Zugunsten krebskranker Kinder
: Jeder Kronkorken zählt

Der Natur- und Wanderverein Dürrenmettstetten kann einen neuen Sammelrekord vermelden. Am Ende waren es 1,4 Millionen Flaschenverschlüsse für den guten Zweck.
Von
NC
Dürrenmettstetten
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Jeder Kronkorken zählt: Der Wandervereins Dürrenmettstetten hat einen neuen Sammelrekord aufgestellt.

Jeder Kronkorken zählt: Der Wandervereins Dürrenmettstetten hat einen neuen Sammelrekord aufgestellt.

Albrecht Ziegler
  • Wanderverein Dürrenmettstetten sammelt 1,4 Mio. Kronkorken zugunsten krebskranker Kinder.
  • Sammlung seit Juli 2021: Kronkorken werden recycelt, Erlös fließt in Förderverein Tübingen.
  • Neuer Rekord: 2,8 Tonnen Kronkorken, Container auf 10 Kubikmeter vergrößert.
  • Unterstützer: u. a. Feuerwehr Oberiflingen, Musikverein Sulz, private Sammler.
  • Erlös finanziert Unterkünfte für Familien krebskranker Kinder in Tübingen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Was mit einer kleinen Milchkanne begann, ist inzwischen zu einer Erfolgsgeschichte geworden: Seit Juli 2021 sammelt der Natur- und Wanderverein Dürrenmettstetten Kronkorken zugunsten des Fördervereins für krebskranke Kinder in Tübingen. Am Blockhaus, wo die Wanderer ihre Getränke holen, landet jeder Kronkorken in der alten Milchkanne. Ist sie voll, wird der Inhalt in einen Container am Gemeinschaftsschuppen der Vereine umgefüllt.

Die aktuelle Sammlung, gestartet im November vergangenen Jahres, wurde jetzt abgeholt. Der Container war mit seinen sieben Kubikmetern randvoll: rund 1,4 Millionen Kronkorken mit einem Gesamtgewicht von 2,8 Tonnen – so viel wie noch nie zuvor. Das entspricht etwa 70.000 Getränkekisten mit je 20 Flaschen.

Weil der Platz nicht mehr reichte, wurde der Container inzwischen durch einen größeren mit zehn Kubikmetern ersetzt. Unterstützt wird die Aktion von Oma Helga Klingele aus Bergfelden, der Feuerwehr Oberiflingen, dem Schützenverein Oberndorf, dem Musikverein Sulz und zahlreichen privaten Sammlerinnen und Sammlern – bis hin nach Mühlhausen bei Mühlacker.

Der Container mit den Kronkorken wird abgeholt.

Der Container mit den Kronkorken wird abgeholt.

Albrecht Ziegler

Die Kronkorken werden eingeschmolzen und wiederverwertet – eine Aktion, die soziales Engagement mit einem ökologischen Beitrag verbindet. Der Erlös fließt in Projekte wie die Finanzierung von Patenschaften für Zimmer im Elternhaus des Fördervereins in Tübingen, wo Familien krebskranker Kinder während der Behandlung Unterkunft und Unterstützung finden.

Hilfe, die von Herzen kommt

Jährlich erkranken in Deutschland etwa 2000 Kinder an Krebs. Damit befinden sich 2000 Familien von heute auf morgen im Ausnahmezustand. Ihnen hilft der Förderverein für krebskranke Kinder in Tübingen. Schnell und konkret, wie er auf seiner Homepage schreibt. Die Haupt- und Ehrenamtlichen des Fördervereins, bieten den Familien ein Zuhause auf Zeit, damit sie nah bei ihrem Kind in der Tübinger Kinderklinik sein können. Zusätzlich finanziert der gemeinnützige Verein weiterführende psychosoziale Hilfen für alle Beteiligten.

Früher mussten sich Eltern für die Dauer der klinischen Behandlung ihres Kindes im Kinderonkologischen Zentrum am Universitätsklinikum eine Unterkunft oder ein Hotelzimmer suchen und oft für mehrere Monate mieten. Für viele Familien aus dem In- und europäischen Ausland war dies äußerst mühsam und vor allem teuer, insbesondere, wenn sie auch noch kleine Geschwisterkinder mitbringen mussten.

Seit 1987 unterhält der Förderverein für Eltern Unterkunftsmöglichkeiten in Tübingen. Weil der Bedarf so groß ist, wurde 2010 das José-Carreras-Haus mit Unterstützung der José Carreras Stiftung erbaut, 2015 kam das Reinhold-Beitlich-Haus dazu. In beiden Häusern können Eltern, Geschwisterkinder und während einer ambulanten Therapiephase auch die krebskranken Kinder selbst kostengünstig wohnen.