Sulz · Engagement: Fast 1000 fleißige Müllsammler

Müllsammeln kann sogar Spaß machen – das bewiesen diese Jungen und Mädchen bei der Aktion „Sulz putz(t)“ munter in Bergfelden. Dort fanden die etwa 70 Helfer unter anderem Kanister. Privatbilder
Nicht gesetztAuf eine riesige Resonanz stieß der Aufruf der Stadt zur Landschaftputzete „Sulz putz(t) munter“ am Samstag. „Ich bin begeistert“, sagte Bürgermeister Gerd Hieber. „Die Beteiligung im gesamten Stadtgebiet war mit fast 1000 Helferinnen und Helfern sehr groß. Alle Generationen haben mitgemacht und damit gezeigt, dass sie ihr Städtle sauberhalten wollen.“ Die Aktion am Samstag war bereits die siebte gesamtstädtische Müllsammlung seit 2006.
Das Wetter tat sein Übriges dazu, dass so viele kleine und große Helferinnen und Helfer im gesamten Stadtgebiet in Kleingruppen ausschwärmten, um den oft achtlos weggeworfenen Müll anderer einzusammeln oder illegale Entsorgungen von Sperrmüll aus der Landschaft zu entfernen.
Beim Abschluss der Kernstadthelfer an der Fischerhütte, wo Maria und Siegfried Baumann für die Bewirtung der rund 100 Personen sorgten, überreichte Bürgermeister Hieber jedem Helfer eine „Samenbombe Bienenweide“, die Bianca Springmann besorgt hatte. Springmann hatte die Stadtputzete mit Sabrina Glöckler vorbereitet und bestens durchorganisiert.
Hieber machte sich Gedanken über die vielen Zigarettenkippen im Stadtgebiet, die Unmengen von kleinem und großem Plastikmüll und die große Menge an Kleinmüll. „Viele Leute werfen das achtlos weg und bedenken dabei nicht, welche Auswirkungen das hat. Zum Beispiel, wenn durch den Wind der Müll in den Gewässern ländet. Die Weltmeere sind voller Plastik - und auch Plastikmüll, der hier in den Neckar gelangt, landet vielleicht im Atlantik. Damit tragen auch wir unseren Teil dazu bei, dass die Weltmeere vermüllen“, verdeutlichte der Sulzer Bürgermeister.
Ein Dorn im Auge ist dem Stadtoberhaupt auch die große Anzahl gefundenen Tüten mit Hundekot. „Diese Tüten sind eigentlich sinnvoll - aber nicht, wenn sie dann in die Landschaft geworfen werden.“ Gerd Hieber fiel zudem auf, dass die Freudenstädter Straße hangabwärts stark vermüllt ist. „Das kann man bei so einer Aktion nicht säubern. Das müssen wir professionell machen lassen“, kündigte Hieber an.
Erstmals in die Aktion „Sulz putz(t) munter“ miteinbezogen wurde auch das Interkommunale Gewerbegebiet „InPark A81“. Dort wurden größerer Müll, Reifen und Möbelstücke gefunden.
In der Kernstadt waren neben der Feuerwehr und den Vereinen auch die Stadtverwaltung und die Neckarwerkstatt beteiligt, der Angel- und Naturschutzverein putzte am und im Neckar im gesamten Stadtgebiet.
In den Stadtteilen beteiligten sich neben den Feuerwehren die örtlichen Vereine, Kindergärten und Schulen an der Putzaktion.
In Bergfelden waren rund 70 Helferinnen und Helfer im Einsatz. Alle Bergfelder Vereine und Institutionen, die evangelische Kirchengemeinde und die „Bürger für Bergfelden“ beteiligten sich. 20 Dritt- und Viertklässler der Grundschule waren mit dabei und sammelten kräftig. Der Fischereiverein machte mit einer großen Anzahl an Helfern eine Bachputzaktion. Besondere Funde waren viele Masken, leere Flaschen, eine Campingtoilette, Altreifen, ein Stück Wasserleitung und Klappstühle als größere Gegenstände.
In Dürrenmettstetten waren die 45 Helfer zwischen drei und 80 Jahren ob des geringen Müllaufkommens überrascht, dass trotz der großen Besucherzahl die meisten nichts wild hinterlassen.
In Fischingen waren von Donnerstag bis Samstag insgesamt über 80 Helfer im Einsatz, darunter auch der Kindergarten, die Schule, die Pfadfinder und die Feuerwehrabteilung.
In Holzhausen wurde Ortsvorsteher Armin Hipp von Helfern fast überrollt - anstelle der angemeldeten 26 Helfer und 15 Kinder fanden sich mehr als 100 Personen zum Müllsammeln ein. Die Jäger brachten einen ganzen Anhänger voll zum Sammelpunkt.
In Hopfau fanden die 30 Helfer weniger Müll als beim letzten Mal und schwärmten sogar an die Uferböschungen der Glatt und in den Wald aus.
In Mühlheim war der älteste der etwa 40 Helfer 79 Jahre alt. Die Fischer hatten ein Boot im Einsatz, um den Mühlbach zu reinigen.
Teilnehmerzahl Gesamtstadt und besondere Funde:
Kernstadt Sulz:
100 Helfer;
Funde: volle Bierkiste, Einkaufswagen, Zigarettenkippen, Plastikmüll
Bergfelden: 70
Helfer;
Funde: Klappstühle, Kanister
Dürrenmettstetten: 45 Helfer;
Funde: wenig Müll
Fischingen:
80 Helfer;
Funde: Linoleum-
Bodenbelag
Glatt: 70 Helfer;
Fund: Zigaretten-
automaten
Holzhausen: 100 Helfer;
Funde: Leitpfosten, Stahlfelgen, Matratzen
Mühlheim: 40 Helfer;
Funde: zwei Schreibmaschinen, Außenspiegel
Hopfau: 30 Helfer;
Funde: Autoradio,
Reifen
Renfrizhausen:
90 Helfer;
Funde: Feuerlöscher, Rehskelett
Sigmarswangen:
30 Helfer;
Funde: Reifen, Farb-
eimer