Warnstreik der IG Metall: Hart und widerstandsfähig: "Streikfescht" in Horb

Im November 2022 gab es letztmals ein "Streikfescht" der IG Metall auf dem Horber Festplatz. Jetzt laufen wieder Tarifverhandlungen.
Karl-Heinz Kuball (Archiv)- Die zweite Warnstreikwelle der IG Metall startet am 7. November.
- "Streikfescht" in Horb am 8. November mit Nadine Boguslawski als Hauptrednerin.
- Forderungen umfassen Inflationsausgleich, mehr Vergütung für Azubis und tarifliche Freistellungszeit.
- Arbeitgeber boten nur 1,7% ab 2025 und 1,9% ab 2026.
- 55.000 beteiligten sich an Warnstreiks in Baden-Württemberg.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Als Hauptrednerin wird am Freitag im Festzelt auf dem Horber Festplatz Nadine Boguslawski, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall und Tarif-Vorsitzende, erwartet.„Wie schon in der Tarifrunde 2022 wollen wir mit unserem ‚Streikfescht‘ am 8. November ein lautstarkes Zeichen für die Forderung der diesjährigen Tarifrunde setzen“, sagt Georg Faigle, zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Freudenstadt. In diesem Zusammenhang, erläutert er, stehe das schwäbische Wort „fescht“ für die Attribute fest, hart und widerstandfähig.
Treffpunkt ist am Freitag um 11 Uhr vor dem Werktor von Bosch Rexroth, Gate 1 (An den Kelterwiesen 14). Um 11.30 Uhr geht’s dann gemeinsam los in Richtung Festplatz Horb (Mühlener Straße). Dort wird das „Streikfescht“ um 12.15 Uhr eröffnet.
Wie die bisherige Tarifrunde verlief, fasst Nadine Boguslawski vorab selbst zusammen: „Das abgehangene Angebötchen der Arbeitgeber gleicht nicht einmal die erwartete Inflation aus", sagt sie. "Die Beschäftigten und die Konjunktur brauchen aber dringend mehr Kaufkraft. Gegen den Fachkräftemangel und für unsere Azubis brauchen wir einen Ausbildungs-Booster von 170 Euro mehr Vergütung. Außerdem erwarten wir Bewegung bei der tariflichen Freistellungszeit für belastete und engagierte Beschäftigte.“ Mit Blick auf den Einigungs-Versuch am 11. November in Hamburg mit den Arbeitgebern sagt Boguslawski: „Das Signal der Warnstreikenden an die Arbeitgeber ist klar: Wir wollen Bewegung am Verhandlungstisch, so wie wir uns vor die Werkstore bewegt haben. Lohnverzicht sichert keine Arbeitsplätze.“
Zweite Welle beginnt am 7. November
An der zweiten Warnstreikwelle, die am Donnerstag, 7. November, beginnt, beteiligen sich aus dem Landkreis Calw die Betriebe Boysen, Homag Plattenaufteiltechnik, Nicolay und Sensocab. Aus dem Landkreis Rottweil nehmen Mitarbeitende von Rheinmetall, Heckler und Koch, Mafell sowie Junghans Microtec teil. Aus dem Landkreis Freudenstadt sind Robert Bürkle, Bosch Rexroth, Maschinenfabrik Lauffer und Woodward L’Orange dabei.
„Trotz knapp 55.000 Kolleginnen und Kollegen, die sich an Warnstreiks in ganz Baden-Württemberg beteiligten, ließen sich die Arbeitgeber nicht zu einem angemessenen Angebot herab, nein im Gegenteil, sie betraten die 3. Verhandlung ganz ohne Gegenangebot und beharrten auf dem Scheinangebot von 1,7 Prozent ab Juli 2025 und 1,9 Prozent ab Juli 2026“, sagt Dorothee Diehm, die 1. Bevollmächtigte der IG Metall Freudenstadt. Allein in deren Einzugsgebiet beteiligten sich die Kolleginnen und Kollegen aus 13 verschiedenen Betrieben an der ersten Warnstreikwelle.
Begleitet wurde die dritte Verhandlungsrunde in Böblingen Ende Oktober von einem Jugendaktionstag, dem sich über 2000 Auszubildende und Dual Studierende angeschlossen hatten. „Die Jugend-Aktion war sensationell", beschreibt Maximilian Schmid, Jugendsekretär der IG Metall Freudenstadt, den Tag. "So viel Herzblut und Entschlossenheit! Die jungen Menschen haben es verdient, in der Ausbildung besser bezahlt zu werden."

