Tierschutz in Ausbildung und Forschung: Landesbeauftragte plädiert für weniger Tierversuche

Am Mittwoch berät der Wissenschaftsausschuss des Landtags über eine umstrittene Gesetzesnovelle, mit der Tierversuche in der Ausbildung reduziert werden sollen.
dpaIm Streit um Tierversuche in Baden–Württemberg stärkt die Tierschutzbeauftragte des Landes, Julia Stubenbord, den Grünen den Rücken. In einer Mitteilung heißt es, eine geplante Verschärfung der Regeln zu Tierversuchen sei in der wissenschaftlichen Lehre fällig. „Unter anderem wegen der hohen Versuchstierzahlen in Baden–Württemberg sehen wir Handlungsbedarf, Tierversuche möglichst schnell durch Alternativmethoden zu ersetzen und die Anzahl verwendeter Versuchstiere zu reduzieren“, wird Stubenbord in der Mitteilung zitiert.
Im Südwesten besonders viele Tierversuche
Im bundesweiten Vergleich würden im Südwesten die meisten Tiere für Versuchszwecke verwendet.
Die Grünen im Landtag halten Tierversuche in der wissenschaftlichen Ausbildung für verzichtbar. Sie wollen deshalb Experimente mit getöteten Tieren mit einer Gesetzesnovelle deutlich beschränken — gegen den Widerstand der Wissenschaft und des Koalitionspartners. So lehnen die Grünen eine Entschärfung des geplanten Paragrafen ab, auf den man sich längst geeinigt habe. Die CDU sieht — wie auch Universitäten — den Wissenschaftsstandort und die Lehre in Gefahr. Am Mittwoch will der Wissenschaftsausschuss des Landtags das Gesetz beraten.
Uni Hohenheim fürchtet um Qualität der Forschung
Befürchtungen, etwa vom Universitätsrat der Uni Hohenheim, die von den Grünen geplante Änderung beeinflusse die Qualität der Hochschulausbildung und den Wissenschaftsstandort negativ, wies Stubenbord zurück. Mit der geplanten Neuregelung im Hochschulgesetz solle zwar auf die Tötung von Tieren verzichtet werden, und Tierversuche in der Ausbildung sollten vermieden werden, beides werde dadurch aber nicht grundsätzlich ausgeschlossen, argumentiert Stubenbord. Tierversuche in der Ausbildung könnten durch alternative Methoden ersetzt werden. Studien belegten, dass dadurch kein Nachteil gegenüber der konventionellen Methoden bedeute.