In Schnelldorf ist Merck seit 1998 präsent. Das Logistikzentrum des Tochterunternehmens Sigma-Aldrich verteilt Waren rund um den Globus – rund zweieinhalb Millionen Lieferungen pro Jahr. Versendet werden beispielsweise Reinigungslösungen oder Materialien für die Forschung. Das Unternehmen plant nun, an das bestehende Lager und Distributionszentrum eine Abfüllanlage anzuschließen, sowie die Kühlkapazitäten zu verdoppeln. Vor Kurzem hatte das Unternehmen deshalb zu einem Informationsabend in Schnelldorf geladen.

Schnelldorf erhält Vorzug

Standortleiter Dr. Christoph Karkossa: „Das ist eine bedeutende Investition in den Standort“. Das Investitionsbudget von Merck beläuft sich auf etwa 300 Millionen Euro, davon fließt nun gut ein Drittel nach Schnelldorf. Merck will seine Standorte bündeln und setzt dabei auf Schnelldorf – auch wegen der guten Lage zu den Autobahnen A 6 und A 7. Bislang füllt das Unternehmen im Werk in Steinheim ab und verschickt von Schnelldorf aus. Nun will Merck diese Kompetenzen bündeln – zum Nachteil des Standortes Steinheim.
Der erste Spatenstich soll Anfang 2020 erfolgen. Die ersten Bauarbeiten betreffen die Parkplätze im Norden des aktuellen Gebäudes, dann folgen die Bauarbeiten für das Logistikzentrum Richtung Westen und  im Anschluss die Arbeiten Richtung Osten. Dort entstehen  die Abfüllanlage, Gebäude für Packmittel und Qualitätssicherung sowie eine Kantine. Die Fertigstellung der umfangreichen Erweiterungen ist für Ende 2022 geplant. Dann hat sich die überbaute Fläche etwa verdoppelt.

Deutlich mehr Mitarbeiter

Im Verlauf der Erweiterung soll auch die Mitarbeiterzahl stark ansteigen: „Wir rechnen mit mehr als einer Verdoppelung auf rund 480 Mitarbeiter am Standort“, sagt Karkossa. Aktuell arbeiten rund 230 Menschen in der Schnelldorfer Niederlassung des Konzerns. Deshalb führt das Unternehmen auch Gespräche mit der Gemeinde Schnelldorf: Die zusätzlichen Mitarbeiter, die Merck bis Ende 2022 am Standort benötigt, brauchen dann zum Beispiel Wohnungen oder neue Bauplätze.
Merck besteht bereits seit mehr als 350 Jahren. Noch heute ist das Unternehmen, das Friedrich Jacob Merck 1668 in Darmstadt gründete, mehrheitlich im Besitz seiner Nachkommen. Seitdem hat Merck sich zu einem globalen
Unternehmen entwickelt, mit rund 52.000 Mitarbeitern in 66 Ländern.
Im vergangenen Jahr machte der Konzern rund 15 Milliarden Euro Umsatz und investierte insgesamt 2,2 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung.

Das könnte dich auch interessieren:

Rot am See-Musdorf

250

neue Arbeitsplätze will Merck durch die Erweiterung des Standortes in Schnelldorf schaffen. Aktuell arbeiten dort beim Tochterunternehmen Sigma-Aldrich 230 Personen.