Windkraft: Schon wieder ein Bürgerbegehren in Sulz am Neckar am Start

Mit großen Plakaten macht die Bürgerinitiative „NaturAktiv Sigmarswangen“ auf ihre Anliegen aufmerksam.
Marcella Danner- Neues Bürgerbegehren in Sulz: Nutzung städtischer Flächen für Windprojekte untersagen.
- Zielgebiet sind Stumpen-/Eichwald und Breite – sofern rechtlich zulässig.
- „NaturAktiv Sigmarswangen“ unterstützt das Begehren und verweist auf breite Resonanz.
- Initiative sieht offene Flanke: Keine Zusage der Stadt zur Sperrung kommunaler Wege.
- Abo Energy prüft Wirtschaftlichkeit, Sowitec verfolgt Vorhaben weiter und verweist auf gezahlte Zinsen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es gibt ein neues Bürgerbegehren zum Thema Windkraft in Sulz. Bei einer Veranstaltung mit Professor Dr. Andreas Schulte im Bürgerzentrum Sigmarswangen, zu dem die Bürgerinitiative „NaturAktiv“ eingeladen hatte, wurde es vorgestellt. Laut einer Pressemitteilung der Bürgerinitiative waren rund 200 Bürgerinnen und Bürger zu der Veranstaltung gekommen. „Die große Resonanz, die vielen Gespräche und der intensive Austausch zeigen einmal mehr, wie stark das Thema Windkraft im Wald die Menschen vor Ort bewegt“, heißt es weiter.
Das Bürgerbegehren wurde von Isabel Pittroff (Sulz-Schillerhöhe) sowie Joachim Hilt (Sigmarswangen) initiiert, schreibt „NaturAktiv“. Als Vertrauenspersonen sind Dr. Georg Schrön, Bernd Hoffmann und Markus Schneckenburger benannt. Ziel des Bürgerbegehrens sei es, die Stadt Sulz dazu aufzufordern, der Sowitec-Group sowie anderen Windkraftprojektierern und deren Zulieferern die Nutzung städtischer Flächen und Wege für Zuwegung, Anlieferung, Kabeltrassen sowie Bau und Betrieb von Windkraftanlagen in den Gebieten Stumpen-/Eichwald und Breite – soweit rechtlich zulässig – zu untersagen.
„NaturAktiv“ unterstütze dieses Bürgerbegehren ausdrücklich. Bereits der Bürgerentscheid im Jahr 2025 habe gezeigt, dass sich über 60 Prozent der Bürgerinnen und Bürger klar gegen Windindustrieanlagen ausgesprochen haben. Dennoch planten Forst-BW und Sowitec nun fünf große Windkraftanlagen im Staatswald direkt vor der Haustür vieler Menschen in Sigmarswangen und auf der Schillerhöhe. Für die Umsetzung dieser Projekte würden mit hoher Wahrscheinlichkeit kommunale Wege und Flächen benötigt; ohne deren Nutzung wären die Vorhaben laut Bürgerinitiative kaum realisierbar.
Appell der Bürgerinitiative „NaturAktiv Sigmarswangen“
„Aus Sicht unserer Bürgerinitiative besteht genau hier eine entscheidende offene Flanke. Zwar wurde der Bürgerwille von Bürgermeister Keucher anerkannt, eine klare Zusage zur Verweigerung der Nutzung kommunaler Flächen und Wege liegt jedoch bislang nicht vor. Dabei kann die Stadt Sulz durch eine Fremdnutzung ihrer Wege und Flächen für diese Windindustrieprojekte aus Sicht der Initiative nur verlieren“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Leidtragende wären nach Meinung von „NaturAktiv“ die Menschen vor Ort, die umliegenden Ortsteile „und die wertvolle Natur“. Die Initiative appelliere daher an alle Bürgerinnen und Bürger, sich aktiv mit dem Bürgerbegehren auseinanderzusetzen und die Möglichkeit zur Mitbestimmung wahrzunehmen. Aus Sicht der Initiative gehe es dabei nicht nur um einzelne Wege oder Flächen, sondern um die grundsätzliche Frage, wie mit den Wäldern, Naherholungsgebieten und der Lebensqualität in der Region künftig umgegangen werden solle.
Erst vor Kurzem hatte sich die Bürgerinitiative mit Bedenken gegen die Projektierer Abo Energy und Sowitec zu Wort gemeldet. „NaturAktiv“ hält beide Unternehmen für nicht verlässlich und führte wirtschaftliche Schwierigkeiten ins Feld. Die SÜDWEST PRESSE hatte bei den beiden Unternehmen nachgefragt. „Wir legen Wert auf Transparenz“, sagte Dr. Daniel Duben, Pressesprecher von Abo Energy. Auf der Homepage des Unternehmens sei alles ausführlich dargestellt. So ist dort unter anderem zu lesen: „Die politischen Rahmenbedingungen für den wirtschaftlichen Bau und Betrieb von Windenergieanlagen haben sich in den vergangenen Monaten rapide verschlechtert. Daher wird die Planung des Windparks Dürrenmettstetten nochmals auf seine Wirtschaftlichkeit überprüft. Dabei liegt der Fokus zunächst auf der Optimierung der Erlöse und der Reduzierung der Errichtungskosten.“ Zum Beispiel werde geprüft, ob ein moderner Anlagentyp bei vergleichbaren Kosten mehr Stromertrag brächte. Denkbar sei auch eine Reduzierung der Anlagenzahl. Ein anderer Hebel seien die vereinbarten Pachtzahlungen. „Der Standort ist nach wie vor gut geeignet, um dort sauberen Windstrom zu erzeugen. Aber die sinkenden Vergütungen machen es bei diesem Projekt, wie auch bei vielen ähnlichen Projekten in Süddeutschland, schwer, den Windpark profitabel zu betreiben“, wird Projektleiter Christian Jäger zitiert.
Frank Hummel, CEO bei Sowitec, antwortete: „Die Zinsen der Anleihe wurden von Sowitec am 2. April 2026 bezahlt und durch die zuständige Zahlstelle am 10. April 2026 an die Anleiheinhaber überwiesen. Die verspätete Überweisung durch die Zahlstelle ist durch die Osterfeiertage begründet.“ Das Vorhaben, Windräder bei Sigmarwangen zu bauen, werde weiterhin verfolgt.
