die geblieben sind. Ihm gefällt der Beruf, auch die Arbeitszeiten.

Bei der Firma Brodbeck geht es ums Bauwesen, davon zeugt der ferngesteuerte Bagger.

Bei der Firma Brodbeck geht es ums Bauwesen, davon zeugt der ferngesteuerte Bagger.

Thomas Kiehl

Wer Lust auf einen nicht alltäglichen Beruf hat, könnte bei der Dettinger Firma Munksjö fündig werden. Dort werden Papiertechnologen ausgebildet. Dieses Jahr drei, dazu suchen die Hersteller von Dekor auf Zellstoffbasis für Holzmöbel noch einen Industriemechaniker. Julia Jäger, bei Munksjö für den Bereich Personal zuständig, kann ihren Arbeitgeber nur wärmstens empfehlen. Darin unterscheidet sie sich nicht von den anderen 19 Ausstellern. Überall ist es am besten. Für die Auszubildenden in spe kommt es nur darauf an, für sich die richtige Entscheidung zu treffen. Next Step hat dazu einen Beitrag geliefert. Weil es auf Ausbildungsmessen grundsätzlich keine dummen Fragen geben kann.