Verkehr: Hochbrücken-Bau: Diese Sperrphasen kommen auf Horb zu

Mehrere Wochen war die B32 beim Rauschbart in diesem Jahr halbseitig gesperrt. Im Januar kommt die Vollsperrung.
Karl-Heinz KuballIm Neckartal wird auf Volltouren am Bau der Horber Hochbrücke gearbeitet. Der erste Pylonenpfeiler steht, an der Nordstetter-Seite sind die Vorbereitungsmaßnahmen fast abgeschlossen. Ab dem kommenden Jahr wird es an der Rauschbart-Seite ernst: Dann werden hier die Baustraßen angelegt, um den Brückenkopf und die Anbindung an die B32 auf dieser Seite zu bauen.
Das geht nicht ohne Vollsperrung, sagt das Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe, das im Auftrag von Bund und Land die Hochbrücke baut. Der erste Testlauf steht nun an. Zwischen dem 8. und 20. Januar wird die B32 zwischen dem Abzweig Stuttgarter Straße/Gutermannstraße und der Einmündung Haugenstein wegen Gehölz- und Rodungsarbeiten voll gesperrt. Eine halbseitige Sperrung sei aus Sicherheitsgründen nicht möglich, sagt RP-Sachgebietsleiter Alexandre Merz beim Pressegespräch, da die gefällten Bäume abtransportiert werden müssten.
Vollsperrung wird gesplittet
Doch diese zweiwöchige Vollsperrung ist nur eine Kostprobe, was ab dem Frühjahr auf Horb zukommt. Dann wird nämlich die Bundesstraße an dieser Stelle für fünf Monate gesperrt, um die Rauschbart-Seite fit für die Hochbrücke zu machen. Ursprünglich war eine einjährige Sperrung geplant, doch nun wird sie gesplittet in zwei fünfmonatige Sperrungen 2024 und 2025. Die zweiteilige Sperrung habe Vorteile, sagt Projektleiter Jörg Pfeifle. „Wir sind wetterunabhängiger. Es ist eine Win-win-Situation für alle.“ Das wird vielleicht nicht jeder unterschreiben. Denn was eine Vollsperrung bedeutet, sah man auf der gegenüberliegenden Nordstetter Seite, als für den Bau der Hochbrücke die B32 in Richtung Autobahn für zwei Jahre gesperrt war und unter dem auch der Horber Handel litt.
Die Umleitungen seien mit der Stadt Horb, dem Polizeipräsidium Pforzheim, dem Landratsamt Freudenstadt, den ÖPNV-Anbietern und der Feuerwehr abgestimmt, betont Michael Lumpp, Baureferats-Leiter beim RP. Ziel ist dabei, dass Horb großräumig umfahren wird. Wer von der Autobahn in Richtung Freudenstadt will, sollte beim Anschluss Rottenburg abfahren. Wer aus dem Neckartal aus Sulz kommend nach Freudenstadt will, der wird über Rexingen geleitet. Wer in die Kernstadt aus Richtung Bildechingen kommt, kann über Mühlen fahren. Für den Schwerlastverkehr - außer dem Anliegerverkehr - wird die Kernstadt tabu sein.
Die Bildechinger Steige bleibt geöffnet und es wird auch keine Einbahnstraßen-Regelung geben. Das sei geprüft worden, sagt Merz. „Aber die Rettungskräfte müssen beidseitig fahren können“, betont er. Dafür wird die Altheimer Straße stadtauswärts zur Einbahnstraße, es wird auch ein Parkverbot geben. Die Gutermannstraße und die Straße zum Haugenstein bleiben von der Stuttgarter Straße aus befahrbar.
Handel und Rettungskräfte
Dass das Chaos über Horb hereinbricht, glaubt das RP nicht. „Anfangs werden vielleicht noch manche Autofahrer denken, dass man durchkommt“, sagt Lumpp. Die großen Warnschilder sollten das aber verhindern, vor allem beim Schwerlastverkehr. Denn für sie ist ein Umdrehen in der Kernstadt kaum möglich. Für die Rettungskräfte sehe man keine Probleme. Eventuell könnten sie in Ausnahmefällen mal durch die gesperrte B32 fahren. Die Auswirkungen auf den Horber Handel seien dagegen schwer abschätzbar. Wie Bürgermeister Ralph Zimmermann aber betonte, sei das Konzept mit Horb Aktiv abgesprochen.
Das Umleitungskonzept im Januar soll auch ab dem Frühjahr gelten, wenn die Straße mehrere Monate gesperrt ist. Falls etwas nicht ganz so rund läuft, sollen die Erfahrungen eingepflegt werden. Gegen eines sei man aber nicht gefeit: dem Schilderklau. Das passierte im August 2020, als die B32 in Richtung Nordstetten gesperrt war, und Autofahrer in die Irre geleitet wurden.
Die Umleitungen im Detail
Aus Richtung Nordstetten kommend beginnt die Umleitung vor der Christophorusbrücke stadteinwärts. Hier wird der Verkehr über die L 398/K 4779/Rexingen nach Freudenstadt beziehungsweise Horb-Hohenberg geleitet, ebenso der Verkehr aus Richtung Neckarhausen. Von Bildechingen über die B 28 kommend wird der Verkehr über die B 28/K 4779/Hohenberg/Rexingen umgeleitet.
Dem Verkehr auf der A81 in Richtung Freudenstadt wird empfohlen, bereits an der Anschlussstelle Rottenburg abzufahren.
Verkehrsteilnehmende, die aus Richtung L370/Neckartal kommen, werden über die L 360/Weitingen sowie über die K 4708/Bildechingen nach Horb-Hohenberg geleitet. Zuwegungen in die Innenstadt Horb werden für den Schwerverkehr – mit Ausnahme des Anliegerverkehrs – gesperrt sein.
Auf den jeweiligen Zufahrtsstraßen wird dieses Verbot mit großen Hinweisschildern angekündigt. Weiterhin erhält die Altheimer Straße im innerstädtischen Bereich eine Einbahnstraßenregelung stadtauswärts.
Darüber hinaus werden die Bereiche ab dem Abzweig B 32/L 370 Mühlener Straße bis Ortsausgang Horb und ab dem Abzweig Gutermannstraße/Altheimer Straße bis Ortsausgang Horb mit Halteverboten versehen, wodurch Parkmöglichkeiten wegfallen.