Umwelt: Biber jetzt auch in Fischingen

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Nicht gesetztHat der Biber jetzt auch in Fischingen Fuß gefasst? Fraßspuren an einigen Bäumen entlang des Neckarufers deuten jedenfalls daraufhin. Auf der Gaststrecke der Fischinger Fischer am Sportplatz wurde ein angenagter und teilweise entrindeter Baum gesichtet. Ob ein weiterer Baum ungefähr 100 Meter weiter neckaraufwärts mitten im Wassers etwas mit dem Biber zu tun hat, kann man nicht exakt sagen. Es deutet jedoch Einiges darauf hin, als ob auch dieser Baum Spuren eines Bibers aufweisen würde.
Nachdem schon vor einigen Jahren vereinzelte Exemplare der schwimmenden Nager im Neckar in Sulz gesichtet wurden, war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis Biber auch in Fischingen heimisch werden.
Eigentlich sind dies aber gute Nachrichten, denn der Biber war ungefähr in der Zeit des Zweiten Weltkriegs in Europa so gut wie ausgerottet. Wegen seines dichten Fells galt das Tier im Handel als „König“ unter den Pelztieren.
Durch Schutzmaßnahmen in den vergangenen zwei Jahrzehnten ist die Biber-Population wieder deutlich angewachsen. Vor allem in Ostdeutschland, Niedersachsen und Bayern werden die schwimmenden Nager wieder häufig gesichtet. Die Elbe dürfte nach Aussagen von Forschern die einzige Region in Deutschland gewesen sein, wo der Biber nie ausgestorben war. Der europäische Biber wurde gerade noch rechtzeitig vor dem Aussterben bewahrt, sind sich Experten einig. Das Tier steht unter strengstem Naturschutz. Der Biber ist nicht unumstritten: Durch das Fällen von Bäumen und das Aufstauen von Bächen und Flüssen verändert der Nager die Landschaften, wie kein anderes Tier. Oft gibt es im Umkreis von Biberburgen keine Bäume mehr.
Schwimmender Nager
Biber haben ein graues bis dunkelbraunes Fell und einen gedrungenen Körper. Auffallend ist der breite und flache Schwanz, der das Tier bei der Fortbewegung im Wasser vorantreibt. Die größten Exemplare können eine Länge samt Schwanz von bis zu 130 Zentimetern und ein Gewicht von 30 Kilogramm erreichen. Im Schnitt werden Biber in der freien Natur ungefähr zehn Jahre alt. Der Biber ist nachtaktiv und hält keinen Winterschlaf. Biber ernähren sich rein pflanzlich von Wasser- und Uferpflanzen, verschmähen aber auch die Rinde von Weichhölzern und Blättern nicht. Der Biber paart sich normalerweise im Februar und März. Nach dreieinhalb Monaten erwartet das Weibchen meistens zwei bis vier Jungtiere. Die etwa 700 Gramm schweren Jungen können sofort sehen und schwimmen.