Windräder contra Trinkwasser: Verbandsvorsitzende: „Risiko ist nicht verantwortbar“

Der Stausee der Wasserversorgung Kleine Kinzig im Westen des Landkreises Freudenstadt.
Karl-Heinz Kuball (Archiv)- Vier Windräder sollen nahe dem Stausee Kleine Kinzig in Alpirsbach-Reinerzau entstehen.
- Zweckverband warnt vor wassergefährdenden Stoffen und Risiken für 350.000 Menschen.
- Im Schadensfall könnte die Trinkwasserversorgung massiv beeinträchtigt werden.
- Vorstand lehnt Projekte wegen Klimawandel und Bedeutung der Wasserversorgung ab.
- Alpirsbacher Gemeinderat stimmte 2022 knapp für Nutzung der Waldflächen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Vorstand des Zweckverbands Wasserversorgung Kleine Kinzig (WKK) ist in Sorge. Wegen des geplanten Baus von vier Windrädern in der Nähe des Trinkwasserstausees der WKK in Alpirsbach-Reinerzau wenden sich Verbandsvorsitzender Thomas Haas (Satteldorf) und seine Stellvertreter Adrian Sonder (Freudenstadt) sowie Peter Schumacher (Dunningen) nun in einem offenen Brief an den Freudenstädter Landrat Dr. Klaus Michael Rückert.
Darin heißt es, die Windenergieanlagen sollen an einem steilen Hang in 600 bis 900 Metern Entfernung zum Stausee errichtet werden. Dieser Hang entwässere zwangsläufig in den See. „Jede dieser Windenergieanlagen beinhaltet rund 3000 Liter an wassergefährdenden Stoffen wie Schmieröle, Kühlflüssigkeiten und Transformatorenöle, die bei einem Schadensfall in die Umwelt gelangen können. Weiter würden in einem Brandfall gegebenenfalls große Mengen kontaminiertes Löschwasser entstehen.“ In Unglücksfällen würde so der See massiv verunreinigt und die Trinkwasseraufbereitung unmöglich gemacht werden. Die drei Vorsitzenden schreiben: „Das hieraus entstehende Risiko ist unserer Ansicht nach nicht verantwortbar.“
Zwar sei die Eintrittswahrscheinlichkeit gering, „der Schaden wäre jedoch riesig“. Die WKK versorge 350.000 Bürgerinnen und Bürger mit Trinkwasser. Einige Kommunen seien sogar ausschließlich auf das Trinkwasser aus dem Staudamm der Kleinen Kinzig angewiesen. „Die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser ist eine der elementarsten und wichtigsten Aufgaben der Städte und Gemeinden und muss deshalb absoluten Vorrang genießen“, heißt es daher in dem Schreiben.
„Entschieden gegen Windenergieanlagen an diesen Standorten“
Und weiter: „Es ist zusätzlich evident, dass die Bedeutung der Wasserversorgung Kleinen Kinzig bei der Trinkwasserversorgung der Bevölkerung in unserer Region im Zuge des Klimawandels noch beträchtlich zunehmen wird. Der Vorstand der WKK wendet sich daher entschieden gegen die Errichtung der Windenergieanlagen an diesen Standorten.“ Der Gemeinderat Alpirsbach hatte bereits im März 2022 der Nutzung der Waldflächen durch die Windräder mit 9:8-Stimmen zugestimmt.
Jährlich werden nach WKK-Angaben rund 6 Millionen Kubikmeter Wasser über ein 220 Kilometer langes Leitungsnetz im Verbandsgebiet verteilt. Das Gebiet umschließt große Teile des Kreises Freudenstadt, reicht aber auch bis Elzach, Offenburg, Nagold und Schramberg.