Tierschutz in Sulz
: Schwanennest ist bezugsfertig​

Der Naturschutzwart Ludwig Schrägle hat mit ehrenamtlichen Helfern den Tieren im Schindergraben ein Refugium gebaut.
Von
NC
Sulz
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Den Schwänen ein Nest bauen, ist Ludwig Schrägle ein besonderes Anliegen. Das gelingt ihm gut.

Den Schwänen ein Nest bauen, ist Ludwig Schrägle ein besonderes Anliegen. Das gelingt ihm gut.

Hartmut Polet
  • Ludwig Schrägle und Helfer bauen hochwassersicheres Schwanennest in Sulz.
  • Nest aus Stahl, Holzpaletten, Astwerk, Rindenmulch, Hackschnitzel, Stroh.
  • Schwäne bleiben lebenslang zusammen, nutzen jedes Jahr dasselbe Nest.
  • Flügelschlag von Schwänen kann Menschen verletzen, Schrägle vertreibt aggressives Männchen mit Besen.
  • Keine Jungschwäne überlebten in den letzten drei Jahren.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Am vergangenen Samstag ist ein neues Schwanennest im Schindergraben montiert worden. Vier freiwillige Helfer waren beim Nestbau ehrenamtlich im Einsatz. Ludwig Schrägle hatte in seiner Werkstatt extra ein neues Nest gebaut, das fest im Bachbett auf Füßen montiert wurde.

Das System gleicht dabei dem wie bei Pfahlbauten. Die vergangenen zwei Jahre war das Nest wie ein Floß gebaut worden und hatte sich dem Wasserpegel angepasst. Die Küken konnten dabei über eine Treppe ins Wasser laufen.

Der Schindergraben führt nur bei Starkregen Wasser und würde ein Nest auf dem Boden zerstören. Diese Gefahr erkennen die Tiere nicht. Deswegen ist menschliche Hilfe bei den Sulzer Schwänen erforderlich. Und dabei kommen eben Ludwig Schrägle und seine Helfer ins Spiel, die sich in unzähligen Arbeitsstunden ehrenamtlich mit der Ansiedlung der Schwäne beschäftigten.

Kein Jungschwan hat überlebt

Die Schwäne hatten das Nest sofort angenommen, aber letztes Jahr hat kein Jungschwan überlebt. Das Hochwasser und auch die Stautreppe beim E-Werk sind eine Gefahr für die jungen Küken. Ein Gelege besteht in der Regel aus fünf bis acht schmutzig-gelbbraunen Eiern, die in einem Legeabstand von etwa 48 Stunden gelegt werden. Die Brutzeit beträgt 35 bis 38 Tage. Es brütet überwiegend das Weibchen. Die jungen Schwäne sind die ersten acht Wochen abends immer im Nest und werden von beiden Schwänen bewacht. Von November bis Januar werden die Jungschwäne von den Eltern vertrieben. Sie müssen sich ein eigenes Revier suchen, da sie ab Oktober flugfähig sind.

In Baden-Württemberg werden die Schwäne nicht beringt, in vielen Städten gibt es auch Schwanenbetreuer, unter anderem in Hamburg und Dresden. Schwäne sind Nestflüchter uns sind bereits nach wenigen Stunden schwimmend im Wasser. Abends sind die jungen Schwäne dann im Nest und werden von der Schwanenmutter im Nest gewärmt und beschützt. Das Männchen ist in der Nestnähe und vertreibt Angreifer. Besonders Marder versuchen anzugreifen, auch während der Brutzeit. Das Männchen ist während der Brut sehr aggressiv und angriffslustig.

Flügelschlag kann dem Menschen den Arm brechen

In den vergangenen Jahren wurde Schrägle oft alarmiert, weil das Männchen vom Neckar ans Ufer gelaufen ist und angriffslustig war. Man kann das Tier in diesen Situationen dann nur mit einem Besen wieder ins Wasser vertreiben. Der Flügelschlag eines Schwanes ist so heftig, sodass sie damit einem Menschen den Arm brechen können. Die letzten drei Jahre in Sulz waren ohne Bruterfolg. Schwäne bleiben lebenslang mit demselben Partner zusammen und beziehen jedes Jahr dasselbe Nest. Vor Beginn der Brutzeit reparieren sie ihr Nest und polstern es mit frischem Material aus. Dabei helfen sie sich gegenseitig.

Ludwig Schrägles Nestkonstruktion

Ludwig Schrägle gab Einblick in die Nestkonstruktion. Demnach ist diese hochwassersicher, ein Stahlgestell wurde geschweißt. Die Höhe beträgt 50 Zentimeter, der Boden besteht aus zwei Holzpaletten und ist am Rahmen verschraubt. Das Nest selber besteht aus Astwerk, Rindenmulch, Hackschnitzel und Stroh. Die Arbeitszeit betrug insgesamt rund 8 Stunden. Der sogenannte Zulauf der Schwäne erfolgt über eine Rampe, die wiederum fest am Boden und Nest verschraubt ist. Schrägle ist als ehrenamtlicher Naturschutzwart für die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Rottweil seit Jahren tätig, entsprechend fachkundig im Umgang mit den Schwänen und wird auch seit Jahren von einer Tierarztpraxis unterstützt. So hat sich nun seit 2021 auch die Zusammenarbeit mit dem Storchenbetreuer Hartmut Polet ergeben.