Vandalismus in Freudenstadt
: „Die jungen Leute sind entsetzt und schockiert“

Über dem Kunstsommer in der Waldlust liegt ein Schatten: Zwei Skulpturen wurden zerstört.
Von
NC
Freudenstadt
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Linus Henses Turmnachbildung aus Naturmaterialien. Die Kreation wurde wohl mit Tritten malträtiert und halb umgeworfen.

Linus Henses Turmnachbildung aus Naturmaterialien. Die Kreation wurde wohl mit Tritten malträtiert und halb umgeworfen.

Siegfried Schmidt
  • Zwei Kunstwerke im Hotelpark Waldlust in Freudenstadt durch Vandalismus schwer beschädigt.
  • Betroffen: Eine Autokarosse aus Stahl und ein Modell des Hotelturms aus Naturmaterialien.
  • 16 Kunststudierende der Akademie Karlsruhe schockiert; Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung.
  • Denkmalfreunde planen bessere Ausschilderung und Schutzmaßnahmen für die Ausstellung.
  • Künstler entscheiden über Reparaturen; ein Werk wurde bereits instand gesetzt und umgesetzt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Gerade einmal eine knappe Woche währte der Kunstsommer Waldlust, da waren schon zwei Skulpturen übel zugerichtet. Von unbekannter Seite attackiert wurden dabei eine stählerne Autokarosse, die Nachbildung eines jener Automobile, die einst berühmten Häuptern zu den Glanzzeiten des Nobelhotels zur Fortbewegung dienten.  Und dann eine aus Lehm, Weidenstecken und weiteren Naturbaustoffen geformte Plastik, die den Dachreiter des mondänen Hotelpalastes nachahmt. Das ganz bewusst in Fluchtrichtung zum Hausturm stehende Kunstobjekt wurde getreten und halb umgestoßen. Die jetzige Gestalt erinnert an eine Büßerfigur – und so deprimierend und frustrierend sind diese gewaltsamen Willkürakte auch für die Schöpfer der Kunstwerke.

16 Studierende der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe sind in diesem Sommer mit ihren Arbeiten im Hotelpark Waldlust vertreten und ausgestellt. Der Initiator und Kurator der Kunstaktion, Carl-Christoph Gebhardt, schildert die Reaktionen: „Die jungen Leute sind entsetzt und schockiert.“ Selbst er, der für die Denkmalfreunde auch das Hotelgeschichtsmuseum Waldlust bestückt hat, ist fassungslos. Des Risikos von Vandalismus sei man sich durchaus bewusst gewesen. Doch diese Art von gravierenden Beschädigungen habe man so früh nach Ausstellungseröffnung am 5. Juli nicht erwartet.

Der Verein hat zwischenzeitlich bei der Polizei Strafanzeige gegen Unbekannt wegen der Kunstfreveltaten gestellt. Außerdem wird überlegt, wie die Kunst im Freigelände besser gegen Angriffe geschützt werden kann. An Spekulationen über Täter und mögliche Motive will sich Denkmalfreunde-Vorsitzender Matthias Jarcke aber nicht beteiligen. Man werde sich sicherlich auch nicht davon abbringen lassen, Veranstaltungen wie diese unter dem Motto „Alte Pracht trifft junge Kunst“ weiter abzuhalten.

Bessere Ausschilderung

Diskutiert wird, ob man die Kunstwerke dadurch besser schützt, indem um sie herum ein Sperrzaun, eine Abschrankung errichtet wird. Diese Maßnahme wird aber, wie die Karlsruher Kunstdozentin Nina Laaf berichtet, von den Studierenden nicht gutgeheißen. Die Denkmalfreunde Waldlust planen jetzt, eine verbesserte und vor allem eindeutigere Parkausschilderung umzusetzen. Das Hotel-Areal müsse klar als Privatgrund gekennzeichnet werden. Jeder müsse erkennen, dass Sachbeschädigungen und Hausfriedensbruch konsequent zur Anzeige gebracht werden.

Unklar bleibt, wie der Turmbauer Linus Hense mit seinem umgedrückten Modellbau umgehen wird. So stehen lassen oder wieder aufrichten und reparieren? Die Stahlblechkarosse von Elias Christl ist inzwischen umgesetzt in den hausnahen Hotelgarten. Und die gestauchten B-Säulen, die Delle im Fonds sowie den flach gelegten Frontscheibenrahmen, hat er wieder gerade gebogen und aufgerichtet.