Vöhringen · Freizeit: Mit schlechtem Sound gibt‘s keine gute Stimmung

Als DJ beschert Tim Geiser anderen die Musikbasis zum Feiern. Privatbild
Nicht gesetztWenn die Narrenzunft Fischingen vom 31. Januar bis 2. Februar das Jubiläumswochenende feiert, wird Tim Geiser drei Tage lang am Start sein - jedoch nicht als Zuschauer, sondern als DJ. Auf diesen Auftritt freut der Vöhringer sich besonders: „Ich bin schon fünf Jahre am Stück in Fischingen, und es ist jedes Jahr top. Die freuen sich immer schon auf mich“, erzählt Geiser.
Dabei ist die Fasnet nur eines von vielen Einsatzgebieten des Freizeit-DJs, denn Tim Geiser legt auch bei Hochzeiten, Geburtstagen und regelmäßigen Veranstaltungen wie dem Staudenfestival in Wittershausen oder der Beachparty in Bergfelden auf.
„Ich hatte vergangenes Jahr um die 20 Auftritte. Es macht immer wieder sehr viel Spaß. Ich hatte aber nie wirklich geplant, das zu machen. Das hat sich eher so ergeben“, sagt der 24-Jährige.
Als einer der ersten in seinem Freundeskreis hatte Tim Geiser eine eigene Musikanlage. Wenn sich die Kumpels im Bauwagen trafen, machte der Vöhringer Musik. Zudem war sein älterer Bruder Jens damals schon als DJ tätig, und Tim war immer wieder bei dessen Auftritten dabei: „Jens hat mir unglaublich geholfen. Ich durfte ihm über die Schultern schauen, und bei meinen ersten Auftritten war er dann auch da und hat mir Tipps und Tricks gezeigt“, beschreibt Geiser dankbar die geschwisterliche Hilfe.
Angefangen hat Tim Geisers Karriere als DJ 2010 in Holzhausen: Maik Guhl vom Jugendclub bat den Vöhringer, Musik aufzulegen. „Sei her bin ich regelmäßig bei Veranstaltungen in Holzhausen“, erzählt der Mittzwanziger.
In den vergangen zehn Jahren hat Geiser viel dazu gelernt, denn nichts hilft mehr weiter als Erfahrung. „Man entwickelt ein Gefühl, welches Lied zu welcher Zeit passt, welche Songs hintereinander gespielt werden müssen und was die Leute hören wollen“, beschreibt der Freizeit-DJ das Geheimnis des richtigen Auflegens. Entscheidend dabei sind immer auch die Location und die Zielgruppe - jeder Auftritt stellt wieder eine neue Herausforderung dar. Auch die Technik spielt eine Rolle, denn mit schlechtem Sound lässt sich schwierig gute Stimmung machen. Steht nichts Geeignetes zur Verfügung, bringt Tim Geiser seine eigene Technik mit.
90 Prozent der Auftritte gut
Fehlt ihm nicht etwas, als DJ auf den Festen nicht mitfeiern zu können? Dies verneint der Vöhringer: „Auf keinen Fall, eher das Gegenteil ist der Fall. Es freut mich riesig, wenn die Leute wegen meiner Musik gut gelaunt sind und richtig feiern. Da bin ich voll in meinem Element“, erzählt Geiser.
Natürlich gibt es auch Auftritte, mit denen der DJ nicht so zufrieden ist, das hängt aber immer auch vom Publikum ab. Bei kleinen Gruppen ist es oft schwieriger, weil keine Stimmung aufkommt, aber der Großteil der Auftritte stellt Tim Geiser zufrieden: „Zu 90 Prozent war ich immer zufrieden. Natürlich kriegt man auch mal einen dummen Spruch zu hören, aber da steh‘ ich drüber. Der ganz große Teil des Feedbacks war immer positiv“, bilanziert der 24-Jährige.
Die Höhepunkte im DJ-Leben waren die Auftritte vor den „Profis“ Jan Leyk und Mike Candys in Vöhringen. Von den Stars der Branche lasse sich einiges abschauen, berichtet Geiser, der großer Fan von Paul Kalkbrenner.
Trotz der vielen schönen Momente hat Geiser das „Karriereende“ schon im Blick: „Ich habe alle Termine für dieses Jahr bereits sicher, und auch für nächstes Jahr schon ein paar Auftritte zugesagt, dann ist aber vermutlich Schluss“, kündigt der Vöhringer an. Danach seien nur noch kleinere Sachen geplant. „Ich hatte viele tolle Auftritte. Aber für mich reicht das, ich hab‘ hier im Umkreis viel gemacht. Natürlich kann man auch vor 10000 Leuten spielen, aber das ist nicht mein Ziel.“
Das letzte Jahr wird Tim Geiser genießen und sagt: „Ich bedanke mich bei allen, die mir geholfen haben oder mich gebucht haben.“