Zustellung
: Ärgernis mit der Post in Horb: Trauerkarten kamen nicht an

Auf die Deutsche Post ist momentan wenig Verlass: Das zeigen ein überfüllter Briefkasten und nicht zugestellte Trauerkarten. Auch die Justiz klagt.
Von
Carolin Albers
Horb

Der Briefkasten in der Gutermannstraße beim Krankenhaus.Bild: Karl-Heinz Kuball

Nicht gesetzt

Die Deutsche Post liefert in Horb und Teilorten schon seit Monaten nicht mehr zuverlässig Briefe aus. Das kann ärgerlich sein, wenn etwa Weihnachtsgrüße erst zu Silvester im Briefkasten landen. Es kann auch teuer werden, wenn Rechnungen und Fristen wegen zu später Zustellung nicht rechtzeitig bezahlt werden können.

Und es kann sogar Menschen in Trauer beeinträchtigen - wenn es um Kondolenzkarten geht, die nicht rechtzeitig im Briefkasten der Angehörigen landen. Das erlebte neulich Klaus Konrad, wie er der NECKAR-CHRONIK berichtete: Am 16. Dezember hatte der Horber Diakon Trauerkarten mit einer Einladung für die Beerdigung einer Verstorbenen in einen Briefkasten geworfen. An Heiligabend waren diese aber immer noch nicht angekommen. Da Angehörige von dem Tod in der Familie wussten, riefen sie Klaus Konrad am 24. Dezember an. Wieso denn noch keine Karte gekommen sei?

So erfuhr der Diakon überhaupt erst davon, dass die verschickten Karten immer noch nicht zugestellt worden waren - mehr als eine Woche später. Nur eine der verschickten Trauerkarten war im Rhein-Neckar-Kreis angekommen. Die andere, die dorthin verschickt wurde, nicht. Auch nicht die Karten, die nach Hessen und nach Sigmaringen geliefert werden sollten.

Das fand Klaus Konrad heraus, als er nach und nach die Angehörigen der Verstorbenen anrief, um zu erfahren, ob die Einladung für die Beerdigung überhaupt angekommen sei. Weil das nicht der Fall war, schickte er eine Beschwerde an die Deutsche Post.

Dazu kam eine weitere Post-Geschichte. Als der Diakon am 22. Dezember Weihnachtspost in den Briefkasten in der Gutermannstraße einwerfen wollte, ging das nur schwer. „Der Briefkasten war überfüllt“, sagt er. Das habe er noch nie erlebt. „Das ist ein großer Briefkasten“, fügt er hinzu. Zwei Tage später, an Heiligabend, war seine in den Briefkasten gequetschte Weihnachtspost noch nicht angekommen. Für die nächsten Wochen geht Klaus Konrad davon aus, Leute anrufen zu müssen, wenn er sie wegen etwas informieren möchte, statt Briefe zu schicken - er weiß ja nicht, wann und ob die Post überhaupt ankommt.

Gerichtstermine platzen

Ebenfalls verärgert über die unzuverlässige Postzustellung zeigte sich neulich der Direktor am Horber Amtsgericht, Albrecht Trick (wir berichteten). Dort platzte vor kurzem ein Prozess, weil der Angeklagte nicht erschienen ist. Denn die Arbeit der Justiz verzögert sich, wenn geladene Personen wie Angeklagte, Zeugen oder Übersetzer nicht am Prozesstag erscheinen. Da das Gericht die Vorladung stets per Post schickt, diese aber in letzter Zeit oft nicht rechtzeitig zugestellt wurde, waren geladene Personen nicht anwesend. Das bedeutet: Prozesse müssen verschoben werden und die Prozesskosten häufen sich an.

Das sagt die Post

Die Pressestelle der Deutschen Post antwortet auf Anfrage, warum der übervolle Briefkasten in der Gutermannstraße nicht geleert wurde: „Leider musste letzte Woche diese Briefkastenleerungstour aus betrieblichen Gründen kurzfristig vom Stammfahrer auf mehrere Fahrer aufgeteilt werden. Vermutlich durch einen Kommunikationsfehler wurden die letzten Briefkästen auf dieser Tour nicht wie üblich täglich geleert.“ Das Problem sei behoben und die Briefkästen würde die Post wieder wie gewohnt leeren. Möglicherweise lasse sich so auch der Fall mit den nicht zugestellten Trauerkarten erklären.

Probleme bei der Zustellung waren in den vergangenen Monaten keine Einzelfälle (wir berichteten). Im September antwortete die Pressestelle der Deutschen Post auf eine Anfrage der NECKAR-CHRONIK, dass es in Horb massive Probleme gab. Damals gab es zwei Gründe, mit denen die Deutsche Post ihre Unzuverlässigkeit erklärte. Zum einen sei es schwierig, Mitarbeiter zu finden. Zum anderen gab es einige Krankheitsausfälle, viele waren damals Corona-positiv und konnten nicht arbeiten. Was wiederum bedeutete, dass Briefe und Pakete erst verspätet zugestellt werden konnten.