Tourismus: Weg ist frei: Hängebrücke „Neckar Line“ in Rottweil kommt

Die Visualisierung zeigt die „Neckar Line“, wie sie sich einmal über das Tal in Rottweil spannen soll.
Neckar Line Rottweil (Grafik)- Bau der 600m langen Hängebrücke „Neckar Line“ in Rottweil startet am 10. Februar 2024.
- Einweihung der Brücke ist im Mai 2026 geplant.
- Die Brücke verbindet die historische Innenstadt mit dem Thyssenkrupp-Elevator-Testturm.
- Bürgermeisterin Ines Gaehn und OB Dr. Christian Ruf betonen touristischen Wert.
- Bauherr Günter Eberhardt erwartet 120.000 Besucher jährlich.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf übergab am Mittwoch, 5. Februar, die Baugenehmigung an den privaten Bauherrn Günter Eberhardt und dessen Firma, die „Neckar Line Rottweil GmbH & Co. KG“. Die Fußgänger-Hängebrücke überspannt künftig das Neckartal auf einer Länge von gut 600 Metern und werde als weitere touristische Attraktion die historische Innenstadt von Rottweil mit dem Thyssenkrupp-Elevator-Testturm im Industrie- und Gewerbegebiet Berner Feld verbinden, heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung Rottweil.
Der Spatenstich ist bereits am Montag, 10. Februar, geplant. „Die ,Neckar Line‘ ist für mich ein Herzensprojekt und wird bereits während der Bauphase zusätzliche Gäste nach Rottweil ziehen. Von unseren anderen Projekten, der ,Wild Line‘ in Bad Wildbad, und der ,Blackforest Line‘ in Todtnau, wissen wir: Bereits die Brückenbaustelle selbst ist immer auch ein Besuchermagnet. Im Betrieb rechnen wir dann mit etwa 120.000 Besuchern im Jahr“, kündigt Bauherr Günter Eberhardt an.

Das Bild zeigt bei der Übergabe der Baugenehmigung von links Bürgermeisterin Ines Gaehn, Projektleiter Roland Haag und Geschäftsführer Günter Eberhardt von der WILD LINE Rottweil GmbH sowie Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf.
Stadt Rottweil / Tobias Hermann„Die ,NECKAR LINE‘ schlage die Brücke zwischen Geschichte und Moderne, zwischen mittelalterlichem Stadtkern einerseits und dem hochmodernen Forschungszentrum im Testturm andererseits und stellt darüber hinaus eine eigene, spannende Attraktion dar“, ist Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf laut Mitteilung begeistert. „Einen zusätzlichen Schub für den Tourismus erwarten wir nach dem Bau der Fußgänger-Hängebrücke dann im Jahr 2028 durch die Landesgartenschau in der Stadt und im Neckartal mit vielen weiteren Erlebnissen für alle Generationen“, ergänzt Bürgermeisterin Ines Gaehn, die zugleich eine der beiden Geschäftsführerinnen für das Großereignis in der ältesten Stadt Baden-Württembergs ist.

Die Brücke ist so konstruiert, dass sie mit einem einzigen Pylon auf der stadtfernen Talseite auskommt.
Neckar Line RottweilVergangene Woche hatte der Gemeinderat der Stadt Rottweil den Bebauungsplan für die Fußgänger-Hängebrücke beschlossen und damit den Weg für die Baugenehmigung freigemacht. Die ersten Arbeiten für die Hängebrücke werden archäologische Untersuchungen im Bereich des Bockshofs sein. Dabei handelt es sich um eine Parkanlage am Rand der historischen Innenstadt. Von dort spannt sich künftig die Fußgänger-Hängebrücke auf die andere Neckartalseite mit dem Testturm.
Die Brücke sei so konstruiert, dass sie mit einem einzigen Pylon auf der stadtfernen Talseite auskommt. Eine Besonderheit der Rottweiler Fußgänger-Hängebrücke dabei sei: Sie hänge nicht einfach in der Mitte durch, sondern beschreibe eine sanfte, lang gezogene S-Kurve. Dadurch gelinge es, die Zugkräfte so umzulenken, dass die Brücke keine Stützpfeiler im Neckartal selbst benötigt. Die ersten Pläne sahen solche Stützen aufgrund der enormen Länge der „Neckar Line“ noch vor.
Bauablauf
Die Grabungsarbeiten im Bockshof starten ab dem 17. Februar und werden mit etwa vier bis sechs Wochen veranschlagt. Parallel dazu beginnen ab dem 10. März die Arbeiten auf der östlichen, stadtfernen, Talseite. Hier stehen zunächst Gründungsarbeiten für den rund 60 Meter hohen Brückenpylonen an. Im Verlauf des Sommers ist geplant, den Pylonen zu errichten und die Tragseile für die „NECKAR LINE“ zu spannen, ehe dann in der zweiten Jahreshälfte der Steg für die Fußgänger eingezogen werden kann. Der Vorhabenträger rechnet einschließlich der archäologischen Grabungen mit einer Bauzeit von etwa 13 Monaten. Im Anschluss ist ein „Soft Opening“ mit Publikumsverkehr vorgesehen, so dass nach derzeitigem Stand die offizielle Eröffnung im Mai 2026 gefeiert werden kann.
Über die Firma Eberhardt
Die Firma Eberhardt hat bereits zwei Fußgänger-Hängebrücken im Schwarzwald realisiert, die „Wild Line“ in Bad Wildbad und die „Blackforest Line“ in Todtnau. Mit 606 Metern wird die „Neckar Line“ in Rottweil die längste dieser drei Brücken sein. Sie ist damit mehr als doppelt so lang wie das bisher größte Rottweiler Wahrzeichen hoch: 246 Meter misst der TK Elevator Testturm mit Deutschlands höchster Aussichtsplattform. Vom Fuß des Testturms soll die Hängebrücke künftig Fußgänger zu einem Spaziergang über das Neckartal in die älteste Stadt Baden-Württembergs einladen.
Bei einem Bürgerentscheid hatten sich 2017 rund 72 Prozent der Bürgerinnen und Bürger für den Bau der Fußgänger-Hängebrücke ausgesprochen. Die Stadt Rottweil hatte in der Folge ein Bebauungsplanverfahren gestartet, um die rechtlichen Voraussetzungen zur Realisierung der Fußgänger-Hängebrücke zu schaffen. Ergänzend wurden verschiedene vertragliche Regelungen mit dem Bauherrn getroffen, um die Brücke rechtlich abzusichern. Zum Vertragswerk gehört insbesondere ein städtebaulicher Vertrag, der die Gestaltung der Brücke im Sinne der Stadt regelt. Außerdem gewährt die Stadt Rottweil dem Bauherrn Wegerechte über städtische Grundstücke und hat ein Grundstück zum Bau von Parkplätzen im Industriegebiet Berner Feld veräußert.