70-Millionen-Projekt in Metzingen: Bauarbeiten fürs Ganzjahresbad starten im Juni 2026

Am Bongertwasen werden demnächst große Bäume verpflanzt, die Vorbereitungen dafür haben begonnen.
Thomas Kiehl- Spatenstich fürs Ganzjahresbad am Bongertwasen im Juni dieses Jahres geplant.
- Bauzeit rund drei Jahre; Fertigstellung von Gebäuden und Außenanlagen im August 2029.
- Vorbereitung: Verpflanzung von zehn Großbäumen aus dem Efti-Garten ins Zwischenquartier.
- Maßnahme kostet viel, soll Schatten auf Liegewiese und ökologisches Gesamtkonzept sichern.
- Neues Efti-Gebäude: Spatenstich in der ersten Jahreshälfte; erste Sommerfreizeit 2027.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der erste Spatenstich für das Ganzjahresbad am Bongertwasen ist für Juni dieses Jahres geplant, wie die Stadtwerke Metzingen, in deren Zuständigkeit das Großprojekt fällt, mitteilten. Die SWM rechnen mit einer Bauzeit von rund drei Jahren, im August 2029 sollen die Arbeiten an den neuen Gebäuden und an den Außenanlagen abgeschlossen sein. Nachdem der Metzinger Gemeinderat vergangene Woche den Bebauungsplan für das Vorhaben beschlossen hat, sind nun die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den Start des 70-Millionen-Euro-Projekts geschaffen.
Auch wenn bis zum offiziellen Startschuss noch ein knappes halbes Jahr ins Land geht, tut sich schon jetzt einiges auf dem Areal des künftigen Bades. Es handelt sich dabei um vorbereitende Arbeiten für die Verpflanzung von Großbäumen, die das Gelände künftig prägen sollen, wie die Stadtwerke erklären. Für diesen Schritt habe man sich entschieden, um den Eingriff in den bestehenden Baumbestand des Ferientagheims (Efti) zu reduzieren“, erklären die SWM. Für den Erhalt der Bäume hatte es im Herbst 2024 auch eine vom Bund für Umwelt- und Naturschutz initiierte Unterschriftensammlung gegeben.
Abtransport mit Spezialgeräten
Bestehen bleibt nach Angaben der Stadtwerke zum einen die Baumreihe am Feldweg oberhalb des Eftis. Zum anderen werden zehn standortprägende Bäume aus dem Garten des Ferientagheims entnommen und von einer darauf spezialisierten Firma „fachgerecht in ein Zwischenquartier am Bongertwasen verpflanzt“. Ihren endgültigen Platz erhalten sie dann, wenn die Außenanlagen des Freibadbereichs ihre endgültige Gestalt erhalten. Sie sollen den künftigen Badegästen auf der Liegewiese Schatten spenden.
Damit die Baumexperten ihren Auftrag erfüllen können, lassen die SWM um das betroffene Gelände einen Bauzaun aufstellen. Zudem laufen aktuell bereits die Vorbereitungen für den Einsatz von schwerem Spezialgerät für den Abtransport der Bäume. Diese Maßnahmen, so die Stadtwerke, sollen dafür sorgen, dass die Bäume möglichst schonend ausgegraben und sicher in ihr Zwischenquartier gebracht werden. Voraussichtlich beginnt die Verpflanzung der Großbäume Mitte Februar.
Arbeiten verursachen hohe Kosten
Diese Maßnahme sei technisch anspruchsvoll und mit hohen Kosten verbunden, sagt Alexander Schoch, Geschäftsführer der SWM. „Dennoch haben wir uns gemeinsam mit der Stadt dafür entschieden, weil wir langfristig einen Freibadbereich schaffen wollen, der nicht nur funktional, sondern auch landschaftlich hochwertig ist und schon zu Beginn der ersten Badesaison Schatten auf der Liegewiese bietet.“ Die jetzt anstehenden Arbeiten seien „der erste wichtige Schritt zur Umsetzung eines ökologisch verantwortungsvollen Gesamtkonzepts“ für das Ganzjahresbad. Ziel sei es, „Teile der bestehenden Grünstruktur, wie im Bebauungsplan vorgesehen, zu erhalten und sinnvoll in das neue Ganzjahresbad zu integrieren“, betont Schoch.
Weil das Areal des Ferientagheims zum integralen Bestandteil des neuen Bades wird, entsteht in direkter Nachbarschaft zum Ganzjahresbad ein neues Efti-Gebäude. Den ersten Spatenstich für das Gebäude möchte der Träger der Einrichtung, die evangelische Gesamtkirchengemeinde Metzingen, in der ersten Hälfte dieses Jahres setzen. Der Zeitplan, den die Verantwortlichen für das Projekt entworfen haben, ist dabei stramm. Bereits im Sommer 2027 soll die erste Sommerfreizeit für Kinder auf dem neuen Gelände über die Bühne gehen. In diesem Jahr dient das Metzinger Otto-Dipper-Stadion als Ausweichquartier für die beliebte Ferienbetreuung.
Neues Ferientagheim entsteht
Für die evangelische Kirchengemeinde ist der Bau durchaus ein Kraftakt, allein für das Gebäude rechnen die Verantwortlichen bislang mit Kosten von rund 1,5 Millionen Euro. Um das Vorhaben zu finanzieren, kann die Kirchengemeinde indessen auf eigene Rücklagen zurückgreifen. Überdies kann sie mit bereits bewilligten Zuschüssen aus dem Kirchenbezirk Bad Urach-Münsingen sowie aus dem Ausgleichsstock der Landeskirche rechnen. Gleichzeitig rief die Kirche im vergangenen Jahr eine Spendenaktion zur Finanzierung des neuen Ferientagheims ins Leben.
Wenn das Ganzjahresbad wie geplant im Sommer 2029 fertiggestellt ist, endet für die Metzinger ein langer Weg, der im Oktober 2017 mit der Suche nach einem Standort begann. An diesem Prozess konnten sich die Bürgerinnen und Bürger auf unterschiedliche Weise mit Ideen und Anregungen einbringen. Im Mai 2018 entschied sich der Gemeinderat dafür, ein Kombibad auf dem Bongertwasen zu bauen. Es folgte ein Bürgerentscheid, bei dem eine klare Mehrheit diese Entscheidung befürwortete. Die Corona-Pandemie bremste das Projekt dann zunächst aus, doch im Juli 2022 hat der Metzinger Gemeinderat sowohl den Start der Ausschreibung als auch das Energiekonzept für das Ganzjahresbad beschlossen. Entschieden hat sich das Kommunalparlament damals für ein Totalunternehmerverfahren, also vereinfacht gesagt für schlüsselfertiges Bauen. Im Mai 2024 wurde dieses Verfahren abgeschlossen. Mit 19 Ja-Stimmen und sieben Nein-Stimmen sprach sich der Gemeinderat für den Bau des Ganzjahresbades aus.


